NEUSEELAND


28. November 2019

 

Bye bye New Zealand, hi Australia! Nun bin ich tatsächlich bereits in Australien, genauer gesagt in Adelaide. Kann es selbst noch gar nicht glauben… Die letzten beiden Tage waren sehr intensiv:

 

Nach einer weiteren praktisch schlaflosen Nacht (das Base backpacker ist wirklich extrem laut!) habe ich am Donnerstagmorgen mit Malou und Kayleigh – den letzten beiden der Stray family – eine Tour im Eden Park Stadium gemacht. Dort wird nebst Rugby auch Cricket oder Golf gespielt. Während der Führung gab es viele interessante Infos, vor allem zum Sport Nummer 1 in Neuseeland: Rugby! Die Nationalmannschaft All Blacks ist in ganz Neuseeland absolut hoch angesehen, bei meiner Reise habe ich überall Fahnen gesehen. Die All Blacks gelten als die beste Mannschaft der Welt und sind auch wegen des einschüchternden Haka (Tanz der Maori) bekannt. Wir konnten in die VIP-Lounges, den Medienraum und auch in die Umkleideräume der Mannschaft. Als die Führung offiziell beendet war und wir drei noch etwas ratlos rumstanden, fragte uns einer der Guides, ob wir ein Foto mit dem Pokal der Weltmeisterschaft machen möchten. Of course! 

 

Nachdem ich mich schweren Herzens von Malou und Kayleigh verabschiedet hatte, war Packen angesagt. Dabei stellte ich fest, dass meine Trekkingschuhe nicht mehr da waren! Ich hatte sie wie alle anderen auch aus dem Bus genommen und am Rucksack angeschnürt. Im Base hatte ich sie noch, das weiss ich genau. Ich vermute ehrlich gesagt, dass sie mir während des Eincheckens abhandengekommen sind. Hab gesucht und nachgefragt, aber sie blieben verschwunden… 

 

Den letzten Abend in Neuseeland verbrachte ich mit Maya, welche ich ja auf dem Flug nach Auckland kennengelernt hatte. Dank dem wertvollen Tipp von Fränzi genossen wir ein superfeines Essen im Restaurant 1947. Als ich dann auch Maya Tschüss sagen musste, fühlte sich das schon komisch an. Wir werden uns in der Schweiz bestimmt wiedersehen, hier bin ich nun aber plötzlich alleine unterwegs, daran muss ich mich erst gewöhnen.

 

Fazit von gestern: zu wenig Schlaf, zu viel gegessen und -1 Paar Wanderschuhe.

 

Der Blog zu Australien befindet sich im Register „Blog Australien“ - dort geht‘s natürlich weiter :)


25., 26. und 27. November 2019

 

Finally back in Auckland! Kann gar nicht glauben, dass meine Reise mit Stray nun offiziell vorbei ist… In den letzten Tagen konnten wir nochmal viel Tolles erleben, auch wenn wir uns jeden Abend von mehr Mitreisenden verabschieden mussten. So waren wir vorgestern nur noch zu acht unterwegs, als wir von Kaikoura der schönen Küstenstrasse entlang fuhren. Ein Gruppenbild am Strand durfte deshalb nicht fehlen. Anschliessend ging es schon wieder für 3.5 Stunden auf die Fähre von Picton nach Wellington. Dieses Mal war das Meer ruhig und niemand hatte Beschwerden. Das Wetter ist nun wieder besser, die Sonne wird immer stärker und so genossen wir das frühsommerliche Wetter auf dem Deck. Wegen der kalten Meeresbrise waren trotzdem noch winterliche Kleider angesagt, diese kann ich nun aber definitiv „wegräumen“ (sprich, ganz unten in meinen Rucksack packen – juhuuu). Nach einem etwas chaotischen Essen in Wellington, übernachteten wir erneut im Nomads. Diesmal war es glücklicherweise nicht mehr ganz so laut, dafür verirrte sich einer meiner Raumgefährten in der Tür und landete schlafwandelnd auf dem Korridor. Ups :)

 

Gestern war dann der grosse Tag der Rückreise. Unser erster Fahrer Seagul fuhr uns innert rund 10 Stunden von Wellington zurück nach Auckland. Da ich nicht schlafen konnte, habe ich mir einen Film angeschaut, Karten geschrieben (sorry, diese treffen wohl erst etwas später bei euch ein als geplant…), Musik gehört, gewhatsäpplet (gutes Wort, gell?) und die Landschaft genossen. Als wir wiederum in National Park Town vorbeifuhren, wurden Erinnerungen an die legendäre Nacht in der Schnapps Bar und die dort gemachten Bekanntschaften wach.

 

Gegen Abend kamen wir dann in Auckland an und nun bin ich wieder im Base backpackers. Hier habe ich seit einem Monat nun wieder ein Einzelzimmer und somit viiiiiel Platz. Es ist aber komisch plötzlich wieder alleine zu sein! Heute habe ich auch Eve und Max auf ein Cider getroffen. Schön, dass ihr hier seid! Seine Freunde am anderen Ende der Welt zu treffen ist etwas Besonderes. Danach ging ich nochmals mit meinen Freunden von Stray Essen und erneut mussten wir uns verabschieden – nun sind wir noch zu dritt…

 

Da das WiFi wieder Mal unglaublich schlecht ist, kann ich den Blog erst heute Morgen im Aufenthaltsraum hochladen. Dafür kann ich euch bereits vom tollen Tag mit Eve und Max erzählen. Am Morgen haben wir die Fähre nach Waiheke genommen, der grössten Insel vor Auckland. Dort gönnen wir uns zuerst Mal ein superleckeres Frühstück mit Blick aufs Meer. Danach fuhren wir mit dem Hop-on-hop-off-Bus weiter. Da wir uns auch etwas bewegen wollten, sind wir den Central Trail zum Strand hinunter gelaufen. Die Sonne beweist nun, wie stark sie ist und wir kamen ganz schön ins Schwitzen. Danach gönnten wir uns einen entspannten Nachmittag am Strand. Das Wasser war dieses Mal nicht a***kalt, sondern verhältnismässig angenehm. Die Sonnenstrahlen wärmten uns schnell und wir arbeiteten etwas an unserer „Sommerbräune“. Schliesslich wollen wir nicht gänzlich ungebräunt in die Schweiz zurückkehren ;) Ein schmackhaftes Abendessen am Hafen rundete diesen herrlichen Tag ab. Ich danke euch beiden für dieses schönen Tag und wünsche euch viele tolle Erlebnisse in Neuseeland. Hoffentlich verliebt ihr euch auch ein bisschen in dieses schöne Land!

 

Ich kann gar nicht glauben, dass nun schon der letzte Tag hier ist… Werde diesen nochmals so richtig geniessen, bevor es am Freitag nach Adelaide geht. Melde mich dann wieder aus Australien. Meinen Liebsten schicke ich eine herzliche Umarmung.


