4. bis 6. März 2022 – Isla Mujeres und Fazit
Irgendwann bringt mich diese Klimaanlage im Bus noch um, das ist echt übel! Trotz Badetuch und Pulli war mir ständig kalt. Mir, die normalerweise nie friert. Brr! Dank Musik und meinem Buch hab ich die Fahrt nach Cancun überstanden und bin ehrlich gesagt froh, dass es die letzte längere Strecke war. Nachdem ich endlich einen funktionierenden Bancomat gefunden hatte (das Geld lief mir auf Holbox buchstäblich durch die Finger und die meisten Automaten funktionieren hier nicht…), nahm ich die Fähre zur Isla Mujeres. Mein Hostel befindet sich nicht in der Nähe der Anlagestelle, weshalb ich mir ausnahmsweise ein Taxi gegönnt habe. Müde vom Transfer checke ich nun im Nomads ein und verdufte dann möglichst bald an den Strand zum Regenerieren ;)
In der Zwischenzeit ist einiges passiert, denn während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich bereits auf meinem Balkon in Luzern und geniesse die warmen Sonnenstrahlen – dieses Mal in einem Wollpulli statt im Bikini, aber schön ist es allemal! Ich bin gestern Abend von Cancun aus nach Hause geflogen und wurde mit der Zeitverschiebung von plus 6 Stunden heute Mittag am Flughafen erwartet. Schön, so nach Hause zu kommen! Der zehnstündige Flug war wie immer nicht mein Highlight, da ich die Sitze echt unbequem finde und die Kompressionsstrümpfe noch viel unbequemer. Aber Jammern bringt ja nix, das gehört zum Reisen dazu. Während des Fluges hatte ich wiederum gute Gespräche mit meinem Sitznachbarn und auch schon gestern hab ich mit Roberta, einer italienischen Fotografin, welche bald versuchen wird in die Ukraine zu gelangen, eine weitere spannende Persönlichkeit kennengelernt. Ich liebe solche Begegnungen und nehme aus den teilweise echt tiefgründigen Gesprächen – besonders über andere Mentalitäten und Weltanschauungen – immer viel für mich mit. Oder anders gesagt: Ich wachse daran. Auch das ist einer der Gründe, warum das Reisen zu meinen Leidenschaften gehört und immer gehören wird.
Nun noch zur Isla Mujeres, eines meiner schönsten Erlebnisse während der letzten zwei Wochen. Die Insel ist grösser als Holbox und die Hotels und Restaurants verteilen sich dadurch besser. Das Hostel Nomads, welches ich bereits aus Neuseeland kenne und mir wärmstens empfohlen wurde, ist etwas abgelegen zu finden. Ich übernachtete in einem Achterschlag und lernte so zwei weitere Deutsche Mädels kennen, mit denen ich abends an der Bar Cocktails schlürfte. Das Nomads besticht vor allem durch seinen eigenen Beach Club und die kreative Gestaltung der gesamten Anlage. Die Zimmer sind modern und super praktisch eingerichtet, das habe ich in Hostels bis jetzt selten erlebt. Der Strand ist mit vielen Liegen und Hängematten ausgestattet und man ist dank Palmen vor der brennenden Nachmittagssonne geschützt. Es läuft angenehm laute Musik im Hintergrund und die Mitarbeitenden sind alle sehr nett. Ein absoluter Wohlfühlort und ich wäre gerne noch länger geblieben! Auch hier ist der Strand nicht wirklich schwimmtauglich, was an den Algen und der nicht vorhandenen Wassertiefe liegt. Dafür hat es einen eigenen Steg, von wo aus man eine tolle Sicht auf den Strandabschnitt sowie Cancun hat und es sich herrlich lesen lässt. Immer wieder watscheln die zwei Enten mit ihren drei härzigen Jungtieren zwischen den Liegenden hindurch, der Hund döst derweilen im Schatten. Es gibt leckeres (und sehr scharfes!) Essen sowie diverse angebotene Aktivitäten. Da ich nur eine Nacht dort verbrachte, konnte ich davon nicht wirklich Gebrauch machen. Als ich jedoch hörte, dass der Sonnenaufgang hier besonders schön sein soll, machte ich mich frühmorgens auf den Weg zur Punta Sul, dem südlichsten Punkt der Insel. Leider verlief ich mich unterwegs und verpasste den Moment der ersten Sonnenstrahlen, dafür zeigte sich danach ein wunderschönes Schauspiel über dem Meer. Wie immer an solch exponierten Orten hat es stark gewindet, was mich in solch magischen Momenten jedoch nie stört. Zufrieden lief ich zurück ins Hotel und verbrachte die restlichen Stunden plappernd, lesend und dösend mit Roberta am Strand.
