NORWEGEN


Auf unserem spontanen Roadtrip erkundigen wir das wunderbare Norwegen. Die neusten Beiträge sind zu oberst. Falls du alles lesen möchtest, muss du also zuerst etwas runterscrollen. Schön, dass du uns uns als Leser*in begleitest!

Gehört Lesen nicht zu deinen Lieblingsbeschäftigungen? Kein Problem, du kannst den Blog auch als Podcast hören. Dieser wurde von KI anhand meines geschriebenen Reiseblogs erstellt. Dazu lassen sich wunderbar alle Fotos anschauen oder alternativ kannst du auch deine Wohnung dazu putzen, wie du möchtest ;)


6. bis 10. Oktober 2025

Wir können gar nicht glauben, wie schnell die Zeit verflog. Und doch nicht, denn die letzten Tage fühlten sich irgendwie anders an. Am Montag starteten wir wiederum gemütlich in die neue Woche und fuhren gegen Mittag erneut durch den eindrücklichen Ryfylketunnelen nach Stavanger. Dort gibt es nebst den farbigen Häusern am Hafen die Øvre Holmegate – die bunte Strasse. Mich erinnerten die knalligen Farben an Cartagena in Kolumbien. Nur, dass hier alle Häuser aus Holz sind und wohl öfters einen frischen Anstrich benötigen. Das Gamle-Quartier, die Altstadt von Stavanger, besticht hingegen durch schlichte weisse Holzhäuser. Im Hafen befindet sich das architektonisch spannende Ölmuseum und ein gross angelegter Spielplatz aus recycelten Materialien. Leider fing es wieder an zu regnen und wir beendeten unser Sightseeing in einem gemütlichen Restaurant. Dort waren wir einmal mehr ungeben von lauter Grauhaarigen, welche zusammen Karten spielten oder plauderten. Hier scheint die ältere Generation den Ruhestand bei Kaffee und Kuchen richtig zu zelebrieren ;)

 

Nach Stavanger kundschafteten wir die Küstenregion aus, bis wir beim Leuchtturm Kvassheim landeten. Weiter ging unsere Fahrt über kurvige Strassen und entlang der Küste und Fjorden. Unterwegs entdeckten wir immer wieder tolle Fotomotive, die dank dem Nebel so richtig mystisch aussahen. Richtig herbstlich und wunderschön. In Flekkefjord fanden wir ein charmant ausgebautes Häuschen. Leider lag es direkt neben einer Strasse und das Bett war wieder deutlich zu weich, unsere Rückenschmerzen wurden dadurch nicht gerade besser.

Da ich mir unbedingt den bekannten Leuchtturm Lindesnes Fyr anschauen wollte, fuhren wir bis an den südlichsten Punkt von Norwegen. Es ist schon toll, wenn man solche Orte fast für sich alleine hat und sich alles in Ruhe angucken kann. Ausserhalb der Saison kann man den Leuchtturm sogar ohne Ticket betreten. Weiter ging es nach Mandal, welches nebst einer modernen Brücke die typischen weissen Holzhäuser des Südens besitzt. Abends suchten wir uns eine Unterkunft in Kristiansand. Wir haben uns bereits einige Einkaufszentren in Norwegen angeschaut, das Sandens gehört dabei zu den schönsten.

 

Lillesand war der nächste Ort, den wir ansteuerten. Auch hier gibt es eine malerische Promenade und kleine Läden zum Bummeln. In einem Reiseblog hatten wir gelesen, dass Risør die schönste aller Städte in Südnorwegen sein soll. Und tatsächlich – wir strahlten mit der Sonne um die Wette, als wir dort ankamen. Was für ein idyllisches Fleckchen Erde! Verträumt liegt der Ort in einer Bucht, umsäumt von einer Hügellandschaft. Dort lässt es sich wunderbar auf einem der vielen Bänkli verweilen und die Aussicht geniessen.

