18. und 19. Dezember 2019
Am Mittwoch stand eine Tour auf dem Programm. Am Morgen früh fuhr ich mit dem Bus rund drei Stunden Richtung Port Stephens. Unterwegs machten wir Halt und besuchten einen Reptile and Wildlife Park. Ganz unerwartet konnten wir wieder Koalas streicheln, das 6-monatige Männchen war super flauschig und hatte es mir sehr angetan. Cute as a button! Auch die Schildkröten, Krokodile, Tasmanischen Teufel und Kängurus wurden bestaunt. In Port Stephens angekommen, fuhren wir mit einem Boot in die riesige Bucht hinaus. Leider liessen die Delfine lange auf sich warten, ich genoss die herrliche Aussicht dafür umso mehr. Paradiesisch! Und ganz ehrlich, ich bin ja wirklich verwöhnt mit Delfinen, besonders die Bottlenose Dolphins (Tümmler) habe ich ja nun schon häufig gesehen.
Am Nachmittag fuhren wir zum Birubi Beach, einem 400 Meter langen und wunderschönen Strand. Auf den dahinterliegenden Dünen kann man Sandboarden. Ganz ehrlich, dieses Mal war ich enttäuscht. Man durfte auf dem Brett nur sitzen, es zwar eine kurze Piste und die Fahrt ziemlich langsam – langweilig… Stattdessen genoss ich die Umgebung und liess ein richtiges Aussie-Foto von mir schiessen ;) Wegen der grossen Distanz von rund 150 km mussten wir bereits wieder zurück, im Bus hab ich wie immer etwas geschlafen (Naps werden meine neue Lieblingsbeschäftigung!), Musik gehört, Fotos sortiert und natürlich rausgeschaut. Da die Tour in die Blue Mountains abgesagt wurde, habe ich einen Tag mehr für Sydney selbst zur Verfügung – passt!
Heute war ich nur einmal nass… Und zwar nicht, weil ich ständig am Bädelen war, sondern weil es soooo heiss war. Die Hitzewelle hat nun auch mich erreicht und ich schwitzte heute bei rund 38 Grad. Bereits in der Nacht konnte ich plötzlich einen beissenden Geruch wahrnehmen – Rauch. Heute Morgen sah man den Rauch dann auch wirklich gut, der Himmel war weiss statt blau und alles schien vernebelt. Einige Menschen liefen mit Masken herum, was gemäss Behörden jedoch nicht notwendig ist. Den ganzen Tag hatte ich ein etwas ungutes Gefühl, weil es zwar extrem heiss war, aber der Himmel eher nach Gewitter aussah. Wirklich komisch…
Trotz Hitze und Rauch wollte ich den bekannten Coastal Walk vom Coogee Beach zum Bondi Beach machen. Leider wurde die Tour des Hostels abgesagt, jedoch fand ich in Taeyonii (Südkorea) und Shalinee (Indien) spontan zwei Begleiterinnen, so dass ich nicht alleine gehen musste. Mit dem Bus ist man in 50 Minuten beim Ausgangspunkt. Der Coogee Strand sieht wie viele Stadtstrände aus – breit und gut besucht. Da gefiel mir Gondons Bay, eine etwas kleinere Bucht, schon besser. Clovelly Beach ist ideal für Familien, da er eher ruhig ist und viel Platz bietet (meist jedoch Beton). Danach mussten wir etwas weiter laufen und kamen bei diesen Temperaturen wieder richtig ins Schwitzen, bevor wir den bekannten Bronte Beach erreichten. Dieser Strand sieht ähnlich aus wie Bondi. Da ich Boni schon gesehen hatte, verliess ich die beiden Damen und fuhr zurück in die Stadt. Der Manly Beach stand auf meiner to do-Liste und so nahm ich die nächste Fähre in diese Richtung. Manly Beach ist in 20 Minuten erreichbar und gefiel mir am allerbesten. Warum? Es gibt dort viele kleine Cafes und Restaurant, was ich generell gut finde ;) Der Strand ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, wo man Baden oder Surfen kann. So hüpfte ich kurz ins rund 20 Grad warme Wasser und sah anschliessend den Surfern zu. Einige haben’s echt drauf! Eigentlich wollte ich ja auch surfen, irgendwie hat es aber bis jetzt noch nie richtig gepasst. Vielleicht ist Zusehen sowieso besser für mich ;)
Bei der Rückfahrt mit der Fähre sah man plötzlich die Sonne, welche tagsdurch zwar offensichtlich stark war, jedoch wegen des Rauches nicht zu sehen war. Sie schien rot durch den Rauch, was eine ganz besondere Stimmung erzeugte. Seht selbst auf den Fotos. Danach genoss ich eine leckere Pizza und natürlich nochmals die Aussicht am Harbour. Zurück im Hostel habe ich gepackt (so langsam habe ich ein System für meinen Rucksack, finally…), genoss nochmals die Aussicht vom Rooftop aus und sitze nun im Aufenthaltsraum. Heute war mein letzter Tag hier und diesen wollte ich unbedingt mit einem Blog abschliessen.
Sydney, you got it all! Was für eine tolle Stadt… Und was für eine glückliche Karin :) Ich war definitiv nicht zum letzten Mal hier, Sydney hat mich absolut überzeugt. Ich habe hier zwar viele Menschen kennengelernt, jedoch „leider“ keinen Australier, der mich umgehauen hat (wobei, die Aussis sind ja schon seeeehr hübsch!). Wird also doch nichts mit dem Auswandern, wie es scheint ;) Spass beiseite, Australien hat mich schon 2016 verzaubert, mich nun erneut in seinen Bann gerissen und ist sicherlich nochmals eine grössere Reise wert! Nun fliege ich aber in einigen Stunden nach Asien und freue mich auf meinen dritten und letzten Teil meiner grossen Reise. Bye bye Australia, สวัสดีกรุงเทพ (hallo Bangkok :)).
16. und 17. Dezember 2019
SYDNEY! Wow… Du hast mich verzaubert! Ich hab noch nie eine so tolle Stadt gesehen und ich war bereits in vielen. Wieso mir Sydney so gefällt? Egal wo man hinschaut entdeckt man wunderschöne Gebäude, liebevoll angelegte Parks mit Gärten, hört Musik in den Strassen, nimmt die Gerüche aus aller Welt wahr und spürt den Puls der Stadt. Und dann natürlich die Harbour Bridge und das Opera House. GROSSARTIG!