24. November 2019

 

Einige von euch haben wohl bemerkt, dass ich mit den Tagen etwas durcheinander geraten bin… Das passiert wohl, wenn man voll im Ferien-Modus angekommen ist und sich nicht mehr für Tage oder die Uhrzeit interessiert ;) 

 

In diesem Moment sitze ich wieder im Bus und fahre der Küstenstrasse von Kaikoura entlang. Heute ist es wieder richtig sonnig, das Meer tiefblau und auf den Steinen oder im Wasser entdecken wir immer wieder Robben. Bei einem kurzen Halt konnte ich einige Bilder schiessen. Nun fahren wir weiter nach Picton, von wo aus wir dann mit der Fähre wieder auf die Nordinsel fahren. Mehr dazu erzähle ich euch später.

 

Ich will euch unbedingt noch von gestern berichten – bin immer noch völlig aus dem Häuschen! Da etwas Spannung dazugehört, fange ich jedoch von vorne an… Am Morgen fuhr unser Stray-Bus von Hanmer Springs nach Kaikoura. Der Himmel war bedeckt und wir merkten bald, dass heute etwas anders ist als sonst. Tatsächlich ist der Rauch von den heftigen Waldbränden in Australien bis nach hierhin gewandert und überzieht nun die Landschaft. Dass man nicht mehr eine klare Sicht hatte, störte mich nicht, war ich in Gedanken nämlich in Australien. Die Situation scheint unter Kontrolle zu sein, trotzdem macht es mich traurig, wenn ich die Nachrichten dazu lese.

 

Kommen wir nun zum echten Highlight des Tages – nein, eher der bisherigen Reise (ich hab schon einige, ich weiss. Aber kann mich halt nicht entscheiden, was das Beste ist ;)). Kayleigh (GB) und ich haben uns fürs Whale Watching angemeldet. Die anderen verbliebenen sechs der Gruppe gingen fischen. Sicher auch super, aber wenn ich Wale und Delfine sehen kann, dann muss ich nicht lange überlegen! Nach einem Infofilm fuhren wir mit dem verhältnismässig grossen Boot aufs offene Meer hinaus. Die Warnung, dass man heute sehr leicht seekrank werden kann, war berechtigt. Ich war dankbar, dass ich eine Tablette genommen hatte, anderen ging es weniger gut… Schon bald durften wir aufs Deck und sahen eine Fontäne. Ein Pottwal! Und was für einer – der grösste und bekannteste hier. Sein Name ist Tiaki (Beschützer des Meeres in der Maori Sprache) und er wird auf 40 Jahre geschätzt. Er lebt jeweils einige Monate hier, zeigt sich jedoch unregelmässig. Wir hatten also Glück. Dem sanften Riesen zuzuschauen war magisch, Kayleigh und ich waren beide sprachlos.

 

Etwas später sahen wir plötzlich unzählige Dusky Dolphins (Schwarzdelfin). Die kleinen und wunderschön gezeichneten Tiere wirken richtig fröhlich, wenn sie im Wasser herumkurven und ihre Kunststücke vorführen. Einige haben Saltos hingelegt, was immer wieder für Lacher gesorgt hat. Der Captain schätzte die Anzahl auf rund 100 Tiere! WOW!

 

Ich dachte schon, dass es nicht mehr besser werden kann, bis wir auch noch Robben entdeckten. Immer wieder schön den teilweise richtigen Kolossen beim Posen oder Umherwatscheln zuzuschauen. 

 

Auch unsere Fischer waren erfolgreich und haben Crayfish (Flusskrebse) gefangen. Und was für welche! Im bekannten „Jerry’s House“ konnten wir die Tiere selbst kochen und zubereiten. Obwohl ich kein Fan von Meeresfrüchten etc. bin, war es echt intressant. Und ja, ich hab dann auch probiert und fand es ziemlich lecker. Der Wein war jedoch noch besser und es wurde ständig nachgefüllt ;) Als John Smith, welcher früher für die Queen gespielt hatte, auf seiner Geige unzählige Lieder spielte, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Es wurde getanzt, gesungen und viel gelacht. Toll, wie wir uns alle verstehen!

 

So lief unsere Truppe nach diesem gemütlichen Wine & Dine zurück in die Stadt. Dort fragte unser Fahrer Waka, ob wir unseren selbstgefangenen Fisch in einem Restaurant frittieren lassen können. Das ging dann auch tatsächlich und so sah man uns alle schmatzend und lachend Fish & Chips essen – wunderbar! Ach Leute, ich werde euch echt vermissen…

 


23. November 2019

 

Nachdem wir Christchurch nun schon wieder verlassen haben, sind wir nun in Hanmer Springs. Auch heute war wieder eine kurze Wanderung angesagt, was nach der Busfahrt zwar zuerst anstrengend ist, aber jedes Mal sehr gut tut. Vom Hügel aus hatten wir eine schöne Aussicht. Den Nachmittag verbrachten wir in den Hot Pools, einer tollen Badelandschaft in Hanmer Springs. Bei den rasanten Rutschpartien hatten wir besonders viel Spass, genossen aber auch die vielen unterschiedlich warmen Pools und die Sonne. Herrlich! Nach einem erneut sehr leckeren Essen – nun nur noch zu acht – sitzen wir jetzt gemütlich in unserer Unterkunft und lassen diesen tollen Tag mit einem Glas Wein und Gesprächen ausklingen…


21. und 22. November 2019

 

Time flies… Ich bin nun bereits in Christchurch und habe über 500 km zurückgelegt. Vor zwei Tagen genossen wir nochmals Queenstown und das gesellige (Nacht-)Leben dort. Gestern verliesen wir das wunderschöne Queenstown und fuhren zum Laka Wanaka. Dort konnten wir entlang des Sees biken, was mir natürlich besonders gefiel. Wie ich das Biken vermisst habe! Die Bewegung und frische Luft tat allen gut und wir hatten viel Spass. Schon in Wanaka sah man die imposanten Berge, wir Schweizer waren aber deutlich weniger beeindruckt als andere (ihr hättet mal die Engländer oder Holländer sehen sollen ;)). Wanaka hat mir aber sehr gut gefallen! Nach einem kurzen Abstecher in einen Rosengarten fuhren wir Richtung Mount Cook und damit in die Alpen. Wow, nun war auch ich beeindruckt, wie sich die Berge dort aneinanderreihen und sich wunderbar in die Landschaft einfügen. Die tiefblauen Seen machen die Gegend noch einzigartiger. Besonders Lake Pukaki hat es mir angetan, da er bei Sonnenschein richtig hellblau strahlt. Nach einem steilen Aufstieg konnten wir die Aussicht in vollen Zügen geniessen und sahen auch den schönen Gletschersee. Die Nacht verbrachten wir in der Alpine Lodge in Aoraki Mount Cook Village. Schöner Ort so inmitten der Berge!

 

Heute fuhren zuerst nochmals dem Lake Pukaki entlang weiter zum Lake Tekapo. Auch dieser See ist wunderschön und die wunderschönen Lupien blühen aktuell in voller Pracht. Die Church of the Good Shepherd steht etwas erhöht und verleiht dem Ort einen besonderen Touch (leider hatte es dort auch entsprechend viele Touristen…). Die ganze Region ist übrigens auch bekannt für Merino – während meiner Reise meine liebsten Kleider. 