Zum Abschluss dieses Mexiko-Blogs versuche ich ein Fazit zu ziehen. Was mir am besten gefallen hat? Schwierig! Unterkunftsmässig sicher das Nomads auf der Isla Mujeres, da hatten die teilweise dreckigen und gefühlt nicht sicheren Hotels keine Chance dagegen. Den schönsten Strand besuchte ich in Tulum und dort befinden sich auch die eindrucksvollen Ruinen. Die im Dschungel gelegene Stätte Ek Balam hat auch ihren Zauber, da man fast alleine umherlaufen und sich alles in Ruhe anschauen kann. Die schönste Stadt fand ich Valladolid mit ihren farbigen Häusern, der eindrucksvollen Kathedrale und den verhältnismässig wenigen Touristen ;) Bacalar mit seiner Lagune hatte am meisten Charme und dort konnte ich am besten entspannen. Auf der Insel Holbox war es mir zu laut, dafür fand ich die Stimmung inmitten der hippen Restaurants und Läden cool. Und Playa del Carmen behalte ich vor allem wegen des Tauchkurses in Erinnerung, denn darauf bin ich stolz. Last but not least war der eindrücklichste Ausflug der nach Rio Lagartos. Die vielseitige Tierwelt (Delfine, Schlangen, Krokodile und auch Vögel, aber besonders hervorzuheben: Flamingos) zu beobachten, ein Schlammpeeling zu kriegen und den pinken See zu bestaunen, das hat mit wahnsinnig gut gefallen. Und wie immer bin ich wie schon während der Reise sehr dankbar für die eindrucksvollen Erlebnisse, die bereichernden Menschen und die wertvollen Erfahrungen. Und dass ich (wieder) gesund und munter nach Hause kommen durfte, wo weitere kleinere und grössere Abenteuer auf mich warten. Was ich ganz besonders mitnehme und mir verinnerlicht habe ist folgendes Zitat:
„Wer weiss wie er sein Leben gestalten muss, um glücklich zu sein, muss nur noch den Mut finden, es auch zu leben.“
John Irving
Gracias México y hasta luego!
3. März 2022 – Isla Holbox
Normalerweise bilde ich mir schnell eine Meinung. Bei Holbox bin ich immer noch hin- und hergerissen, ob es mir gefällt oder nicht.