Aus dem Flugzeug sah ich die grossen Rauchwolken der Bushfire und über Sydney lag eine nebelartige Schicht. Eine Einheimische, die neben mir sass, erklärte mir, dass es seit Wochen so aussehe und man nicht wisse, wann sich die Situation beruhigen würde. Als ich dann mit Sack und Pack aus dem Zug stieg und durch die Stadt lief, konnte ich den Rauch zwar riechen, jedoch nicht sehen. Da ich sehr erschöpft war und mein Hostel nicht auf Anhieb finden konnte, legte ich die letzte Strecke mit einem Uber zurück. Der Fahrer sagte mir, dass die Sicht schon lange nicht mehr so gut gewesen sei wie jetzt und ich mich glücklich schätzen könne. So schnell kann sich das also ändern! Als ich dann völlig übermüdet im YHA Harbour ankam und auf die Dachterrasse ging, blieb mir erst Mal die Spucke weg. Diese Aussicht! Von hier aus kann ich die Harbour Bridge, das Opernhaus und die Skyline sehen. Am Abend verwandelte sich die Aussicht in etwas Magisches und ich verbrachte einige Stunden auf dem Rooftop. Auch jetzt sitze ich hier und schreibe meinen Blog, könnte echt schlimmer sein ;)
Gestern bin ich noch über die Harbour Bridge gelaufen und hab die Aussicht vom anderen Ende genossen. Danach wurde in der gut eingerichteten Hostelküche gekocht – endlich wieder Mal Pasta! Mein Zimmer teile ich mit drei Frauen aus Südkorea, China und Finnland. Obwohl es wie überall Doppelbetten gibt, konnte ich endlich wieder besser schlafen, weil man hier nicht jede Bewegung spürt und niemand im Schlaf spricht oder schnarcht. Wuhuu! Die Chinesin textet mich zwar ununterbrochen zu, aber das kann ich ja manchmal auch, also beklag ich mich besser nicht ;)
Mit Helena, welche bis gestern auch in meinen Zimmer war, stand ich frühmorgens um 5 Uhr auf. Wir liefen auf die Harbour Bridge und warteten auf den Sonnenaufgang. Zuerst waren wir etwas skeptisch wegen den Wolken, das frühe Aufstehen sollte sich aber lohnen. Gegen 6 Uhr tauchten die ersten Sonnenstrahlen alles in ein rosafarbenes Licht und verliehen dem Opernhaus etwas Magisches. Unglaublich schön, ich sollte öfters so früh aufstehen und mir den Sonnenaufgang anschauen!
Danach hüpfte ich nochmals ins Bett, bevor es ins Zentrum ging. Im Georgie Boy’s Coffee gönnte ich mir eggs on toast with avocado sowie einen Cappuccino. Mmmmh! Nun traf ich mich mit Alana, welche ich in Melbourne kennengelernt hatte. Die smarte Österreicherin/Französin/Holländerin (ja, genau so) zeigte mir „ihr“ Sydney. Sie hat einige Zeit hier gelebt und kennt sich bestens aus, was für ein Privileg für mich! Zuerst liefen wir zum Opernhaus, dem bekanntestens Gebäude Australiens – oder wie ich vermute – eines der bekanntesten der Welt. Architektonisch gesehen wirklich ein Meisterwerk! Anschliessend liefen wir durch den Royalen Botanischen Garten, von wo aus man eine tolle Sicht hat und von der ganzen Stadthektik nicht viel mitkriegt. Alana hatte viele interessante Facts auf Lager und man merkte, wie sehr sie diese Stadt liebt. Wir liefen noch zum Anzac Memorial und zur Saint Mary’s Cathedral, welche mit gotischem Baustil imponiert.
Da es heute angenehme 23 Grad war, fuhren wir mit dem Bus zum bekanntesten Strand in Sydney: Bondi Beach. Dort tummelten sich die sonnenhungrigen Menschen am Strand und in den Wellen versuchten viele Surfer ihr Können. Mir gefiel die Stimmung dort und so sahen wir dem regen Treiben eine Weile zu. Wieder zurück im Stadtzentrum setzte ich mich noch etwas in einen Park und genoss die herrliche Aussicht. Nun sitze ich wie bereits erwähnt auf der Dachterrasse und lasse diesen Tag Revue passieren. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen mit dem Wetter, es soll sogar noch schöner werden und hoffentlich bleibt die Situation mit dem Rauch auch stabil. Morgen unternehme ich eine Harbour Tour und mache die Regionen um Sydney unsicher, mehr dazu dann im nächsten Blog. Und dir Alana herzlichen Dank für die tolle Führung heute!
13., 14. und 15. Dezember 2019
Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung? Obwohl auch in Melbourne alles weihnachtlich geschmückt ist, in den Läden Weihnachtslieder rauf und runter laufen und man hier viele Menschen mit roten Hüten rumlaufen sieht, scheine ich imun zu sein. Das liegt wohl daran, dass es hier verhältnismässig warm ist und ich im Weiteren gar keine Zeit für Weihnachten habe ;) Finde ich für dieses Jahr völlig okay ehrlich gesagt…
Die letzten drei Tage war ich wieder viel unterwegs – wie eigentlich immer! Am Freitag ging es frühmorgens mit dem Bus zum Wilson Promontory National Park (The Prom). Da die Fahrt drei Stunden dauerte, konnte ich den verpassten Schlaf etwas nachholen ;) Dieses Mal war ich einer kleinen Gruppe, ausser mir nur Hyerin (aus Südkorea) und ein Pärchen aus Taiwan. Zuerst machen wir einen Spaziergung, bei dem ich einige Kängurus sah und tolle Bilder schiessen sowie ein gutes Video machen konnte. Danach gingen wir auf eine zweistündige Wanderung, welche recht anspruchsvoll war. Die Anstrengung lohnte sich aber allemal, von oben hatte man eine tolle Aussicht. Obwohl es sehr windig war und teilweise regnete, geniesse ich es jeweils sehr draussen zu sein und mich zu bewegen. Hier lege ich täglich zwischen 15‘000 und 35‘000 Schritte zurück, wovon ich Zuhause nur träumen kann.
Vor einigen Jahren gab es im The Prom National Park ein grosses Feuer. Obwohl sich die Natur erstaunlich schnell erholt hat, sieht man die Auwirkungen bei den Bäumen immer noch. Dann ging unsere Tour weiter. Am Squeaky Beach hörte man tatsächlich quietschende Geräusche, wenn man über den weissen Sand lief. Als wir den Strand entlang liefen, entdeckte ich viele tote Quallen. Zu dieses Jahreszeit gibt es hier wirklich viel Jellyfish (Quallen), meistens jedoch ungefährliche. Von etwas weiter oben hatte man eine tolle Aussicht auf den schönen Strand, jedoch war es auch hier sehr windig. Damit war die Tour auch schon wieder vorbei resp. wir fuhren wieder drei Stunden zurück nach Melbourne. Für einige von euch wären solange Fahrten wohl eine Qual, für mich sind sie immer noch angenehm. Ich kann sehr gut abschalten, die Landschaft bestaunen, Musik hören oder schlafen. Egal was ich mache, ich geniesse diese Karin-Zeit immer.