Wir versuchten unser Glück nochmals mit einem „Wellnesshotel“ und buchten eine Nacht im Quality Hotel in Langesund. Und trauten unseren Augen kaum, als wir direkt vor unserer Zimmertür auf den Wasserpark blickten. Noch besser war allerdings die Aussicht auf die friedliche Bucht direkt vor unserem Hotel. Nach einer beeindruckenden (und schwitzigen!) Aufguss-Zeremonie in der Sauna brauchten wir etwas Abkühlung und liefen zum Steg runter. Da wartete bereits die nächste Überraschung auf uns: Eine Sauna auf dem Wasser. Und das auch wieder nur für uns zwei – herrlich! Die Wassertemperaturen waren dann doch etwas gar kühl und so blieben wir lieber in der Wärme.

Nach einem kurzen Stopp in Sandefjord schauten wir uns Tønsberg an. Und ernährten uns nochmals von leckeren Kanelboller und Cappuccino. Die letzte Nacht wollten wir in der Nähe des Flughafens verbringen. Das beste Angebot gab es im Thon Hotel Snø, welches direkt neben einer riesigen Indoor-Ski-Anlage liegt. Dort konnten wir den ambitionierten Sportlern beim Trainieren zuschauen und genossen ein feines Abendessen. Endlich hatten wir auch wieder ein bequemes Bett, juhuu.

 

Knut hat uns heute Vormittag sicher zum Flughafen gebracht (also eigentlich wir ihn…) und hier sitzen wir nun wartend auf unseren Flieger. Mit einigen Fundstücken im Gepäck und unzähligen Erinnerungen im Herzen kommen wir nach Hause. Wir sind unglaublich dankbar für diese tolle Zeit, die herzlichen Menschen hier und die unvergesslichen Erlebnisse. Wir waren definitiv nicht das letzte Mal in Norwegen, schliesslich wollen wir noch Elche und Nordlichter bestaunen ;)

 

Und wer bis hierhin alles gelesen hat, darf nun gerne noch unsere gemachten Kilometer schätzen. Es gibt auch etwas zum Gewinnen - toi, toi, toi!

Auflösung Gewinnspiel: Ihr habt tatsächlich alle etwas hoch getippt - schlussendlich hatte unser Knut genau 1‘893 gefahrene Kilometer auf der Anzeige😉 Die glückliche Gewinnerin heisst Rebecca und darf sich auf einen Apéro bei uns freuen! 

2. bis 5. Oktober 2025

Polarlichter und Elche haben wir leider (noch) keine gesehen, dafür sonst ganz viel erlebt. Die regenreichste Stadt Europas besucht, einen heftigen Sturm überstanden, den längsten Unterwasserstrassentunnel der Welt durchfahren und den berühmtesten Felsen Norwegens bestiegen. Aber der Reihe nach:

Von Geiranger fuhren wir mit unserem Mietauto Knut 400km in die zweitgrösste Stadt Norwegens – Bergen. Dank einer Fähre wurde die Fahrt etwas verkürzt, wir waren dennoch über acht Stunden unterwegs. Die Landschaft veränderte sich dabei ständig, das Wetter leider auch. Im schönen Städtchen Stryn legten wir eine Pause ein, bevor es über kurvenreiche Strassen weiter westlich ging. Um uns etwas zu entspannen, buchten wir ein 4-Sterne-Hotel ausserhalb von Bergen mit Wellness. Eine Sauna und ein Dampfbad waren zwar vorhanden, machten ihrem Namen aber alle Ehre – es war beides viiiiel zu heiss eingestellt. Im Zimmer fanden wir nebst einem alten Pflaster in der Bettwäsche diverse schmutzige Stellen, was uns echt ekelte. Immerhin das Frühstücksbuffet war sehenswert.