 

Anschliessend fuhren wir nach Christchurch, welches die grösste Stadt der Südinsel ist. Die Auswirkungen des Erdbebens von 2011 ist immer noch ersichtlich, so wurde zum Beispiel die Kirche noch nicht wieder aufgebaut. Auch sonst scheint die Stadt wegen dem Erdbeben viel verloren zu haben, für mich persönlich fehlt der Charme. Es gibt einige schöne Passagen, ansonsten gefällt mir Christchurch aber ehrlich gesagt nicht besonders. Aber das macht nichts, ich bin ja nur einen Tag hier.

 

Nun kommen wir zum traurigen Teil der letzten Tage… Heute war grosser Abschiedstag! Viele verliesen uns in Christchurch und nach einem letzten gemeinsamen Abendessen musste man sich verabschieden. Ganz ehrlich, auch bei mir sind Tränen geflossen… Ich habe alle so sehr ins Herz geschlossen und einige werde ich ganz schön vermissen! Ja, ich meine vor allem euch Deutschen, ihr die mich immer wegen meinem Schweizerdeutsch auslacht ;) Julia und Celine, unsere gemeinsamen Stunden werden mir echt fehlen! Gut, dass wir bereits Daten für ein Revival abgemacht haben – kann es kaum erwarten! Auch mit den beiden Jungs Michael (Schweizer) und Diego (Mexikaner) hatte ich eine super Zeit, Danke euch. Auch die verrückten Engländerinnen und Amerikanerinnen werden mir fehlen, mit euch wurde es nie langweilig ;) 

 

Ich habe während meiner bisherigen Reise schon so viele tolle Menschen kennengelernt und einige haben sich innert Stunden, Tagen oder Wochen einen Platz in meinem Herzen erobert. Ich danke euch für die gemeinsamen Erlebnisse und die wunderbare Zeit und wünsche euch allen nur das Allerbeste. Und vergesst nicht, man sieht sich immer zweimal im Leben – hoffentlich :)

 

Nun will ich die letzten Tage in Neuseeland noch so richtig geniessen und freue mich auf alles, was noch kommt. New Zealand, I love you more and more…


18., 19. und 20. November 2019


So, da bin ich wieder :) Wie schnell doch die Zeit vergeht… Erst noch hab ich geschrieben, dass wir jetzt auf die overnight cruise gehen und schon sind drei Tage vorbei. Ich starte mit einigen Facts über Doubtful Sound: Doubtful Sound befindet sich im Fiordland Nationalpark. Man nennt es auch „Ort der Stille“, was absolut zutrifft. Der britische Seefahrer James Cook erkundete den riesigen Meeresarm bereits 1770. Man vermutet, dass die Maori den Ort bereits früher entdeckt hatten, jedoch nicht bewohnten. 

 

Zuerst fährt man mit einem Transferschiff rund eine Stunde über den Lake Manapouri. Anschliessend wechselt man in einen Bus, der über eine steile Passstrasse fährt. 72 Passagiere checkten auf dem Schiff ein und verbrachten rund 20 Stunden auf dem Wasser. Doubtful Sound hat durchschnittlich 220 Regentage, was schon ziemlich viel aussagt… Es hat dann auch tatsächlich viel geregnet, wobei der kalte Wind für mich das grössere Problem darstellte. Da ich nun auch etwas angeschlagen bin, konnte ich kaum länger als einige Minuten auf dem Deck stehen. Brrrr! Einige von uns gingen gar nie raus, ich hielt mich also wacker auf den Beinen ;) Die Crew hat einen tollen Job gemacht und uns mit interessanten Facts unterhalten, superleckeres Essen zubereitet und war auch sonst immer für unser Wohl besorgt. Als wir die offene See erreichten, schaukelte das Schiff so sehr, dass wieder einige seekrank wurden. Ich dieses Mal glücklicherweise nicht, aber ich sag euch was: So wie man bei starkem Wellengang auf dem Deck herumläuft, so betrunken kann man gar nicht sein! Das sah echt witzig aus ;) Und die Fahrt lohnte sich alle Mal, denn dort draussen leben viele Robben und die nur dort lebenden Fiordland Crested Penguin (Dickschnabelpinguin). Auf den Bildern sind sie etwas schwer zu erkennen, aber sie sind es ;) Delfine sahen wir leider keine.

 

Abends ging ich nochmals etwas länger aufs Deck. Es ist wirklich unglaublich still und man sieht nichts ausser Fiorde und Wasser. Ich geniesse solche Momente der Ruhe immer sehr und denke dann gerne darüber nach, was ich bereits alles erleben durfte und wie gut es mir geht. Sollten wir mehr machen im Alltag…

 

Wir alle schliefen trotz den kleinen Betten tief und fest und freuten uns, dass sich die Sonne langsam wieder hervor wagte. Doubtful Sound ist generell ein magischer Ort und der Nebel und die Wolken machen ihn geradezu mystisch. Wenn die Sonne dazukommt und man plötzlich die ganze Pracht der Fiorde sieht, dann ist man regelrecht verzaubert. Wunderschöner Ort! 

 

Während der Passfahrt zurück hat es so heftig geschneit, dass einige meiner Mitreisenden beinahe ausgeflippt sind. Ich musste so lachen!

 

Wieder an Land fuhren wir mit dem Bus Richtung Queenstown, wo wir nun einige Tage verbringen. Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich bin, dass wir mal 3 Nächte am gleichen Ort haben! Obwohl mir das backpacker Leben nichts ausmacht, ist es dennoch toll, wenn man NICHT JEDEN TAG packen muss. Ich hab meine Sachen sogar in den Schrank geräumt, das hat sich toll angefühlt ;) Leider regnet es auch in Queenstown viel resp. das Wetter ist unglaublich wechselhaft. In einer Minute schüttet es und dann scheint die Sonne wieder. Glücklicherweise gingen wir am Vormittag mit der Gondel auf einen Hügel und genossen die fantastische Aussicht über Queenstown. Die Bergspitzen sind mit Puder überzogen und die Farbe des Lake Wakatipu ist wie aus dem Bilderbuch. Es erinnert mich sehr an die Schweiz und fühlt sich tatsächtlich etwas wie Heimat an – Queenstown, du bist toll! Ah ja, und das Essen erst! Am ersten Abend gönnten wir uns das teuerste Restaurant der Stadt und es war definitiv sein Geld wert: Chicken Ceasar Salad, Crispy Potatoes, a Glas of Rioja & a fancy Chocolate Fondant with Strawberry Icecream. Oh my Goodness! Auch die anderen Tage haben wir superlecker gegessen (Thai, Sushi und Burger von Fergburger – bekannt als die besten der Welt) oder schaut euch mal das tolle Cheesecake an. Gut, dass ich nun doch wieder viel Bewegung habe und mir keine Sorgen machen muss, dass ich nicht mehr in meine Kleider passe ;)

 

Wisst ihr, was ich echt toll finde? Auch nach drei Wochen verstehen sich immer noch alle grossartig und so verbrachten wir den ganzen Abend zusammen im Pub und später in der Cowboy Bar. Es macht unglaublich viel Spass gemeinsam unterwegs zu sein, zu lachen und einfach eine gute Zeit zu haben. Ich weiss jetzt schon, dass ich viele meiner Mitreisenden vermissen werde… 

 

Heute Morgen konnten wir dann die zuerst abgesagte Jetboat Tour nachholen. Läck, das war aber rasant! Mit bis zu 90 km/h sind wir über den Lake Wakatipu gerast und anschliessend über die beiden Flüsse Kawarau und Shotover. Einigen tat die frische Luft gut, anderen wurde es von den vielen Drehungen (wieder) schwindlig. Aber hey, es hat sooo Spass gemacht! Den Rest des Tages verbringen wir gemütlich mit Bummeln und Schläfchen, so soll es ja schliesslich sein in den Ferien, oder? Noch sechs Tage, bevor ich wieder zurück in Auckland bin und Eve und Max sehe – freue mich! Nun geniesse ich aber zuerst noch einige Stunden in Queenstown, bis bald meine Lieben.