Zurück im Hostel ging ich mit Alana (Österreich) und Nanda (Holland) auf die coole Dachterrasse. Von dort aus hat man eine tolle Aussicht auf Melbourne, vor allem nachts. Da Alana auch Holländisch spricht, wechseln wir ständig zwischen Englisch und Holländisch. Ich verstehe mittlerweile ziemlich viel und wir müssen immer lachen, wenn ich es selbst versuche ;)
Am Samstagmorgen konnte ich dann die Tour nach Phillip Island machen, worauf ich mich schon lange gefreut hatte. Dieses Mal waren vor allem Amerikaner und Kanader mit von der Partie, wie auch einige Inder. Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt besuchten wir zuerst den Moonlit Sanctuary Wildlife Conservation Park (Wildpark). Dort werden Tiere wie Echsen, Vögel, Kängurus, Emus und Koalas aufgepäppelt. Die Kängurus waren ziemlich scheu, ein Jungestier wagte sich dann trotzdem heran und liess sich füttern. Danach durften einige von uns zu den Koalas, um diese zu streicheln. Ich hab Victor sofort ins Herz geschlossen und hätte ihn am liebsten nach Hause genommen. Meine Familie fragte aber schon, ob er auch Deutsch spreche. Meine Antwort: Ich nehme einen Englisch sprechenden Mann nach Hause, doch keinen Koala! ;)
Nach dieser Kuschelrunde fuhren wir nach Churchill Island, um dort die älteste Farm von Australien anzuschauen. Dort zeigte man uns, wie man Schafe schert, die Peitsche richtig benutzt und wie ein Hund die Schafe im Zaun hält. Nun ging es zum Pyramid Rock und ins Dorf Cowes. Dort gab es einen Markt, der sich entlang des Strandes schlängelte. So kaufte ich mir griechlisches Essen, setzte mich an den Strand und hörte der live Musik zu.
Am Abend folgte der eigentliche Höhepunkt, die Penguin Parade. Ich hatte mir bewusst einen besseren Platz gekauft, da ich die kleinen Tiere unbedingt aus nächster Nähe sehen wollte. Auf einem Bildschirm konnten wir beobachten, wie die Tiere nach Sonnenuntergang in Gruppen aus dem Meer auftauchten und vorsichtig über den Strand liefen. Als sie dann am Fenster vorbeiwatschelten, ging mir das Herz auf. Extrem süss! Die Little Penguins werden tatsächlich nur rund 30 cm gross und sehen extrem putzig aus. Auf Phillip Island lebt die grösste Kolonie, zu der rund 32‘000 Tiere zählen. Gestern waren rund 2‘000 Pinguine unterwegs, also unglaublich viele! Wohin ich auch sah, überall waltschelten die kleinsten Pinguine der Welt umher, schauten uns Zuschauer manchmal etwas verwundert an und verschwanden dann in ihre Nester. Ein unvergessliches Erlebnis!
Heute war dann erst Mal Erholen angesagt. Mit Nanda fuhr ich zum Brighton Beach, welcher sich ausserhalb von Melbourne befindet. Mit dem kostenlosten Tram (super Sache!) und dem Zug ist man in 40 Minuten dort und kann entlang der Küste schlendern. Schon bald gelangt man zu den bekannten farbigen Häuschen, die ein beliebtes Fotosujet darstellen. Obwohl Sonntag ist, war der Stand nicht überlaufen und auch wir machten ein kleines Fotoshooting ;) Wir liefen noch weiter, um die Skyline von Melbourne zu bestaunen. Bei einem kurzen Abstecher am Strand von St. Kilda genossen wir ein Gelato. Danach ging es ins YHA Hostel zurück, wo ich meine Wäsche machen musste und nun auf der Dachterrasse sitze und meinen Blog schreibe. Da es relativ kühl ist, gehe ich bald in den Aufenthaltsraum. Ich will von hier oben aber noch kurz die Aussicht auf das funkelnde Melbourne bestaunen.
Melbourne hat mich vom ersten Moment an gefesselt, ich konnte die Vibes der Stadt regelrecht fühlen und auch nach einer Woche fand ich immer noch neue tolle Orte. Der Kaffee gehört aus meiner Sicht tatsächlich zu den Besten und auch das Essen kann sich sehen lassen! Wirklich eine tolle Stadt und ich bin mir sicher, dass ich wieder hierhin kommen werde :)
Zuerst fliege ich morgen jedoch noch Sydney, was ich auch schon lange will. Leider soll die Situation mit den Feuern und dem Rauch immer noch schlimm sein, ich versuche aber das Beste draus zu machen – wie immer! Sydney ist mein letztes Ziel in Australien, nächsten Freitag fliege ich dann bereits nach Asien. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man auf Reisen ist. Einige von euch haben mir geschrieben, dass ich meine Reise sehr zu geniessen scheine und glücklich aussehe. Das ist tatsächlich so, ich geniesse jeden Moment hier und bin unglaublich dankbar für die tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte. Ich entdecke täglich neue wunderbare Orte, welche sich in mein Herz einbrennen und mit Fotos manchmal nicht annähernd festgehalten werden können. Und ich bin dankbar für die Erfahrung alleine zu reisen und so viele Erfahrungen zu sammeln, die man zu zweit oder in einer Gruppe wohl nicht machen würde. Alleine zu reisen bedeutet bei sich selbst zu sein, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und sich selbst immer mehr zu finden. Ich bin (noch) offener geworden, geniesse die kleinen Freuden mehr (ihr wisst gar nicht, wie toll frische Wäsche beim Reisen sein kann!) und höre voll und ganz auf mein Herz. Das ist LEBEN!