Bergen ist mit rund 250 Regentagen im Jahr die regenreichste Stadt Europas. Wir hatten anscheined echt Glück und kriegten statt Regen nur starken Wind ab ;) Dieser blies wegen eines Hurrikanausläufers mit bis zu 120km/h um unsere Ohren. Auf dem Aussichtsberg Fløyen mussten wir uns richtiggehend festhalten. Meine Mütze war weniger windfest und flog innerhalb von Sekunden davon. Bergen besticht vor allem durch seine charmanten farbigen Häuser im Hafenviertel Bryggen. Dies ist auch ein UNESCO-Weltkulturerbe und kann besichtigt werden. So liefen wir durch die unzähligen alten Handels- und Lagerhäuser bis zur Festung Bergenhus. Auf der anderen Seite des Hafens befindet sich der bekannte Fischmarkt (Fisketorget) und das absolute Highlight von Flavio: Ein riesiger LEGO-Laden ;) Er freute sich wie ein kleines Kind über die unzähligen Spielsachen und ich muss zugeben, auch ich war beeindruckt. Meine Schwäche kam kurze Zeit später zum Vorschein, als wir ein Café betraten: Kanelboller – die unglaublich süssen und zugleich luftigen Zimtschnecken! Einfach lecker, besonders zu einem guten Kaffee. Davon würde ich mir am liebsten einige mitnehmen, so als Nervennahrung nach den Ferien ;)

Nach einem feinen italienischen Abendessen fuhren wir mit dem Tram zurück ins Hotel. Der Sturm wurde immer ungemütlicher und über diverse Kanäle wurden wir vor Gefahren gewarnt. Dennoch entschieden wir uns am nächsten Morgen weiterzufahren, immer mit der Gewissheit, vielleicht kurzfristig eine andere Route zu nehmen oder gar umzukehren. Teilweise regnete es in Strömen und am Strassenrand sahen wir einige abgebrochene Äste, mit der gebotenen Vorsicht liess sich die Strecke bis nach Stavanger jedoch gut bewältigen. Dank den Tunnelen (was für ein süsses Wort!) waren wir immer wieder geschützt. Norwegen hat insgesamt über 900 Tunnels, ein Grossteil davon scheint eindeutig in dieser Region zu sein ;) Der längste Unterwasserstrassentunnel – der Ryfylketunnel – reicht von Stavanger bis Tau, ist 14.4 km lang und wurde Ende 2019 eröffnet.

Die beiden Überfahrten mit den Fähren waren etwas schwankender als üblich, waren aber auch kein Problem. Nur schade, dass wir die wunderschöne Landschaft nicht wirklich sehen konnten. Aber Hauptsache, wir erreichten am Nachmittag sicher unsere Unterkunft in Kjøleviga, einem härzigen Fischerörtchen in der Nähe von Tau. Dort haben wir wiederum ein tolles Appartement mit Ausblick auf den Fjord. Und einem Schaf, das uns ständig beobachtet ;) Die Wohnung ist sehr stilvoll eingerichtet und sogar einen begehbaren Kleiderschrank gibt es. Was wir nun wirklich nicht brauchen, wenn wir ehrlich sind, aber egal. Dafür lässt es sich wunderbar norwegisches Essen wie z. B. Kjøttkaker zubereiten. Das sind übrigens saftige Fleischbällchen, besser nicht falsch übersetzen…

Heute starteten wir gemütlich in den Tag, da es immer noch regnete. Der Sturm wütete nicht mehr ganz so stark, die Unwetterwarnung war aber immer noch gültig. Gegen Mittag schien es besser zu werden und so fuhren wir zu unserem eigentlichen Ziel, dem Basecamp des Preikestolen. Leider regnete und windete es plötzlich wieder stark, so dass wir uns vorerst gegen die vierstündige Wanderung entschieden. Schliesslich wollten wir trotz guter Regenkleidung nicht auf rutschigem Untergrund und ohne Aussicht loslaufen. In Jørpeland fanden wir einen hübschen Laden, der auch Kaffee anbot. Als es aufhörte zu regnen und sich die dunkelsten Wolken verzogen hatten, fuhren wir wieder zum Basecamp hoch. Das hatte sich einmal mehr gelohnt, denn schlussendlich konnten wir die Wanderung bei guten Bedingungen machen und es begann erst wieder zu regnen, als wir zurück bei Knut waren. Was für ein Glück wir wieder hatten!