16. und 17. November 2019

 

I’m on the road again! Auf der Südinsel verbringen wir viel Zeit im Bus, weil wir grosse Distanzen hinlegen. Die Fahrten sind jetzt aber weniger kurvenreich und die Aussicht verändert sich ständig. Was immer gleich ist, sind die Schafe ;) Es hat Millionen! Lustigerweise fällt mir aber erst jetzt auf, wie viele kleine Schäfchen es dabei hat. Echt süss. Zwischendurch sieht man aber auch Rehe und Hirsche, die hier ebenfalls häufig gehalten werden. Wie weiter südlich wir fahren, desto mehr gleicht die Landschaft der Schweiz. Man sieht tiefblaue Seen, dichtbewachsene Wälder mit Tannen und Föhren sowie schneebedeckte Berge. Nachdem es nun zwei Tage praktisch durchgehend geregnet (was sag ich, es hat aus Kübeln geschüttet!), ist das Wetter heute echt versöhnlich. Wegen der langen Reise standen wir bereits um 5 Uhr auf und fuhren von Makarora Richtung Cromwell und Doubtful Sound. Wanaka haben wir nur beim Durchfahren gesehen. Auf Doubtful Sound freue ich mich ganz besonders, weil es unglaublich schön sein soll. Wir machen wieder eine Kajaktour und verbringen die Nacht auf dem Boot, yes! Obwohl die Sonne scheint ist es nun ziemlich kalt und ein eisiger Wind weht, da braucht es einige Kleiderschichten mehr… Das Wetter ist mir jedoch ziemlich egal, man kann es ja sowieso nicht ändern, nicht wahr?

 

Nun erzähle ich euch noch von gestern: Leider sind wegen des schlechten Wetters alle Ausflüge ins Wasser gefallen. Keine Jetboot Tour und kein Bild vom meistfotografierten See in Neuseeland, Lake Matheson. Schade! Aber ein Grund mehr für mich, nochmals hierhin zu kommen ;) Was mich aber wirklich beeindruckt hat, sind die vielen Seen, und Flüsse und Wasserfälle hier. Zeitweise schien es so, als ob wir alle hundert Meter entweder einen Fluss überqueren oder neben einem Wasserfall vorbeifahren. Als Gwundernase hab ich gegoogelt und herausgefunden, dass es insgesamt 775 Seen in ganz Neuseeland gibt. Die Anzahl der Flüsse und Wasserfälle ist leider nicht bekannt, aber es sind zahlreiche! Aktuell haben viele Flüsse Hochwasser und auch unzählige Felder sind überflutet. Diese Region hier ist regenreich, was wir zu spüren bekommen.

 

So, bald geht’s auf das Boot und ich hab keine Zeit mehr zum Schreiben. Und Wifi gibt es wohl auch wieder nicht. Mehr Bilder folgen!

 


15. November 2019

 

Ja, die Hoffnung stirbt tatsächlich zuletzt! Nachdem wir heute Morgen fünf Mal vergeblich nach einem Flug gefragt und uns bereits damit abgefunden hatten, dass auch dieses Highlight nicht stattfinden wird, erhielten wir plötzlich die Nachricht, dass es noch Rundflüge gibt. Das ist zwar nicht vergleichbar mit dem heli hike, aber da ich mich sooo auf meinen ersten Heliflug gefreut hatte, was mir das ziemlich egal. Also rannten Malou (auch aus Holland) und ich buchstäblich zum Landeplatz und erwischten den nächsten Flug (und wohl den letzten). Während rund 30 Minuten flogen wir zu den zwei Gletschern Franz Josef & Fox Glacier und hatten trotz Wolken eine wunderbare Aussicht. Wieder ein Moment, der mich sprachlos werden liess (und das heisst ja echt was bei mir, nicht wahr? :)). Es war soooo toll!!! Leider kann ich hier keine Videos reinstellen, ich zeig es euch dann gerne wenn ich wieder Zuhause bin. Aber das dauert ja noch 8 Wochen ;)

 

Nach dem aufregenden Heliflug gingen wir in die hot pools und entspannten uns. Jetzt regnet es wieder und ich freue mich auf das Znacht in gemütlichen Restaurant. Einige von uns sind immer noch krank, mir geht es glücklicherweise wieder ganz gut und ich geniesse nun wieder jeden Moment meines Abenteuers! Meiner Familie schicke ich ganz viel Liebe und Zuversicht – ich bin in Gedanken bei euch! 


13. und 14. November 2019


Mit dem Aquataxi fuhren wir im Affenzahn übers Meer – herrlich! Unterwegs konnten wir Vögel und Robben beobachten und fuhren anschliessend zu einem tollen Strand. Einmal mehr wagten sich nur die ganz Mutigen ins kalte Meer, also nur ich ;) Nach etwas Turnübungen und Ausspannen am Strand machten wir uns auf den Rückweg. Während fast vier Stunden ging es zuerst ziemlich steil nach oben, von wo aus man einen tollen Blick auf die Küste hatte. Anschliessend ging’s durch einen längeren Waldweg, zwischendurch konnte man immer wieder die Aussicht geniessen. Als sich plötzlich etwas scheinbar Grosses im Gebüsch bewegte und komische Geräusche von sich gab, trauten wir uns zuerst nicht weiter. Es stellte sich dann aber heraus, dass es sich um eine grosse Ente handelte und lachend liefen wir weiter. Dieses Mal war ich mit der Holländerin Wendy unterwegs und hab die ganze Zeit nur Englisch gesprochen, was wirklich gut war. Ich spreche zwar schon mehrheitlich Englisch hier, zwischendurch aber auch Deutsch oder neu halt auch Schweizerdeutsch. Etwas müde, aber glücklich kamen wir wieder beim absolut coolen Camp „The Barn“ an. Es wurde draussen in den Hängematten gechillt, Pool gespielt oder einfach im Aufenthaltsraum geplappert. Tolle Unterkunft! Nachts zog dann ein starkes Gewitter heran und die meisten konnten wegen des Regens und Windes nicht gut schlafen. Heute Morgen sah man dann auch das Ausmass, das Camp war teilweise überschwemmt und einiges war umgefallen. Leider sind einige von uns nun auch krank und jemand musste die Tour nun sogar abbrechen. Mir selbst ging es heute auch nicht so gut, ich fühlte mich sehr schlapp, hatte Kopfschmerzen und konnte kaum im Bus sitzen. Das war doof, denn heute sassen wir fast 9 Stunden im Bus… Von Abel Tasman bis Franz Josef sind es 480 Kilometer. Und zwar nicht schön der Küste entlang, sondern grösstenteils über äusserst kurvige Strassen. Da sind Schweizer Passstrassen nix dagegen! Gott sei Dank wurde mir nicht auch noch schlecht und ich konnte Musik hören und dösen. 