Lange Sandstrände mit türquisem Wasser und viele angespülte Algen. Eindrückliche Sonnenuntergänge über dem Meer und viel zu laute Musik in den Bars. Freundliche Einheimische an ihren Ständen und Touristen soweit das Auge reicht. Entspannte Atmosphäre auf der ganzen Insel und nervig röhrende Golfchäreli. Authentischer Street Food an jeder Ecke und schickimicki Restaurants im Zentrum. Liebevoll gemalte Street Art und völlig geschmackslose Bilder. Riesige Auswahl an Souvenirs und doppelt so teuer wie an anderen Orten. Ihr versteht jetzt vielleicht, was ich meine? Holbox hat definitiv seinen Reiz und ich bin froh, hier knapp zwei Tage verbracht zu haben. Den Superhype um die Insel verstehe ich jedoch nicht, da sie meines Erachtens mit dem Massentourismus (zu) viel von ihrem Charme verloren hat. Meine Vermutung haben die beiden Schweizer, welche ich heute im Hotel kennengelernt und den ganzen Tag mit ihnen verbracht habe, bestätigt. Johnny war vor rund 10 Jahren schon mal hier und sagte, dass er die Insel nicht wieder erkannt habe. Als wir heute gemeinsam bis zum Playa del Cocos nahe des Naturschutzgebietes gelaufen sind, sahen wir viele Baustellen für weitere geplante Hotels. Die rund 1‘400 Einheimischen leben oftmals in Hinterzimmern der Hotels und haben kaum Platz für sich. Natürlich ist dies ihre Entscheidung, dennoch finde ich Orte mit einem solchen Tourismus fragwürdig. Versteht mich richtig, ich bin ja selbst eine dieser Touris und hab mein Geld auf der Insel liegengelassen. Nun hab ich übrigen keins mehr übrig und auf der Insel gibt es anscheinend keine Bancomaten für Pesos. Also gibt es für die Senora heute keine Glace mehr – doof. Zurück zum Thema Massentourismus: Ich finde, dass die Orte ihre Authentizität möglichst behalten sollten, sonst ist es wirklich zu viel des Guten. Das passiert leider vielerorts auf der Welt und wir hatten heute ein gutes Gespräch darüber, in welche Richtung sich der Tourismus noch entwickeln könnte. Wir werden es sehen…
Abgesehen von meinen teilweise widersprüchlichen Empfindungen hier, hab ich den Tag in Gesellschaft sehr genossen. Die beiden sind im Alter meiner Eltern und haben eine interessante Lebensgeschichte sowie viele eindrückliche Reisen hinter sich. Mir wurde also wider Erwarten keineswegs langweilig ;) Nun packe ich zum zweitletzten Mal alle meine Sachen in den Rucksack, damit es morgen Vormittag wieder zurück aufs Festland und dann weiter nach Cancun gehen kann. Von dort aus nehme ich die Fähre zur Isla Mujeres, wo ich in einem Achterschlag im bekannten Nomads nächtigen werde. Freue mich sehr auf die letzte Station meiner Reise und die noch verbleibenden 40 Stunden in diesem eindrücklichen Land. Adios!
2. März 2022 - Isla Holbox
Vorbei ist’s mit dem ruhigen und gemächlichen Mexiko. Gemütlich geht es auf der Insel Holbox zwar auch zu (beim Check-in für mich deutlich zu gemütlich, ich musste 2 Stunden auf mein Zimmer warten und der Grund war die langsame Putzequipe). Gemütlich ist übrigens auch das Internet, da schläft einem das Gesicht ein. Und das, obwohl Holbox die reine Touri-Hochburg ist. Was ich, wie ihr ja wisst, mässig lässig finde… Und plötzlich höre ich auch wieder Schweizerdeutsch, was mir grad komisch vorkommt. Gestern Abend konnte ich noch die eindrückliche Lichtshow beim Kloster bestaunen, kriegte allerlei geschichtliche Infos zu Valladolid, heute befinde ich mich wieder inmitten von internationalen Touris und Geschichtliches scheint es hier nicht viel zu geben. Mit dem Bus erreicht man Chiquila in rund drei Stunden und durchquert wieder eine Zeitzone, dieses Mal verliert man eine Stunde. Dort bringen einen mehrere Fähren innert rund 20 Minuten nach Holbox, wo mir als erstes das grüne Wasser (dreckig? Algen?) und die vielen Golfwagen (statt Autos? oder zusätzlich?) auffallen. Mit Roberto, dem wieder getroffenen Spanier von gestern, lief ich durch die sandigen Strassen bis zum Hotel. Dort versucht ein Grosi den Familienbetrieb zu managen. Die Jungmannschaft sitzt herum und als Gast muss man mehrere Male nachfragen, bis was passiert. Schade, denn das relativ grosse Areal mit einem bepflanzten Innenhof hat viel Charme. Dank meiner Gelassenheit war das Warten halb so wild, ich las in meinem Buch und hörte mit einem Ohr den anderen Gästen zu, die sich köstlich in Rage reden konnten. Auch dieses Zimmer ist wieder schön gross, ausnahmsweise nur mit einem Bett und wie gewohnt mit einer völlig unbrauchbaren Dusche. Aber auch das ist mir Wurscht, aktuell kann mich nichts aus der Fassung bringen – schon gar nicht so unbedeutende Dinge. Ich bin zurück am Meer und habe noch wunderbare Ferientage vor mir, es könnte mir nicht prächtiger gehen!