10., 11. und 12. Dezember 2019
Um mir schnell einen Überblick zu verschaffen, ging ich am ersten Tag in Melbourne auf die Free Walking Tour. Diese wird täglich von Einheimischen „Melbournies“ angeboten und bietet viele Infos und funny facts. Während fast vier Stunden läuft man gemeinsam durch die Stadt und entdeckt beliebte Hotspots wie auch eher unbekannte Insider. Wirklich empfehlenswert! Bei dieser Tour lernte ich auch Anna kennen, welche aus Bayern kommt. Mit ihr verstand ich mich auf Anhieb so gut, dass wir viel Zeit miteinander verbrachten. Aus diesem Grund kommt der Blog auch erst jetzt, ich hatte gar keine Zeit vorher ;)
Bereits während der Tour fielen mir die unzähligen Graffitis auf, die ähnlich sind wie in Adelaide. Einige davon werden kommerziell genutzt, also um Touristen und damit Geld ausgebende Menschen anzulocken. Clever! Mit Anna lief ich dann einmal quer durch Melbourne in den Botanischen Garten. Auch Melbourne hat viele Parks und Gärten, welche zum Verweilen einladen. So stiessen wir auch auf The Shrine of Remembrance, ein Denkmal des ersten Weltkrieges. Im riesigen Gebäude verliefen wir uns und besuchten deshalb unabsichtlich eine tolle Ausstellung. Vom Dom aus hatte man eine wunderbare Aussicht auf die Skyline von Melbourne. Wieder zurück im Zentrum genossen wir die Sonne unter dem Weihnachtsbaum mit einem kostenlosen Probier-Vodka. Schon hier hatten wir das Gefühl, dass wir dem pulsierenden Melbourne immer näher kommen. Später verbrachten wir viel Zeit in den bekannten Graffiti-Strassen, welche tolle Fotosujets abgeben. Einige davon findet ihr in der Bildergalerie. Anschliessend gönnten wir uns einen Cocktail und eine Apple Pizza. Ja, eine Pizza mit Äpfeln, Rohschinken und Rucola. Sehr leckere Kombi!
Mit Marina, der Französin von der Great Ocean Road-Tour, ging ich abends auf den Eureka Skydesk. Aktuell ist der Tower noch das höchste Gebäude der Stadt, wird jedoch bald die Nummer 2 sein. Die Aussicht ist atemberaubend! Leider hat es praktisch überall dicke vertöplete Glasscheiben, was das Bestaunen und Fotografieren erschwert. An einer Stelle kann man auf eine extrem windige Plattform und dort durch einen Maschendrahtzaun fotografieren. Obwohl es saukalt war, konnte man mich meistens dort antreffen ;) Auch das war wiederum ein unvergesslicher Moment für mich, da ich solche Aussichtspunkte liebe und nicht genug davon bekommen kann. Die Bilder sprechen für sich…
Der Tag war damit jedoch noch nicht vorbei! Anna, Marina und ich gingen danach noch in China Town essen – natürlich Dumplings. Am nächsten Morgen wollten Anna und ich herausfinden, ob Melbourne wirklich so tollen Kaffee hat, wie man überall hört. Also liefen wir zu einem der Insidertipps, den Patricia Coffee Brewers. Der Kaffee war superlecker und die Stimmung im und um das kleine Café genial. Genau mein Ding!
Da Anna und ich beides Foodies (Essensliebhaber) sind, wollten wir noch anderes ausprobieren. Zum Mittagessen gab es einen Kürbis-Spinat-Feta-Wrap, mmmmh! Den Nachmittag verbrachten wir auf einer der geschäftigsten Strassen Melbournes, der Elizabeth Street / Ecke Bourke Street. Dort genossen wir die Sonnenstrahlen und hörten mehreren Strassenkünstlern zu, welche richtig gut waren! Ich will mir Zuhause unbedingt auch wieder mehr Zeit dafür nehmen. Sich in einer Stadt hinzusetzen, dem regen Treiben zuzusehen, authentische Musik zu hören und einfach kurz innezuhalten, das ist schon was Tolles.
Anschliessend liefen wir in die State Library of Victoria, die Stadtbibliothek. Der Leseraum war dank der grossen gläsernen Kuppel lichtdurchflutet und die originale Einrichtung von 1856 beeindruckten mich. Vieles war aus Holz und sogar die Schiefertafeln sind noch da. Als Lesefan fühlte ich mich sehr wohl und hätte mich stundenlang hinsetzen können – vielleicht mache ich das noch ;)
Am Abend verabredeten wir uns beim Queen Victoria Night Market. Dieser findet jeweils mittwochs statt. Bereits beim Eintreten wurden wir von den musikalischen Klängen mitgerissen und fanden uns inmitten einer Salsa tanzenden Menschenmenge wieder – was für eine Stimmung! Ein ehemaliger Artist des Cirque du Soleil zeigte einen fesselnde Show, bei welcher er sich in schwingelerregender Höhe befand und sich um 360 Grad drehte. Mit einer Hand abstützend und auf einem von vier wildfremden Herren gehaltenen Stab versteht sich. Unglaublich! Hab einige Videos im Status von Facebook und Whats App, falls ihr reinschauen möchtet.
Die Markthalle war sehr gut besucht und aus allen Richtungen konnte man die betörenden Gerüche wahrnehmen. Dort werden Gerichte aus aller Welt angeboten, wir entschieden uns für Tacos und ein Kottu Roti (ähnlich wie Curry) aus Sri Lanka. Beides war superlecker, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann ;) Danach gönnten wir uns New York Waffeln mit Glace und Beeren – boa! Melbourne, du hast essenstechnisch und kaffeemässig echt sehr viel zu bieten :) Natürlich auch sonst!
Die Stimmung hat uns regelrecht mitgerissen und wir genossen die Vibes of Melbourne für einige Zeit. Lustigerweise traf ich auf dem Markt diverse Leute an, die ich während meinen Touren oder sogar in Neuseeland kennengelernt hatte. Tolles Gefühl, wenn man am anderen Ende der Welt immer wieder bekannte Gesichter trifft.
Anna und ich hatten damit aber noch nicht genug und wollten auch noch das Nachtleben auskundschaften. Also liefen wir zum Fitzroy Quartier, welches für diverse Bars und Pubs bekannt ist. In einer Bar wurde live Musik gespielt. Auf der Toilette entdeckte ich diverse Comics einige meiner Lieblingsfilme oder Serien, echt cool! Ich könnte mein Bad Zuhause auch etwas umgestalten, aber ob mein Bruder Freude daran hätte…? ;)
Heute Morgen hatten wir noch einige Stunden, bevor Anna zum Flughafen musste. Also war natürlich wieder Essen angesagt ;) Dieses Mal besuchten wir die Smoothme Superfood Bar und bestellten uns tolle Fruit Bowls – superlecker & gesund. Anna fliegt nun nach Neukaledonien (Kennt ihr das? Sie musste mir zeigen, wo das ist…) und besucht dort eine Freundin. Wir hatten eine super Zeit und nach dem Abschied lief ich etwas orientierungslos durch die Strassen von Melbourne, da sich immer Anna um die Navigation gekümmert hatte ;) Sie ist auch eine leidenschaftliche Fotografin und einige der Bilder sind von ihr, nochmals herzlichen Dank dafür!