Und die Wanderung, ich sage euch… Absolut lohnenswert! Die 500 Höhenmeter sind auf einige steile Passagen verteilt, zwischendurch läuft man gemütlich über Hochmoore oder Felsenplateaus. Es geht vorbei an mehreren dunklen Bergseen, in denen einige Waghalsige sogar kurz baden (brr!). Auch hier zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite und bietet eine wundervolle Farbenpracht. In der Hochsaison sollen die Touristen hier Schlange stehen, heute war es nicht allzu überlaufen. Bereits unterwegs bieten sich immer wieder tolle Ausblicke auf die felsige Umgebung, tosende Wasserfälle und tiefe Fjorde. Der cheibe Wind war zeitweise immer noch sehr stark, sorgte dafür für tolle Wolkenbilder. Oben angekommen tasteten wir uns vorsichtig voran. Der Preikestolen ragt 604 Meter über dem Lysefjord. Das ist sogar für mich als absolut nicht höhenängstliche Person echt hoch! Und wirklich beeindruckend. Die Aussicht sowieso, man sieht gefühlt über halb Norwegen.

Leider gibt es keine Rundwanderung und so läuft man den gleichen Weg zurück. Nun zog wieder kräftiger Wind auf und wir waren dankbar für unsere gute Ausrüstung. Wie andere Touris in weissen Turnschuhen, im dünnen Pullover und mit Gucci-Handtäschli da hochwandern, lässt uns nur den Kopf schütteln. Auf der Rückfahrt bot sich uns noch eine einzigartige Lichtstimmung über dem Meer. Der starke Wind zwang uns jedoch schon bald wieder Schutz bei Knut zu suchen. Und nun lassen wir diese erreignisreichen Tage Revue passieren und freuen uns auf alles, was Norwegen noch für uns bereithalten wird. Stürme und Regen können uns schliesslich nicht aufhalten ;)


29. September bis 1. Oktober 2025

Okay wow, wir hätten es uns nicht besser vorstellen können! Nicht nur das Wetter ist auf unserer Seite – ausser einigen Regentropfen war es bisher immer trocken und teilweise sogar sehr sonnig – sondern auch die Landschaft zieht uns total in ihren Bann. Nachdem wir unser Auto, welches wir liebevoll Knut nennen, am Flughaften abgeholt haben, fuhren wir schnurstracks nördlich. Wir entschieden uns bewusst für eine Route fernab der Autobahn und sollten dafür belohnt werden. Entlang des grossen Sees Mjøsa entdeckten wir bereits einige wunderbare Orte. In Gjøvik machten wir Mittagsrast und wegen des kühlen Windes kamen die Daunenjacken das erste Mal zum Einsatz. Die Strasse führt immer entlang des Sees und bietet nebst einer wunderbaren Aussicht ein tolles Fahrerlebnis, da man oftmals alleine unterwegs ist. So hätten wir das auch gerne zuhause ;)

Im ehemaligen Olympiaaustragungsort Lillehammer legten wir einen weiteren Stopp ein. Nebst der grossen Skischanze gibt es eine hübsche Flaniermeile. Bei einer warmen Schokolade suchten wir nach Übernachtungsmöglichkeiten in der Gegend. Dabei stiess Flavio auf eine kleine Hütte im Wald. Knapp zwei Stunden später begrüsste uns die Airbnb-Gastgeberin Aina etwas ausserhalb von Gålå, einem 250-Seelendorf im Nirgendwo. Gålå ist im Winter anscheinend ein bekannter Skiort, nun ist es wie ausgestorben. Unsere kleine Hütte hatte alles, was unser Herz begehrte: Eine grandiose Aussicht über den See Gålåvatnet und die Berge, eine funktionale Küche, eine tolle Regendusche, ein bequemes Bett und absolute Ruhe. Hier könnte man definitiv länger verweilen. Dennoch entschieden wir uns aufgrund der Wetterprognose spontan am nächsten Tag weiter nach Nordwesten zu fahren.

Unterwegs machten wir immer wieder Halt, da wir uns schlicht nicht satt sehen konnten. Die Blätter der Bäume wurden immer farbenprächtiger, die Flüsse und Seen immer atemberaubender und die Orte immer leerer. Teilweise fühlten wir uns als die einzigen Touristen, was uns positiv überraschte. In Lom besuchten wir die eindrückliche alte Holzkirche. Die Stavkyrkje trohnt über dem Dorf und erinnert stark an die Wikingerzeit. Unser absolutes Highlight kam kurz darauf und für uns sehr unerwartet. Die Landschaft wurde plötzlich rauer, die Bäume noch herbstlicher und die Strasse komplett einsam. Gefühlt alle paar hundert Meter wollte einer von uns anhalten, um ein Foto zu schiessen. So dauerte die Fahrt etwas länger als gedacht, dafür kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Was für ein wunderschöner und surrealer Ort! Irgendwie erinnerte er uns einerseits ans Bündnerland und andererseits an den Furkapass. Diese Farben machten uns sprachlos und wir sogen die Landschaft regelrecht in uns auf.

