Willst du ein wunderschönes Naturschutzgebiet direkt am Wasser hautnah erleben? Dann nichts wie los…
Mit dem ÖV reist es sich bequem nach Mühlau AG. Bereits beim Durchqueren des beschaulichen Dorfes am Hang sieht man auf das eigentliche Ziel hinab – das Naturschutzgebiet rund um die Reuss. Dennoch lohnt es sich einen Blick auf die hübschen Häuser hier zu werfen und die ländliche Ruhe zu geniessen. Unten bei der Brücke treffen sich Fussgänger und Velofahrer gleichermassen, ist das Knonaueramt doch eine beliebte Gegend für Radtouren und ausgedehnte Spaziergänge. Umso besser, dass es genügend Platz für alle gibt, und als Fussgänger darf man den schmalen Weg oberhalb der Schotterstrasse benutzen und sieht die schöne Landschaft etwas erhöht sogar noch besser. Unterwegs laden einige Feuerstellen und Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. Dabei lassen sich die unzähligen Vogelarten und Libellen noch besser beobachten. Mir persönlich haben es besonders die edlen blauen Libellen angetan, welche zahlreich durch das hohe Gras fliegen. Das fröhliche Vogelgezwitscher übertönt teilweise sogar das laute Rauschen der mächtigen Reuss.
Irgendwann ist für die Velofahrer Schluss und man darf nur noch zu Fuss Richtung Reussspitz gelangen. Der Weg wird schmaler und wilder, hie und da knackst es im Gebüsch. Was sich wohl alles im Unterholz versteckt? Nach einer weiteren halben Stunde steht man am Ende dieser Halbinsel, des sogenannten Reussspitzes. Hier mündet die dunkle, eher träge Lorze in die türkise, schnell fliessende Reuss. Was für ein friedlicher Ort, besonders wenn man ihn ganz alleine geniessen kann. Obwohl dieser Teil der Strecke identisch ist – entgegen von Karten ist der andere Pfad gesperrt – lässt sich immer wieder Neues entdecken. So kreuzte eine Raupe mit dem malerischen Namen „Grasglucke“ meinen Weg und liess mich daran erinnern, wie schön es doch ist, gemütlich unterwegs zu sein. Etwas später verzweigt sich der Weg in Richtung Maschwanden. Dort befindet sich auch ein grosser Parkplatz, von wo aus man die schöne Ebene und das Flussufer erkunden kann.
Maschwanden ist ein überschaubares Dorf mit viel Charme. Die auffälligen Häuser haben mich ein bisschen ans Appenzellerland erinnert. Just als eine Regenfront aufzog, entdeckte in ein Schild mit „Beizli“ darauf. Kurzerhand folgte ich diesem, bis ich einige Minuten später vor einem wahren Bijou stand: Dem Stall Beizli. Vor dem ehemaligen Stall stehen einige liebevoll dekorierte Tische sowie viele Blumen. Ich staunte sogar noch mehr, als ich eintrat. Nebst einer Kaffeemaschine und diverse Kaltgetränken standen frische Kuchen parat. Mmmmh! Eine Lichterkette sorgt auch drinnen für ein gemütliches Ambiete. Hier lässt es sich wunderbar eine Pause einlegen und einen Schwatz mit der liebenswürdigen Betreiberin halten. Das Beizli ist übrigens jeden Tag geöffnet und die Preise mehr als fair. Dabei lässt es sich auch wunderbar die zahme Katze streicheln, welche die Aufmerksamkeit sichtlich geniesst. Das Stall Beizli ist absolut empfehlenswert und ich war bestimmt nicht zum letzten Mal an diesem schönen Ort!
Da ich ohne Routenplanung losgelaufen war und nun so langsam eine Bushaltestelle finden wollte, versuchte ich mein Glück im Dorfkern. Die Haltestelle sah ich von weitem, der Fahrplan war jedoch ernüchternd: Keine einzige Verbindung am Wochenende. Willkommen auf dem Land :) Es sollte wohl so sein, denn dafür lässt sich das hübsche Maschwanden etwas länger bestaunen und auch der Weg nach Knonau ist alles andere als eintönig. Über Schotterstrassen und durch Waldstücke lässt sich die schöne Landschaft nochmals ausgiebig bestaunen. Dabei hat man einen wunderbaren Blick auf die Rigi, den Pilatus sowie weitere Berge. Ein kleiner Fluss schlängelt sich immer wieder entlang des Weges. In Knonau angekommen befindet sich der Bahnhof fast in Sichtweite und dank guter Verbindungen ist man via Zug relativ schnell wieder in Luzern oder anderswo.
Für die 12 Kilometer habe ich ungefähr 2.5 Stunden Marschzeit benötigt, wobei ich sehr gemütlich unterwegs war. Ich empfehle diverse Stopps einzulegen, um die tolle Landschaft und die vielfältige Tierwelt zu bestaunen. In den Dörfern gibt es einige Einkehrmöglichkeiten, das erwähnte Stall Beizli in Maschwanden möchte ich euch dabei besonders ans Herz legen. Also ich habe mich definitiv ein bisschen in diese Region verliebt und bin bestimmt schon bald wieder mal dort am Entdecken und Geniessen.
