Auch Marina reiste heute weiter nach Perth, weshalb ich mich auch noch mit ihr verabredete hatte. Danach war ich total müde und musste zurück ins Hostel, zum ersten Mal seit ich hier bin (ausser zum Schlafen natürlich!). Ich schlafe hier sehr schlecht im 4er-Zimmer. Das liegt vor allem an einer älteren Dame, die laut Selbstgespräche führt und komische Geräusche von sich gibt - egal ob sie wach ist oder schläft! Da nützt nicht Mal meine Musik... Wenn sie sich dreht, und das macht sie ständig, dann meine ich immer es sei ein Erdbeben. Nicht wirklich förderlich für einen tiefen Schlaf. Aber jäno, kann ich halt nicht ändern. Nach einem Powernap ging ich dann wieder in die Stadt, da ich mich hier sehr wohl fühle und die Stimmung noch geniessen will.
Meine gebuchten Touren in Melbourne mussten kurzfristig umgebucht werden. Der Grund wurde nicht wirklich genannt, es kann aber wohl nicht wegen den Waldbränden sein. Während des Schreiben wurde mir jedoch mitgeteilt, dass ich nun morgen in den Nationalpark kann und am Samstag auf Phillip Island – juhuuu!
Somit ist Schluss für heute und ich melde mich Ende Woche wieder, bye bye.
7., 8. und 9. Dezember 2019
Hello again! Habt ihr auf meinen Eintrag gewartet? Ich war definitiv zu beschäftigt die letzten drei Tage und hab ehrlich gesagt keine Sekund an den Blog gedacht. Jetzt freue ich mich aber umso mehr, dass ich etwas Zeit habe, euch von meinen tollen Erlebnissen der letzten Tage zu berichten:
Nachdem ich mich in Adelaide von den netten Bekanntschaften im YHA Hostel verabschiedet hatte, ging es am Samstagmorgen früh los. Mit 18 anderen stieg ich in den kleinen „Groovy Grape Bus“ und wir fuhren los. Auch diese Gruppe war wieder sehr gemischt und bestand aus vier Schweizern (ein Pärchen aus Obwalden resp. Ruswil), Österreichern, Engländern, Amerikanern, Kolumbianern und natürlich – Deutschen ;) Auch der Altersunterschied war wieder beträchtlich, was ich jedoch bereichernd finde. Den ersten Halt machten wir beim Pink Lake. Da ich dieses Phänomen bereits in Westaustralien gesehen hatte, war ich nicht mehr ganz so beeindruckt. Schön ist es jedoch trotzdem. Danach ging es eine Passstrasse hinauf durch dichtes Grün in die sogenannten Grampians. Das ist der erste Nationalpark Australiens und ist besonders für die vielen Koalas und nur hier lebenden Vögel bekannt. Nach einer kurzen steilen Wanderung gelangten wir zu den MacKenzie Falls, einem wunderschönen Wasserfall resp. mehreren. Der Regenbogen sorgte für eine besondere Stimmung. Trotz Verbot waren einige – sorry – Idioten am Baden. Aber das gibt es ja überall…
Bei unsere Unkunft angelagt, entdeckten wir sehr schnell Kängurus direkt vor der Haustür. Obwohl die Tiere scheu waren, liessen sie sich fotografieren, sofern man ihnen nicht zu nahe kam. Die Nacht war eher ein Alptraum und zwar nicht unbedingt wegen der unheimlichen Geräusche oder dem undefinierbaren Dreck (krabbelte da was unter meinem Bett??) im Zimmer, sondern eher wegen des Benehmens einiger Mitreisenden. Ich werde wohl nie verstehen, wieso man nicht etwas Rücksicht aufeinander nimmt, wenn man in einem 10er-Zimmer schläft. Ich könnte hier jetzt ausholen, aber ich lasse es bleiben. Wer von euch auch schon so gereist ist, kennt solche Geschichten ;)
Nach einer schlaflosen Nacht ging es am Morgen früh auf eine zweistündige Wanderung durch die Grampians. Die Anstrengung wurde mit einem zauberhaften Blick über den Nationalpark belohnt. Beim anschliessenden Stop in Tower Hill, einem Vulkankrater, liefen Emus herum und wir sahen einige Koalas. Sogar mit Baby, sehr süss! Bereits dort bemerkten wir die vielen überaus nervigen Fliegen, die um uns herumschwirrten. Komischerweise lief auch allen plötzlich die Nase und die Augen brannten. Da lag etwas in der Luft, das bei allen Allergien auslöste.
Weiter ging die Fahrt bei angenehmen 25 Grad zur Great Ocean Road, eine der bekanntesten Küstenstrassen der Welt. Wir machten diverse Stopps, um die herrliche Aussicht immer wieder aufs Neue zu geniessen. Die Bay of Islands, The Grotto und London Bridge gefielen mir bereits sehr. Das Highlight kam jedoch zum Schluss – The Twelve Apostles! Obwohl es gar nicht zwölf sind (Wusstet ihr das? Ich nicht!), sind die schichtartigen Kalksteine im Meer schon schön anzusehen. Nachmittags war die Sicht etwas getrübt, dafür sollte sie am Abend umso spektakulärer sein. Zuerst ging es aber in die Unterkunft, wo wir kurz duschen und essen konnten. Gegen acht Uhr fuhren wir wieder zu den Twelve Apostles und dort waren bereits wieder viele Touristen versammelt. Als sich die Sonne langsam hinter dem Horizont verabschiedete und die Landschaft in die schönsten Farben verwandelte, war ich hin und weg. Ich bearbeite grundsätzlich keine Fotos, bei diesen könnte man jedoch meinen, dass ich nachgeholfen hätte. Aber nein, genau so wunderschön sah es aus. Seht ihr, wie sich die Farben verändert haben? Toll! Ich hab einen Sonnenuntergang noch nie so intensiv wahrgenommen und war sichtlich gerührt. Einfach wunderschön! Und ja, da wurde auch ich tatsächlich mal einige Minuten sprachlos und genoss die Aussicht mit einem Apple Cider :) Dann entdeckten wir in der Dämmerung auch noch kleine Pinguine, die aus dem Meer kamen und munter am Strand umher watschelten. Absolut unvergesslich…
Die Bucht Loch Arg Gorge war heute Morgen der erste Halt. Bei einem Schiffsunglück rettete der 18-jährige Schiffsjunge Tom Pearce die gleichaltrige Passagierin Eva Carmichael, in dem er trotz sicherer Bucht nochmals ins Meer hinausschwamm und die Dame hineinholte. Man könnte meinen, dass nun ein Happy End folgte, jedoch fuhr die traumatisierte Eva wieder nach England zurück und Tom blieb in Australien. Such is life!