 

Unterwegs schauten wir uns die Pancake Rocks an und ich konnte tolle Bilder schiessen. Dort war es sonnig, kurze Zeit später war es wieder sehr windig und regnete. Das Wetter hier ist sogar wechselhafter als in England! In Greymouth sind nochmals drei Personen zu unserer Gruppe gestossen und aktuell sind wir 21. Nun werden es aber ständig weniger, zurück nach Auckland fahren nur sechs von uns. Für morgen habe ich einen heli hike (Helikopterflug inkl. Wanderung) auf den Franz Josef Gletscher gebucht. Leider ist die Wettervorhersage nicht so gut und es kann sein, dass auch das zweite Highlight (erstes war Tongariro Alpine Crossing) abgesagt werden muss. Das macht mich etwas traurig, weil ich mich unglaublich fest darauf gefreut habe. Bitte drückt mir die Daumen, dass es doch klappt… Die Hoffnung stirbt zuletzt!


12. November 2019


Neuseeland, du hast mein Herz schon erobert und ich weiss gar nicht, was du mir noch alles zu bieten hast! :) Ich wusste ja von diversen Erzählungen und Recherchen, dass es hier sehr schön sein soll. Dass es mich aber so umhauen würde, wie es mir meine geliebte Schwester prophezeit hatte, das hielt ich für unwahrscheinlich. Nun ja, du hattest Recht! Unglaublich, was ich hier in dieser kurzen Zeit schon erleben durfte und was ich sicherlich noch erleben werde… Can’t wait!

 

Die Hauptstadt Wellington gefiel mir ziemlich gut und hat schöne Cafes und Restaurants mit leckerem Essen. Ich freue mich schon darauf, dass wir auf der Rückreise nach Auckland nochmals Halt machen. Das Backpacker war zwar sauber, aber als ich im Bett lag, dachte ich echt, dass ich mitten im Club stehe. Ich hörte das Gelächter und konnte den Beat der Musik hören sowie spüren. Aber so ist das halt in Backpackers, grundsätzlich macht mir das nichts aus. Ich bin schliesslich nicht zum Schlafen hier, nicht wahr? ;)

 

Früh morgens ging es direkt auf die Fähre, welche uns zur Südinsel bringen sollte. Die erste Stunde war schrecklich, praktisch alle wurden seekrank und einige mussten sogar die Fische füttern… Mir ging es glücklicherweise bald wieder besser, vor allem wie näher wir der Südinsel kamen. Jesses, so was Schönes gibt es ja gar nicht! Die rund eineinhalbstündige Fahrt durch die Meeresarme liesen mein Herz höher schlagen und ich konnte mich gar nicht satt sehen. Hier verzichte ich nun auf eine detaillierte Beschreibung, schaut euch einfach die Bilder an. WOW! Als plötzlich sogar noch Delfine und Robben an uns vorbeischwammen, war ich komplett hin und weg. Jemand sagte mir, dass er noch selten einen so glücklichen Menschen gesehen hätte. Ja, das hat wohl was :)

 

Nachdem wir in Picton angelegt hatten, fuhren wir via Nelson zum Abel Tasman National Park. Zuerst machten wir aber noch Halt für ein wine tasting (Weindegustation). Die anschliessende Fahrt dauerte lange, unterwegs wechselte sich die Lanschaft aber ständig ab und so fuhren wir durch hellgrüne Ebenen mit Dörfern und durch kurvige und steile Passstrassen mit dichtem Bush. Auch das Wetter ändert sich ständig, heute hatten wir von starkem Wind über Regen bis Sonnenschein alles. Neuseeland, mit dir wird es echt nie langweilig ;) 

 

In Abel Tasman haben wir direkt den sehr flachen und von Ebbe und Flut gezeichneten Strand ausgekundschaftet. Morgen geht es dann mit dem Aquataxi (Boot) auf einen Ausflug und anschliessend laufen wir zurück – wieder ein Erlebnis genau nach meinem Geschmack! Heute Abend hat uns unser neuer Fahrer Waka ein feines Barbecue gekocht und anschliessend wurde noch viel gequatscht und gelacht. Heute haben uns vier Personen verlassen und drei neue sind dazukommen. Aktuell sind die Sprachen wieder ausgeglichen (England vs. Deutschland/Schweiz) und es ist echt toll, wie gut sich alle verstehen. Heute Abend mussten wir derart lachen, dass wir beinahe aus dem Bett gefallen wären. Das Abenteuer kann also weitergehen – und ich mittendrin! :)


10. und 11. November 2019


Was für zwei Tage! Ich muss immer noch lachen, wenn ich zurückdenke. Eigentlich dachte ich ja, dass es einen gemütlichen Abend gibt. Nun ja, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt ;) Einige von uns (sprich die Deutschsprechenden) gingen in die „Schnapps Bar“ mit der Absicht, EINS zu trinken. Am Anfang haben wir gemütlich Pool (Billard) gespielt und uns mit der Jukebox beschäftigt. Die deutschen Madl kamen dann auf die Idee Tequilla zu bestellen. Spätestens als wir dann noch zwei Amerikaner (aus der U.S. Army)  kennengelernt haben, ging die Party so richtig ab. Ich als anständiges Schweizer Mädchen hab natürlich keine Shots getrunken (echt nicht!) und blieb bei Bier und Wein. Ich muss euch wohl nicht erklären, wem es heute besser ging ;) Einige von uns sind jetzt noch ganz weiss im Gesicht und während der Busfahrt gab es unfreiwillige Stopps. Aber ganz ehrlich, es war ein genialer Abend und wir hatten einfach eine tolle Zeit zusammen! 