Plötzlich führt die Strasse steil runter und von weitem sieht man den Geirangerfjord – unser Tagesziel. Beim Aussichtspunkt trafen wir wieder auf andere Touris, was uns sogleich zuwider war. Ganz ehrlich, wir haben aktuell so gar keine Lust auf andere Menschen um uns herum, sondern wollen einfach unsere Ruhe ;) Das Schicksal wollte wohl, dass wir das auch wirklich umsetzen und zeigte uns kein bezahlbares Hotelzimmer mehr an. So buchten wir uns einen gemütlichen Bungalow auf einem Campingplatz fernab vom Massentourismus. Günstig ist es auch nicht, aber hier lässt sich die Zweisamkeit umso mehr geniessen.

Heute stand dann endlich eine Wanderung auf dem Programm, juhuu! Eigentlich wollten wir ja zum Wasserfall Storsaeterfossen hinauf laufen. Unterwegs sahen wir jedoch ein anderes vielversprechendes Schild und entschieden uns deshalb unserer Intuition zu vertrauen. Auf unserem Weg begegneten wir vielen Ziegen, Menschen verirrten sich nicht dorthin ;) Nach einiger Zeit gelangten wir zu einem kleinen Plateau im Wald, von wo aus man einen tollen Blick über das kleine Dorf Geiranger und den Fjord hat. Wieder Ruhe pur! Später erfuhren wir, dass nur 250 Einheimische dauerhaft hier leben. Der kleine Ort wird vor allem in den Sommermonaten von Kreuzfahrttouristen besucht oder eben von Reisenden, welche Norwegen mit dem Auto entdecken. Nun ist defnitiv Ende Saison und als das grosse Schiff gestern Abend wieder auslief, wurde es angenehm ruhig hier.

Bei einem 90-minütigen Bootsausflug durch den Fjord konnten wir die imposanten Berge und die schönen Wasserfälle vom Wasser aus bestaunen. Am liebsten wären wir direkt nach Ålesund gefahren, das lässt unsere Zeit aber leider nicht zu. Schliesslich wollen wir weiter nach Bergen und dann wieder etwas südlich. Nun hoffen wir heute Abend zuerst noch auf Nordlichter, drückt uns fest die Daumen. Oder dass ein Elch vor unserem Bungalow steht, das wäre auch ganz nett ;)


27. bis 28. September 2025

Bereits als wir die schier endlosen sattgrünen Wälder und die unzähligen tiefblauen Fjorde aus dem Flugzeugfenster heraus sahen, wussten wir: „Norwegen wird uns umhauen!“ Lust auf ein kleines Abenteuer? Dann kommt mit!

Mit einem modernen Zug, welcher nottabene auf die Sekunde pünktlich ist (jaja, das können nicht nur die Schweizer), fuhren wir vom Flughafen nach Oslo Sentral. Von dort aus ging es mit dem Uber weiter ins Hotel mit dem witzigen Namen Thon Slottsparken. Dort herrschen jedoch nicht etwa sanfte Lachstöne vor, sondern ein wildes Muster aus grellem Grün, Blau und Gelb. Es liegt direkt nebem dem königlichen Schloss und einem grossen Park. Etwas versteckt befindet sich ein kleiner Pavillon, der mein romatisches Herz direkt höher schlagen liess. Im sogenannten Queens Park lassen sich zudem putzige Eichhörnchen beim Nüsse suchen beobachten.