Anschliessend machten wir einen Spaziergang durch den Regenwald. Normalerweise regnet es dort fast täglich, bei uns war es bereits morgens über 30 Grad! Das Termometer stieg sogar noch weiter und wir schwitzten heute bei 37 Grad. Sommer pur! In Cape Otway machten wir eine Mittagspause, welche wegen der lästigen Fliegen jedoch verkürzt wurde. Läck, echt mühsam diese Viecher!
In Torquay besuchten wir die Outlet-Stores der Surfer- und Sportmarken wie Rup Curl oder Quiksilver. Die Brands haben dort ihren Ursprung und sind heute weltweit bekannt und geliebt. Da mein Rucksack bereits jetzt aus allen Nähten zu platzen scheint, habe ich mir nur einen Cardigan gekauft. Diesen werde ich schon noch irgendwo reinquetschen können ;) Im saunaähnlichen Bus fuhren wir dann nach Melbourne. Dort traf ich spontan Vera, welche mit mir im Turnverein ist. Die cheibe Dietler Turner sind richtige Reisefüdle wie es scheint :)
Das Zimmer teile ich bis jetzt nur mit der Niederländerin Nanda. Ich freue mich auf einige hoffentlich entspannte Tage in Melbourne. Natürlich will ich alles auskundschaften, bevor es Ende Woche dann wieder auf Touren geht.
4., 5. und 6. Dezember 2019
Am Mittwoch hab ich mir einen gemütlichen Tag gemacht. Nach dem Waschen gönnte ich mir ein leckeres Mittagessen (ich liebe die Avocado-Speisen hier, soooo fein!) und einen guten Cappuccino. Einschub: Hab euch gar noch nicht erzählt, dass ich tatsächlich Känguru-Fleisch probiert habe! Und ich muss zugeben, es schmeckt echt lecker… Ähnlich wie Rind. Trotzdem esse ich es wohl nicht oft hier, Prinzipien bleiben Prinzipien ;)
Danach lief ich quer durch Adelaide und besuchte den Botanischen Garten. Dort kann man nebst Pflanzen auch wunderbar Tiere beobachten. Schildkröten, Papageien, Kakadus sowie kleinere und grössere Echsen. Ich hab mich im Park hingelegt und dem munteren Gezwitscher der Vögel zugehört und einfach die Sonne genossen. Das Wetter wird nun immer besser, was mir wirklich gut tut. Da ich so gar nicht in Weihnachtsstimmung bin, ignoriere ich die ganze Dekoration und die Weihnachtslieder in den Geschäften gekonnt ;) Einige Fotos habe ich trotzdem gemacht, wie man das halt so macht…
Gestern wollte ich unbedingt an den bekanntesten Strand von Adelaide namens Glenelg. Mit dem Tram ist man in rund 30 Minuten dort und sofort in Ferienlaune. Die vielen Cafes laden zum Verweilen ein und aus den unzähligen Restaurants nimmt man Gerüche aus der ganzen Welt wahr. Wer mich kennt weiss, dass ich Riesenräder LIEBE! Also zögerte ich nicht lange und genoss die herrliche Aussicht. Von oben konnte ich den wunderschönen Strand noch besser auskundschaften und wusste ganz genau, wo ich später hingehen wollte. Den Nachmittag verbrachte ich also bei angenehmen 22 Grad im Sonnenschein. Natürlich war ich auch im Wasser, hier ist es etwas wärmer als in Neuseeland ;) Als ich später auf den Jetty hinauslief und mir ein Fischer sagte, dass am Nachmittag viele Haie umhergeschwommen seien, dachte ich mir „Gut, dass ich das nicht vorher wusste!“ :)
Da ich gelesen hatte, dass es in Glenelg einen der schönsten Sonnenuntergänge in ganz Australien geben soll (wer behauptet das schon nicht?), blieb ich spontan länger dort. Natürlich hatte ich nur kurze Hosen und ein Shirt an, aber das Frieren lohnte sich. Wow, echt tolle Stimmung dort und die Sonne färbte den Himmel Rosa und Lila. Zurück im Hostel quatschte ich noch etwas mit den Jungs, die ich hier kennengelernt habe. Mit ihnen hätte ich sogar weiterreisen können, aber ich hab meine Touren ja bereits gebucht. Ich bin immer noch erstaunt, wie schnell man hier Leute kennenlernt und dann allenfalls sogar zusammen weiterzieht. Das passiert einem Zuhause eher selten, nicht wahr? ;)
Heute wollte ich Adelaide nochmals richtig auskundschaften, da es mein letzter Tag hier ist. Also lief ich erneut durch die ganze Stadt und besuchte den Zoo. Hier gibt es die einzigen Grossen Pandas der südlichen Hemisphäre. Wobei, ganz ehrlich, die Kerle waren etwas verschlafen und haben sich nur selten blicken lassen. Da hatten es mir die Erdmännchen mehr angetan, einige hielten Ausschau nach Gefahren und andere kuschelten sich aneinander. Süss! Kängurus und Pinguine begeistern mich sowieso immer. Auch die grosse Vielfalt der farbenfrohen Vögel war toll, man konnte sogar durch die Volieren laufen. Die Vogelshow war jedoch das Beste, vor allem als ein Papagei fast auf mir landete und ich ihn dabei gefilmt hatte. Oha!
Beim Zurücklaufen verweilte ich noch einige Zeit im Botanischen Garten, der mir wirklich sehr gefällt. Jetzt heisst es den letzten Abend zu geniessen, bevor es morgen auf die nächste Tour geht – die Great Ocean Road. Kann es kaum erwarten!