 

Als wir zum Hotel zurückkehrten, sahen wir schon von Weitem die fire guards (Feuerwehr) und dass alle Gäste draussen stehen. Ziemlich erschrocken stellten wir uns dann dazu und warteten ab, was passiert. Es war jedoch ein Fehlalarm und kurze Zeit später konnten wir in unsere Zimmer. Eine Person hat den Alarm nicht gehört und hat tief und fest weitergeschlafen… Was für eine Nacht! :)

 

Nachdem wir etwas ausschlafen konnten (einige haben das echt gebraucht!) fuhren wir zuerst zum Wasserfall Tawhai Falls (auch Gollums Pool genannt, wegen der bekannten Szene aus Herr der Ringe. Natürlich schaut es in Realität ganz anders aus, bei Regen sowieso. Anschliessend fuhren wir rund zwei Stunden durch die wunderschöne Landschaft. Ihr könnt euch das wie folgt vorstellen: Quer durch regenwaldähnliche Wälder, vorbei an saftig grünen Wiesen mit weidenden Schafen, über tiefe Schluchten mit eindrücklichen Felsformationen und über holprige Strassen, bei denen man nicht sieht, was gleich um die Ecke kommt. Unterwegs entdeckt man immer wieder Hasen oder Enten und die Vögel fliegen manchmal direkt neben dem Bus her und scheinen uns etwas Gesellschaft zu leisten. Mir gefällt es derart gut, dass ich ständig aus dem Fenster schaue und die Fahrt richtig geniesse. Hab ich dazu noch meine Köpfhörer auf und höre gute Musik ist es absolut entspannend. Ich könnt mich echt daran gewöhnen! ;)

 

Jetzt sitze ich auf der Terrasse einer Lodge in Blue Duck Station. Ich beschreib euch mal die Aussicht: Unter mir schlängelt sich ein Fluss durch die wilde Landschaft. Aktuell ist er grün-bräunlich gefärbt, weil es heute geregnet hat. Ich höre die Vögel singen und sehe ganz verschiedene der kleinen Tiere vorbeifliegen. Einige sind direkt vor mir und scheinen sich einen Spass daraus zu machen sich gegenseitig zu pieksen. Oberhalb des Flusses sehe ich einen grossen Wald, der dicht bewachsen ist. Die grossen Farne bringen mit ihrer hellgrünen Farbe einen tollen Konstrast rein. Im obersten Teil des Waldes hat es Nebel, der sich sanft um die Bäume legt und dem ganzen etwas Mystisches gibt. Der Himmel ist wolkenbedeckt, einige Sonnenstrahlen finden aber ihren Weg durch die dicken weissen Riesen. Ganz ehrlich, ich kann mich gar nicht satt sehen! Leider lässt sich das auf Fotos nicht so festhalten, aber ich hab’s immerhin versucht…

 

Nun aber genug von der Aussicht. Ich will euch ja auch noch von der grossartigen Bush Safari erzählen: Mit dem Quad fuhren wir über holprige Strassen entlang des Flusses. Unterwegs machten wir immer wieder Halt, schauten uns um und erhielten interessante Erklärungen zu den Pflanzen, den Tieren und zur Geschichte. Wer mich kennt weiss, dass das genau mein Ding ist. Etwas Action gemischt mit Informationen und vor allem ganz viel Spass! Die Tour hat mir echt gefallen und der Regen war mir sowas von egal – im Gegenteil, es hat dem Ganzen einen besonderen Touch verliehen und ich werde mich bestimmt lange daran zurück erinnern. Heute Abend gibt es auf der anderen Flussseite ein Ziegen-Curry  und dann wohl noch gemütliches Beisammensein in unserer Lodge. Ich bin gespannt, ob wir auf dem Rückweg die angekündigten Glühwürmchen sehen oder vielleicht sogar einen Kiwi? Das wär toll und man soll ja immer optimistisch bleiben, nicht wahr? J

 

Da ich jetzt bereits in Wellington bin und wieder Empfang hab, schreibe ich dieses Blog direkt fertig. Also, das Ziegen-Curry war echt lecker und wir haben tatsächlich glow worms (Glühwürmchen) gesehen, obwohl es stark geregnet hat beim Zurücklaufen. Die Nacht war leider weniger gut, die meisten von uns konnten wegen des Regens nicht gut schlafen. Das konnte man aber dann im Bus nachholen, denn heute haben wir rund 400 Kilometer zurückgelegt – phuu! Die Unterkunft heute ein Nomads Backpacker, aber dieses Mal glücklicherweise ein sauberes und renoviertes. Nun noch gemütlich Abendessen, bevor uns dann morgen wieder einige der Truppe verlassen und wir einen neuen Fahrer kriegen. Morgen geht es auch schon auf die Südinsel, die ja noch schöner sein soll. Ich find’s ja jetzt schon extrem toll und bin gespannt, was die Südinsel Tolles zu bieten hat. Bis bald meine Lieben und danke für die Einträge im Gästebuch, welche mich immer freuen! :)


9. November 2019


Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch seit Tagen wie verrückt auf etwas freut und richtig kribbelig seid? So ging es mir. Und dann erfährt ihr, dass das, worauf ihr euch so gefreut habt, wegen schlechtem Wetter abgesagt werden muss? So ging es mir auch. What a shame! Das Tangariro Alpine Crossing fiel somit wortwörtlich ins Wasser… Aber so ist das Leben, nicht wahr? Als Optimistin hab ich mich dann einfach über die zweistündige Wanderung gefreut, die wir trotz etwas Regen machen konnten. Obwohl wir praktisch nichts sehen konnten, tat es gut, sich zu bewegen und an der frischen Luft zu sein. Ausserdem war die Stimmung wie immer gut, was für das Zusammenleben der Gruppe echt wichtig ist. Jetzt sind wir in einem gemütlichen Hotel im Dörfchen mit dem passenden Namen National Park und verbringen einige entspannte Stunden. Bald hüpfe ich einen der Whirlpools – genau das Richtige bei diesem Wetter. Wandern kann ich ja auch in der Schweiz wieder – spätestens im Sommer ;) Wir sind sowieso bereits am Pläne schmieden für eine kleine Europatour. Wär schon toll! Mal schauen, was daraus wird…

 

Morgen geht’s weiter zur Blue Duck Station. Was wir dort alles erleben, erzähle ich euch dann im nächsten Blog. Dieser kommt wohl erst in zwei Tagen, weil man dort keinen Empfang hat. Ihr müsst euch also etwas gedulden, dafür gibt’s dann sicherlich wieder Spannendes zu berichten und zu zeigen. Bis dann und liebe Grüsse vom anderen Ende der Welt…


8. November 2019


Rotorua ist eine Stadt mit rund 70‘000 Einwohnern. Bekannt ist Rotorua vor allem wegen der geothermischen Aktivität (ja, es stinkt ein bisschen hier…) und der reichen Maori-Kultur. Beides durfte ich gestern und heute kennenlernen. Fangen wir mal mit den Maori an: Im Tamaki Maori Village kann man die Maorikultur erleben. Natürlich ist es nur gespielt, trotzdem erhält man einen guten Eindruck und was für mich noch wichtiger ist – man hört ihre Geschichten. Ich war beeindruckt, wie die Maori zu ihrer Herkunft stehen (Anmerkung: Man sagt, dass sie von einem Land namens Hawaiki kommen. Auch andere polynesische Kulturen sehen ihren Ursprung dort.) und ihre Kultur bis heute weiterlebt. Ihre Tatoos und Kleider sind hübsch und abschreckend zugleich. Der heute weltbekannte Haka Tanz ist eindrücklich und allemal sehenswert. Auch das traditionell in der Erde gekochte Essen war wirklich lecker. 