Der Strand von Holbox ist wie erwartet ziemlich belagert, also ähnlich wie in Playa del Carmen. Das Wasser farblich noch etwas schöner und auch hier scheint der Himmel besonders nah zu sein. Wieso ich das denke? Die Wolken sind hier tiefer und irgendwie auch schöner, für mich jedenfalls. Einzig die vielen angespülten Algen stören das traumhafte Bild. Ich hatte bereits gehört, dass es immer wieder zu Algenplagen kommt und man teilweise nicht mal mehr ins Wasser kann. So ist es aktuell zum Glück nicht, das würde mir als Wasserratte das Herz brechen. Es hat aber schon viele am Ufer und auch einige im Wasser, damit muss man sich schlicht abfinden. Und auch hier übertreffen sich die Lokale mit lauter Musik, was beim Lesen etwas störend sein kann und bei mir mit der Zeit zu einer Reizüberflutung führt. Das Wasser ist angenehm warm und erfrischt einem an solch süttigheissen Tagen dennoch. Am Abend sieht man das eigentliche Highlight: den Sonnenuntergang über dem Meer. Ich hab ja schon viele auf der ganzen Welt gesehen, dieser hier besticht jedoch besonders durch seine Farbvielfalt und Dauer. Auch noch 45 Minuten nachdem das Sönneli weg ist leuchtet der Himmel in allen Farben. Hier auf Holbox wurde wurde es zur Tradition, dass sich alle zum Sonnenuntergang am Strand treffen und klatschen, sobald sie weg ist. Das gefällt mir. Viele verschwinden direkt danach wieder und verpassen meines Erachtens das beste. Denn läuft man etwas am Wasser entlang, kann man immer mehr Pelikane und Reiher beim Fischen beobachten. Die Touris gehen aber lieber sofort wieder in eine der unzähligen Bars oder Restaurants, welche sich bis spät abends immer mehr füllen. Ich konnte mir vorhin einen Tisch in einem hippen Lokal ergattern und warte ziemlich sehnsüchtig auf mein Essen. Der Kellner hat meine Bestellung verhängt und sagte mir soeben, es gebe ein Durcheinander in der Küche - der Klassiker ;) Es ist jetzt 21.15 Uhr und ich merke, dass das Zmorge, der Apfel und die Glace nicht genug waren – vor allem nach dem gut gemeinten Drink in der Bikini Bottom Bar (wer erkennt‘s?). Die Wartezeit überbrücke ich, indem ich diesen Blog ins Natel töggele. Und meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehe: Menschen beobachten und analysieren ;) Wenn mir das morgen am Strand zu langweilig werden könnte, was absolut möglich ist bei meinem Aktivismus, dann unternehme ich eventuell eine Fahrradtour. Oder geh spontan schnorcheln. Aktivitäten gibt es auf der kleinen Insel genug, ein Tag am Strand rumhängen hat jedoch auch etwas Verlockendes. Vielleicht sollte ich mich einfach zu meinem Glück zwingen, um wenigstens einigermassen erholt heimzukehren ;)
Oh, als Wiedergutmachung brachte mir der Kellner grad einen Tequila von hier. Ihr hättet mein Gesicht sehen sollen, als ich den ersten Schluck genommen habe: meine berühmt-berüchtigte Grimasse! Der Kellner musste dermassen lachen, das er den nächsten Schluck mit mir genommen hat. Salud! Jetzt bin ich zurück im Hotel und versuche seit einer Stunde den Blog hochzuladen, was ein schwieriges Unterfangen ist. Auch die Österreicherin Conny verzweifelte am langsamen Netz und so kamen wir ins Gespräch. Wir verabredeten uns für den Sonnenuntergang morgen Abend (juhuu, dann muss ich ihn mir nicht alleine angucken) und ich geh jetzt ins Bett. Buenas noches!