2. und 3. Dezember 2019
Ich weiss gar nicht, wie ich diesen Blog beginnen soll… Wie kann man etwas beschreiben, dass einem buchstäblich den Atem raubt? Etwas, bei dem man denkt, dass es so etwas Schönes gar nicht geben kann? Und dann noch so viel davon? Unmöglich! Ich bin immer noch am Staunen…
Ihr ahnt sicherlich schon, es geht um Kangaroo Island. Die Insel nordwestlich von Adelaide ist 145 km lang und 90 km breit und damit die drittgrösste Insel von Australien. 2/3 der Fläche sind Naturschutzgebiete, bei einem grossen Buschbrand wurden im Jahr 2007 jedoch 60% zerstört. Davon sieht man heute aber nur noch wenig. Die Autofahrt von Adelaide bis nach Cape Jervis dauert fast zwei Stunden, von dort aus ist man jedoch mit der Fähre in einer halben Stunde auf der Insel. Bereits auf der Fahrt nach Cape Jervis machte ich grosse Augen, als ich überall Kängurus auf den Wiesen sah. Sogar auf einem Schulgelände hüpften die Tiere herum. Das sei hier ganz normal, meinte unser guide Rick. Okaaaaay, hab ich nix dagegen :)
Nach einigen Minuten Fahrt im Bus kamen wir bereits am ersten wunderschönen Strand an. Es erinnerte mich stark an die Strände in Westaustralien und somit an meine wunderbare Reise mit Meli im Jahr 2016. Australien hat wirklich traumhafte Strände! Bei einem Halt etwas später begrüsste uns ein Joey, ein Känguru-Baby, welches (etwas zu) sehr zutraulich war. Trotzdem süss!
Nun folgte das nächste Highlight: Seal Bay. Gemäss Angaben der einzige Ort der Welt, an dem man durch eine wild lebende Robben-Kolonie laufen darf. Die Touren dürfen nur mit Begleitung gemacht werden, was absolut Sinn macht. Unser guide hat uns dann auch viele spannende Infos zu den Robben gegeben und es war absolut eindrücklich, so nah an die Tiere heranzugehen und trotzdem den nötigen Abstand zu halten. Ein tolles Erlebnis!
Von einem Lookout sieht man das Skelett eines Wals, das seit einigen Jahren dort liegt. Etwas weiter versteckt sich eine wunderschöne Bucht, die absolut menschenfrei ist. Wenn es nicht so stark gewindet hätte, wäre ich natürlich ins Wasser gehüpft, keine Frage!
Statt zu baden konnten wir optional Kajak fahren oder spazieren gehen. Da mir dies bereits in Neuseeland Spass gemacht hat, ging ich auch hier kajaken. Die rund 4 km den Fluss runter und wieder rauf waren eine willkommen sportliche Betätigung. Während des ganzen Tages sahen und vor allem hörten wir immer wieder Papageien und Kakadus. Die sind manchmal wirklich so laut, dass man sich nicht mehr unterhalten kann.
Am Abend kochten wir wieder alle gemeinsam ein Barbecue und sassen anschliessend am Lagerfeuer. Immer wieder huschten Possums vorbei, eines konnte ich einigermassen fotografieren (die sind echt schnell!). So lauschten wir den Banjo-Klängen und hatten einen gemütlichen Abend. Ah ja, das hab ich ganz vergessen: Als ich morgens in den Bus stieg und Schweizerdeutsch hörte, war ich zuerst irritiert. Tatsächlich waren mit mir acht Schweizer im Bus, etwas ganz Neues! Die anderen Teilnehmenden waren aus den USA, Norwegen, Dänemark, England und Deutschland. Ich sprach somit wieder mal richtig viel Bärndütsch, wie Zuhause ;)
Am Morgen ging es wieder früh los und wir fuhren Richtung Flinders-Chase-Nationalpark. Rick versprach uns nicht zu viel, als er sagte, dass wir einige Koalas sehen würden. Wir sahen über 30! Die äusserst gemütlichen Tiere sind meist ziemlich weit oben auf Bäumen versteckt und sind oftmals am Schlafen. Da ich zuvor noch nie frei lebende Koalas gesehen hatte, war ich echt begeistert, als wir eine Stunde durch den Nationalpark liefen. Zwischendurch sahen wir auch die Kangaroo-Island-Kängurus, welche etwas kleiner sind als auf dem Festland.
Weiter ging’s zu einem malerischen Leuchtturm und einer äusserst windigen Halbinsel. Als wir zur Bucht liefen, uns der Wind um die Ohren pfiff und es sogar noch anfing zu regnen, schien sich der Weg zuerst nicht so lohnen. Aber da irrten wir uns gewaltig! Unten angekommen begrüssten uns bereits die ersten Pelzrobben. Da waren wohl rund 100 Tiere unter uns, entweder schlafend oder quickfidel am Rumwatscheln. Auch in den durchaus hohen Wellen sah man die Robben regelrecht surfen. Toll zum Beobachten! Ganz unten versteckte sich ein grosses Loch im Felsen. Danach fuhren wir weiter zu den Remarkable Rocks, den bekannten Felsenformationen. Auch hier war es sehr windig, deshalb bin ich wieder mit Regenjacke abgelichtet ;)
Als wir zurückliefen, sagte man uns, dass eine Schlange gesichtet worden sei. Aus Gwunder lief ich auch hin und staunte nicht schlecht, als ich eine der gefährlichsten Schlagen von ganz Australien sah: eine tiger snake! Sie schlängelte sich gemächlich durch den Sand und schien sich nicht für uns zu interessieren. Auf Kangaroo Island hat die Schlange keine Streifen, weshalb sie nicht wirklich gefährlich aussieht. Ein Biss kann jedoch tödlich enden… Als dann plötzlich ein Leguan aus dem Gebüsch kam und sich einen Kampf mit der Tigerschlange lieferte, standen uns die Münder offen. Wow, that’s wildlife! So schnell wie der Leguan gekommen war, war er auch wieder verschwunden. Die Schlange – offensichtlich verletzt – suchte ebenfalls das Weite. Eindrücklich…
Das Abenteuer war jedoch noch nicht vorbei, es fing erst richtig an! In Little Sahara kann man sandboarden. Auch das habe ich bereits in Neuseeland gemacht, jedoch liegend. Hier konnte man auch Bretter zum Stehen nehmen. Als (früher) leidenschaftliche Snowboarderin war das natürlich keine Frage! Ich muss jedoch sagen, dass Snowboarden deutlich einfacher ist als Sandboarden… Gibt man etwas zuviel Druck auf die Kanten fliegt man – und zwar kopfvoran in den Sand oder auf den Allerwertesten. Ein Video von meinem ersten Versuch findet man auf Facebook. Obwohl der Sand dann echt überall war, hatten wir viel Spass und genossen das nun plötzlich wieder sommerliche Wetter.