 

Nun zur Geothermie an: In und um Rotorua gibt es zahlreiche Blasen werfende Löcher – meist Schlammlöcher – und Geysire. Des Weiteren gibt es einen gleichnamigen See, in dem jedoch keine Fische überleben können. Läuft man durch die Stadt, dann hört man es immer wieder blubbern und ab und zu schwappt eine „Welle fauler Eier“ zu einem herüber – man gewöhnt sich dran! :) Im etwa 30 Minuten entfernten Wai-O-Tapu kann man die grossen Geysire bestaunen. Am bekanntesten ist Lady Knox, welche alle 48 Stunden aktiv ist. Damit die Zuschauer täglich etwas zu sehen haben, wird sie jedoch auch an den schlafenden Tagen geweckt, in dem man eine Flüssigkeit runterlässt, die sie dann in hohem Bogen raussprudelt. Man weiss nie genau, wie lange Lady Knox sprudelt, heute war es ungefähr eine Minute. Läuft man weiter durch den Park, dann kommt man an verschiedenen Löchern mit den unterschiedlichsten Inhalten vorbei. Von ölähnlichen Substanzen bis hin zu einem giftigen grün gibt es alles. Der Champage Pool ist wegen seiner rot-blauen Farbe ebenfalls sehr bekannt. Mir gefiel der Rundgang sehr und ich bin froh, hab ich diese Tour zusätzlich gebucht. 

 

Am Nachmittag fuhren einige von uns direkt nach Hobbiton. Einigen von euch wird das nichts sagen, aber ihr kennt bestimmt alle die Filme „Herr der Ringe“, oder? Hobbiton gehört zur Ortschaft Matamata und wurde extra für die Triologie der oben genannten Filme gebaut. Heute ist es eine Touristenattraktion und zuerst war ich skeptisch, ob es mir gefallen würde. Ich mag die Filme durchaus, bin aber grundsätzlich kein Fan von Fantasy. Nun ja, ich drück’s mal so aus: Es lohnt sich! Die Landschaft dort hat schon fast was Magisches, die kleinen Häuser bestechen durch liebevolle Details und die Tourguides erzählen spannende Geschichten über die Entstehung des Dorfes und Einzelheiten der Filme. Wusstet ihr zum Beispiel, dass alles in zweifacher Ausführung gemacht wurde? Einmal für die grossgewachsenen Rollen wie Gandalf und einmal für die kleinen Darsteller wie Bilbo? Je nach Szene resp. Darsteller wurde eine Ausführung der Requisiten gewählt. Beim zweistündigen Rundgang konnte man allerlei entdecken und natürlich viele Fotos schiessen. Für meinen Geschmack war es etwas überlaufen, die Touren sind jedoch sehr gut organisiert und man kriegt definitiv was für sein Geld. Am Abend gab es wieder leckeres Sushi, mmmh. Nun sitze ich im Motel, geniesse etwas Karin-Zeit und schreibe meinen Blog. Fazit: War ein toller Tag mit erneut vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen! Wenn ihr mich fragt, kann es gerne so weitergehen... :)

 

Morgen Samstag steht ein absolutes Highlight an: Tangariro Alpine Crossing! Man sagt, dass dies eine der weltwelt schönsten Wanderung sei… Die Erwartungen sind somit sehr hoch, vor allem für mich als Schweizerin ;) Leider soll es morgen regnen, aber wie sagt man so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Ich freue mich sehr, will die kalkulierten 8 Stunden aber nicht unterschätzen und gehe deshalb jetzt in die Federn… Der Wecker klingelt schliesslich bereits um 4.00 Uhr wieder. See u!

 


7. November 2019


Nachdem wieder alles im Rucksack verstaut war (find ich ziemlich anstregend, aber das scheint allen so zu gehen…), fuhren wir zum Hot Water Beach. Wie der Name schon sagt, gibt es dort warme Quellen. Was heisst warm, einige waren extrem heiss! Da ich diese Temperaturen nicht so gut vertrage, liess ich es diesmal sein mit Baden. Die Jungs genossen das „Sändele“ noch mehr als das Baden und wir Mädels machten Fotos vom Strand ;) Jetzt sitze ich im Bus und schreibe am Blog – nun hab ich ja Zeit… Nächster Halt ist in Rotorua, wo wir die sprudelnden Geysire anschauen werden. Heute sind wir für zwei Nächte in einem Motel unterbracht, darauf freue ich mich! Endlich etwas mehr Platz zur Verfügung, die Betten sind hoffentlich bequemer und es ist ruhiger als im Backpacker. Das Wetterglück ist immer noch auf unserer Seite und auch heute geniessen wir die ersten Sommertage in Neuseeland mit rund 25 Grad. Ich sende euch deshalb ganz viel Sonne in die Schweiz – bis bald!

 


6. November 2019


Was ich hier in kürzester Zeit erlebe, kann ich kaum in Worte fassen… Ich wusste ja, dass wir mit einem ziemlichen Tempo unterwegs sind und praktisch täglich weiterfahren. Dass ich jedoch so viele wunderschöne Orte auskundschaften kann, immer wieder neue interessante Menschen kennenlerne, stundenlang lachen kann und sogar die teilweise etwas längeren Busfahrten etwas Bereicherndes haben, dachte ich nicht. Es fühlt sich toll an „on the road“ zu sein – ein Gefühl von Freiheit! Durch die vorgeplante Reiseroute bin ich zwar nicht so flexibel und manchmal wünsche ich mir, dass ich einige Stunden oder gar Tage länger bleiben könnte. Dafür kann ich einfach in den Bus steigen, hab bereits Freundschaften geknüpft und kann es schlicht und einfach geniessen. Für mich als Alleinreisende ist es sehr entspannt, da ich mich um praktisch nichts kümmern muss. Toll! 

 

Von Auckland sind wir nach Hahei gefahren. Dank der spontan gebuchten Kajak Tour konnte ich die schöne Bucht auskundschaften. Im Vorfeld hiess es, dass man dort auch schon Wale und Delfine gesehen habe. Dieses Glück blieb uns verwehrt, aber dafür gab es ziemlich grosse Fische und Rochen im Naturschutzgebiet. Jeweils zu zweit im Kajak paddelten wir zu einer Insel und später zur weltbekannten Cathedral Cove. Glücklicherweise ist aktuell noch nicht Hochsaison in Neuseeland und es waren nicht allzu viele Menschen da. Auf und neben dem Wasser hatten wir viel Spass und genossen das sommerliche Wetter in vollen Zügen. Der wirklich gutaussehende Guide hat uns sogar Kaffee gemacht – Kaffee am Strand, what else? :) Am Abend gab es ein leckeres Barbecue und einige von uns (Namen werden keine genannt…) fanden bei Wein und Bier heraus, dass es trotz vieler Nationalitäten und Sprachen doch sehr ähnliche Interessen gibt, welche uns alle irgendwie verbinden. Wir haben einander Wörter in der eigenen Sprache beigebracht, was für viele Lacher gesorgt hat. Das gemütliche Zusammensitzen gefällt mir sehr und ich finde es echt bereichernd, wenn man immer wieder andere Menschen kennenlernt. Dazu hab ich ein passendes Sprichwort gefunden: „We are all travellers in the wilderness of this world and the best we can find in our travels is an honest friend“. 