Oslo beeindruckt ansonten vor allem mit imposanten Gebäuden und einer erstaunlich ruhigen Atmosphäre. Trotz vielen Menschen ist es jederzeit sehr angenehm. Auch den Strassenlärm nimmt man weniger wahr, was vermutlich daran liegt, dass es in Norwegen praktisch nur noch Elektroautos gibt. Und die Einheimischen scheinen generell eher ruhige und entspannte Zeitgenossen zu sein, was uns sehr gefällt. So liessen wir uns eine Weile durch die Stadt treiben und landeten schliesslich am Wasser. Die Festung Akershus rahmt die Promenade auf der linken Seite ein, auf der rechten Seite befindet sich das moderne Wohn- und Arbeitsviertel Tjuvholmen. Nach einem feinen Abendessen mit Blick aufs Wasser erkundigten wir die Umgebung genauer. Und staunten nicht schlecht, als wir direkt beim Astrup Fearnley Museet, dem Museum für moderne Kust, einen Steg wie geschaffen für den Sonnenuntergang fanden. Natürlich waren wir nicht die einzigen, einige waghalsige Norweger sprangen sogar ins kalte Nass. An Tjuvholmen beeindruckte uns vor allem die vielseitige Architektur. Der leuchtende Baum am anderen Ufer war ebenfalls sehr schön anzusehen. In einer nahe gelegenen Bar tranken wir die besten Cocktails überhaupt, so wurde der Fussmarsch zurück ins Hotel noch unterhaltsamer.

Erschöpft und voller schöner Eindrücke fielen wir ins weiche Hotelbett. Die Nachtruhe sollte jedoch von kurzer Dauer sein, denn plötzlich erklang ein unglaublich lautes „Biiiip“. Feueralarm! Nicht schon wieder, dachte ich mir noch, hatte ich doch direkt ein Déjà-vu von Neuseeland. Wir packten unsere Jacken, die Handys und marschierten über den Notausgang auf die Strasse. Dieser füllte sich immer mehr mit anderen Hotelgästen, einige davon nur in Bademänteln und gänzlich barfuss. Ich sag euch, es war echt kalt draussen und wir waren froh, hatten wir etwas Anständiges an. Mehrere Feuerwehrautos fuhren vor, Informationen erhielten wir jedoch keine. Schlussendlich durften wir nach gut 45 Minuten wieder ins Zimmer, als ob nie etwas gewesen wäre. Nun ja, lieber ein Fehlalarm zu viel als einer zu wenig.

Heute Morgen schlemmten wir zuerst in Ruhe am reichhaltigen Frühstücksbuffet. Wir hatten Glück, denn andere warteten ewig auf einen Platz. Danach flanierten wir wieder durch Oslo, bestaunten das riesige rote Rathaus und die Festung Akershus von innen. Bis zum Operahuset Oslo, dem berühmten Opernhaus, liefen wir noch ein ganzes Stück. Und wurden mit einer tollen Aussicht belohnt. Damit meine ich nicht nur die Norweger, die in den schwimmenden Saunas vor sich hin dampften und schliesslich ins kalte Wasser hüpften ;) Nein, auch das Opernhaus lässt sich sehen. Ein modernes Bauwerk mit viel Marmor und Glas. Es wird umgeben von unzähligen Hochhäusern und noch viel mehr Möwen. Von oben hat man eine tolle Perspektive auf die Skyline und den Oslofjord.

Mein ganz persönliches Highlight war das Deichman. In diesem Gebäude befinden sich nebst einer beachtlichen Bibliothek diverse stilvolle Cafes, hübsche Shops und kreative Ateliers. Man kann Musik produzieren, Schallplatten abspielen und sogar Kleider nähen. Würde ich in Oslo wohnen, wäre dies definitiv einer meiner Lieblingsorte.

Nach einer stärkenden Kaffeepause erkundigten wir die Hauptstadt weiter, liefen durch unzählige Strassen,  diskutierten über Städtebau und landeten schliesslich in einem traditionellen Restaurant. Was gibt es Besseres als ein leckeres Essen nach einem Tag voller Entdeckungen und Bewegung an der frischen Luft? Sich gemütlich ins Bett kuscheln und den Tag Revue passieren lassen ist dann quasi das Dessert. Morgen geht unser Abenteuer erst richtig los, dann holen wir unser Mietauto und fahren einfach mal drauf los… Sind wir gespannt, an welche wunderbaren Orte es uns noch verschlagen wird.