Bei einem kurzen Stopp gönnten wir uns auf einer Honigfarm eine Glace – natürlich mit Honig :) Lecker! Nun hiess es wieder zurückfahren, um die Fähre zu erwischen. Bei der Rückfahrt genoss ich die Sonne nochmals in vollen Zügen und versuchte den Tag Revue passieren zu lassen. Bei all den vielen Eindrücken und Erlebnissen jedoch gar nicht so einfach! Zurück in Adelaide hiess es erst Mal duschen und allen Sand loswerden, dann setzte ich mich wieder in den Aufenthaltsraum. Lex reist morgen leider ab, schade! Aber ich hab ja schon wieder viele andere Reisende kennengelernt, langweilig wird mir somit wohl nicht. Für die letzten drei Tage in Adelaide habe ich noch keine grossen Pläne, ich entscheide spontan, wonach mir ist. Auch schön!
Nun verabschiede ich mich aber definitiv für heute, mein grosses Bett ruft ;) See u in a bit!
30. November und 1. Dezember 2019
Kaum hatte ich meinen Blog hochgeladen, ist Folgendes passiert: Vis-à-vis sass eine junge Frau, die genüsslich Lindt-Schokolade ass. Ich musste lachen und sagte zu ihr „swiss chocolate is the best, right?“. Sie bejahte auf Englisch und ich fragte sie, von wo sie sei. Aus der Schweiz! Und so lernte ich Lex (Alexandra) kennen :)
Am Samstag genoss ich das Ausschlafen im Einzelzimmer. Irgendwann konnte ich mich dann aber doch aufraffen und ging zum Central Market – ein MUST in Adelaide. Dort werden vor allem frische Lebensmittel verkauft, man findet dort alles: Früchte, Gemüse, Fleisch, Fisch, Süssigkeiten und allerlei Spezialitäten. So schlenderte ich eine Weile durch die gut gefüllte Markthalle und bestaunte die farbenfrohe Pracht. Anschliessend kaufte ich Lebensmittel ein, da ich hier nun selbst koche. Zum Auftakt gab es Barilla Spaghetti und Salat – einfach, aber lecker! Am späteren Nachmittag lief ich durch die Stadt, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen. Adelaide ist riesig! Mir gefallen Städte, die überall schöne Parkanlagen haben und generell grün sind. Hier gibt es viele Parks, wo man sich die Zeit vertreiben kann. Im Memorial Drive Park gibt es diverse Kriegsdenkmäler, welche ich mir genauer angeschaut habe. Schon bei meiner letzten Australienreise ist mir aufgefallen, dass es hier unzählige Denkmäler gibt, welche für die Australier eine grosse Bedeutung haben.
Am Abend tranken Lex und ich gemütlich Apple Cider im Hostel, als wir von einigen Jungs aus England, Amerika und Kanada gefragt wurden, ob wir mit ihnen in den Ausgang gehen möchten. Warum nicht? So landeten wir in einem Club mit rooftop bar und tanzten die halbe Nacht. Das liebe ich so am Reisen: tolle Menschen kennenlernen, spontan etwas unternehmen & einfach das Leben geniessen! GENIAL! Und natürlich viele wunderschöne Orte entdecken ;)
Heute ist es stark bewölkt und sehr windig, genau das richtige Wetter für einen lazy Sunday. Also war wieder Ausschlafen angesagt, nach dieser Nacht sowieso… ;) Am Nachmittag brauchte ich etwas frische Luft und so lief ich wieder durch die Stadt, holte mir einen Kaffee und einen Donut und setzte mich in einen Park. Obwohl es extrem windig war, genoss ich diesen Moment der Ruhe. Allgemein liebe ich es hier rumzulaufen, Zeit für mich zu haben und meinen Gedanken nachzugehen. Schön, dass ich noch einige Tage hier bin und runterfahren kann. Das brauche ich, um die bisherigen Erlebnisse zu verarbeiten. Am Abend habe ich für Lex, Nick (Kanada) und mich gekocht und wir haben einen meiner Lieblingsfilme geschaut - Australia. Jetzt sitzen wir alle gemütlich im Aufenthaltsraum. Schön, wenn man immer mehr Menschen kennt, da fühlt man sich fast wie Zuhause. Morgen geht’s um 6 Uhr auf die nächste Tour und zwar für zwei Tage auf Kangaroo Island. Obwohl der Wetterbericht nicht so rosig aussieht, freue ich mich extrem darauf. Endlich wieder Kängurus sehen, ich liebe es! Ihr dürft euch also auf tolle Bilder freuen…
29. November 2019
Nun zu heute… Am Morgen um 5 klingelte der Wecker und ich machte mich auf den Weg zum Flughafen. Nach rund fünf Stunden Flug kam ich in Adelaide an. Obwohl ich mich erkundigt hatte, bereiteten mir die Busse etwas Mühe und ich stand hilflos mit Sack und Pack am Flughafen. Da die Australier äusserst hilfsbereit sind, sprach mich schon bald ein Chauffeur an und ich durfte gratis in die Stadt mitfahren. Hilflos sein zahlt sich manchmal aus ;)
Im Stadtzentrum lief ich zuerst in die falsche Richtung, weil ich die Offline-Karte noch nicht runtergeladen hatte. Mit rund 18 Kilo am Rücken und dem kleineren Rucksack vorne eine regelrechte Sportübung… Als ich es dann kapiert und das YHA Hostel gefunden hatte, war bereits früher Nachmittag. Hier habe ich ein gemütliches Einzelzimmer mit Etagendusche. Das Zimmer ist gross und sauber, was ich von den bisherigen Unterkünften überhaupt nicht immer behaupten kann. Deshalb freue ich mich, dass ich einige Nächte hier verbringe und hoffentlich etwas Schlaf nachholen kann. Das Hostel verfügt über eine gute WLAN-Verbindung, welche ich für den Blog oder zum Telefonieren nütze. Die Zeitverschiebung ist nun nur noch 9.5 Stunden. Wer mich also anrufen möchte, sollte das hier machen ;)
Ich habe zwar noch nicht viel von Adelaide gesehen (zu wenig Zeit und Regen), aber es gefällt mir schon gut. Besonders die schönen Gebäudemalereien faszinieren mich, welche man hier an jeder Ecke findet. Einige davon habe ich fotografiert. Die blühenden Jacaranda-Bäume leuchten jetzt im Frühling wunderschön in Violett. Das Stadtzentrum war heillos überlaufen, was vermutlich auch am Black Friday lag. Dafür konnte ich meine Trekkingschuhe gleich ersetzen, diese brauche ich schliesslich noch. Jetzt bin ich im Aufenthaltsraum des Hostels, höre Musik und schreibe. Lange bleibe ich vermutlich nicht alleine, denn als Alleinreisende wird man oft angesprochen oder ich quatsche selbst jemanden an, der mir sympathisch ist. Gut so, denn ich will auch weiterhin tolle Menschen kennenlernen :)
Fazit von heute: Neues Land, neues Abenteuer. Ich bin ready!