5. November 2019


Heute Morgen ging es mit einem kleinen Boot über den Meeresarm zu den Sanddünen. Dort schnappten wir uns die Boards und erklimmten die Düne. Die Aussicht war grandios! Immer wieder sausten wir die Düne runter und kraxelten wieder hoch. Wir hatten viel Spass, wie man auf den Fotos erkennen kann. Anschliessend ging’s weiter zum viert höchste Baum der Welt. Ich bin ja sonst schon klein, neben einem solchen Riesen ist man aber regelrecht ein Zwerg ;) Dann fuhren wir südlich zum lake kaiiwi. Ich hab noch NIE einen sooo schönen See gesehen! Das türkise Wasser bildet einen grossen Halbkreis bis hin zu einem schönen Hellblau. Ich konnte gar nicht anders, ich musste da rein! Also gingen wir zu viert ins kühle Nass, schwammen zum Floss und sprangen ins glasklare Wasser. Hierhin würde ich jederzeit wieder gehen, es ist echt unglaublich schön. Nun sind wir bereits wieder in Auckland, der grössten Stadt Neuseelands. Hier sind wir wieder in einem Backpacker untergebracht und hier ist auch das Internet besser. Für den Blog brauche ich eine gute Verbindung, was in Neuseeland leider ziemlich schwierig zu kriegen ist. Es kann also sein, dass der nächste Blog wieder etwas auf sich warten lässt. Ihr könnt aber versichert sein, dass ich auch dann wieder ganz viel Tolles erlebt habe und darüber berichten kann. New Zealand, you already got me… <3

 


3. und 4. November 2019


Morgens früh ging es los und ich wurde vom Bus abgeholt. Die gebuchte Tour wird mit Stray Travel durchgeführt und führt während 24 Tagen quer über die Nord- und Südinsel. Zuerst machten wir Halt, um die bekannten Kauri Bäume in Brem Bay, einem wunderschönen Strand. Bereits dort wurde mir klar, dass Neuseeland mich verzaubern wird. Das klare Wasser, die immer wechselnde Landschaft, das strahlende Grün, das frühsommerliche Wetter und dann die überaus freundlichen Menschen ziehen mich in ihren Bann. Mit dem Bus und der wild zusammengewürfelten Gruppe von Engländern, Holländern, Deutschen und mir (einzige Schweizerin, man glaub es kaum!) ging es weiter nach Paihia. Paihia ist ein kleiner Ort mit einem schönen Küstenabschnitt. Es befindet sich mitten in den weltbekannten Bay of Islands, den 144 kleineren und grösseren Inseln. Von Paihia haben einige von uns die Fähre nach Russell genommen, einem geschichtsträchtigen Ort. Russell ist bis heute als „Höllenloch des Pazifik“ bekannt, was den Lebensstil der damaligen Zeit erahnen lässt. Erklimmt man die steile Strasse, wird man mit einem atemberaubenden Blick über die Bay of Islands und Russell selbst belohnt – die Strapazen lohnen sich allemal! Den Abend genossen wir gemütlich in einem Pub.

 

Am Montagmorgen fuhren wir mit dem dolphin seeker hinaus in die Bay of Islands. Nun konnten die vielen Inseln aus allen Richtungen bestaunt werden. Der Captain erzählte Spannendes über die Entstehung und Geschichte der einzelnen Inseln. Was gibt es Schöneres als auf hoher See zu sein, den Wind um die Ohren zu spüren und dann wie aus dem Nichts viele Delfine zu entdecken? Auch wenn ich diese wunderbaren Tiere schon mehrmals sehen durfte, bin ich jedes Mal aufs Neue ein kleines bisschen verliebt ;) Zurück an Land fuhren wir nach Hokianga. Hokianga liegt schon ziemlich weit nördlich und bezaubert durch die tollen Buchten mit türkisem Wasser. Das Besondere an Hokianga sind jedoch die Sanddünen, die sich vis-à-vis des Meeresarmes befinden. Welch tolle Aussicht! Die ganz Mutigen unter uns sind vom Steg aus ins echt kalte Meer gesprungen – ich war natürlich dabei ;) Unsere Unterkunft ist ebenfalls absolut genial und so genossen wir nebst der spektakulären Aussicht auch die feinen Fish & Chips und anschliessend den Sonnenuntergang am Strand. Welch herrlicher Tag! Ich kann kaum den Nächsten erwarten… So viel sei bereits verwartet: Wir machen die Sanddünen auf unseren Boards unsicher. Yeah!


31. Oktober und 1./2. November 2019


Hallo meine Lieben. Endlich ist das WiFi gut genug und ich kann euch von meinen ersten Tagen in Neuseeland berichten. Es ist schon komisch, wenn man plötzlich am anderen Ende der Erde ist, mit 12 Stunden Zeitverschiebung klar kommen muss und dann ist auch noch Sommer…! Ihr merkt, mir geht es hier in Aotearoa (Maori Name für Neuseeland) richtig gut ;)

 

Die letzten Tage vor der Reise war ganz schön viel los: Verabschiedung von Familie und Freunden (danke, dass ihr da wart!) und dann natürlich alle möglichen Vorbereitungsarbeiten. Man geht ja nicht regelmässig für 2.5 Monate aus dem Haus ;) Am Donnerstagabend ging’s dann an den Flughafen, wo mich meine Eltern und ganz überraschend auch mein Götti Bruno und seine Frau Vreni verabschiedet haben. Voller Vorfreude stieg ich ins Flugzeug, auch wenn ich keinen Fensterplatz mehr ergattern konnte. Die knapp 23 Stunden Flug mit einem kurzen Zwischenhalt in Singapur hab ich gut überstanden. Es war zwar schon ziemlich anstrengend, aber ich hatte gute Gesellschaft. Bereits in Zürich lernte ich die Bündnerin Maya kennen und wir verstanden uns auf Anhieb super und wie es das Schicksal manchmal will, war auch ihr Ziel Auckland. Mit ihr ging ich am ersten Abend Essen und ich sehe sie bestimmt wieder, wenn ich von meiner Tour zurück bin. 

 

Ich würde meinen aktuellen Zustand nicht als Jetleg beschreiben, obwohl ich jeweils mitten in der Nacht aufwache und kaum mehr einschlafen kann. Es ist wohl eher das Gefühl des Ungewohnten, das mich etwas ruhelos macht. Mit dieser Reise beginnt auch irgendwie ein neues Kapitel in meinem Leben und darauf freue ich mich. Um damit wirklich beginnen zu können, muss ich aber auch Einiges hinter mir lassen und wie ihr wisst, ist das manchmal nicht so einfach und geht nicht spurlos an einem vorbei. Aktuell kann ich sagen, dass es mir wirklich sehr gut geht und ich jeden Moment der bisherigen Reise geniesse! Mal rauszukommen tut echt gut und jeder Tag hält viel Spannendes für mich bereit. Nun bin ich etwas abgeschweift, ich wollte euch ja noch von den ersten Tagen meiner Reise erzählen…