1. März 2022 – Rio Lagartos, Las Coloradas & Ek Balam
Das passiert mir ja wirklich selten, aber ich weiss grad gar nicht, womit ich anfangen soll… Das liegt daran, dass ich auch heute wieder unglaublich Tolles erleben durfte und die vielen Eindrücke zuerst sortieren muss. Deshalb chronologisch für etwas Struktur:
Im Bus merkte ich schnell, dass das mir angekündigte Schweizer Pärchen aus der Westschweiz stammt und dabei hatte ich mich doch schon so fest auf Mundart-Gespräche gefreut. Egal, dann halt Englisch, Französisch und Spanisch (ein Spanier, der in Paris lebt, war auch noch dabei). Ich bin ja schliesslich mehrsprachig, jedenfalls mehr oder weniger ;) In Rio Lagartos, einem überschaubaren Dorf ganz im Norden von Yucatan angekommen, fielen mir sofort die pink angemalten Gehwege auf. Und die vielen Flamingos – auf Hauswände gezeichnet, als kitschige Statuen oder auf Plakaten. Deshalb staunte ich nicht schlecht, als ich statt der erwarteten Flamingos als erstes Delfine sah. Leicht verwirrt fragte ich beim Guide nach und er bestätigte mir, dass die schönen Tiere recht selten hier anzutreffen seien. Nebst den Delfinen sah man hier bereits viele Vögel, vor allem Pelikane, Kormorane und Möwen. Mit dem Boot fuhren wir die Flussmündung entlang und entdeckten dabei unzählige weitere Vögel, praktisch auf jedem freien Ast sass einer. Als Vogel-Fan (ja, mein Corona-Hobby mache ich immer noch gerne, wenn auch nicht mehr so oft) schlug mein Herz deutlich höher. Hätte ich doch nur meinen Feldstecher dabei gehabt! Aber auch so liessen sich die gefiederten Freunde gut beobachten. Und dann sah ich es, das Krokodil. Dieses Mal war es kein kleines härziges Kroki, sondern ein beträchtliches Tier, das mich unter den Mangroven versteckt anschaute. „Hier geh ich definitiv nicht schwimmen“ war mein erster Gedanke, den ich später munter wieder verwarf. Und das, obwohl ich auch noch eine Schlage im Wasser entdeckte.
Der Guide erklärte uns unterwegs viel Wissenswertes über das Naturschutzgebiet, unter anderem, dass hier schon Pumas und Jaguare gesichtet wurden. Dieses Glück war uns leider nicht vergönnt – egal aus welcher Perspektive man es betrachtet ;) Ich kann mir gut vorstellen, dass es sich im riesigen Reservat nicht nur als Vogel wunderbar leben lässt, sondern auch als Raubkatze. Und natürlich als Krokodil. Ganz am Ende des für Boote zugänglichen Bereiches leuchteten sie uns schon von Weitem entgegen: die Flamingos! Eine Kolonie von schätzungsweise 300 Tieren fischte gemütlich im seichten Wasser, andere liefen umher oder machten ein Mittagsschläfchen. Wir sahen den wunderschönen Tieren rund eine halbe Stunde zu und dabei konnte auch ich herrlich entspannen. Danach verpassten wir uns noch eine Schlammpackung, was reinigend sein soll und uns auf jeden Fall viel Spass bereitete. Zum Abwaschen stiegen wir aus dem Boot und ich witzelte darüber, dass wir die Krokodile im seichten Wasser schon sehen würden. Insgeheim hatte ich schon etwas Respekt, aber Krokis mögen bekanntlich keinen Schweizer Käse ;)
Nach dem traditionellen Mittagessen fuhren wir weiter nach Las Coloradas, einem kleinen Fischerdorf nordöstlich. Dort befinden sich die zweitgrössten Salzsalinen des Landes mit mehrere Seen nebendran. Wenn die Sonne kräftig scheint, verwandelt sich die Wasserfarbe in Pink. Dieses Phänomen konnte ich schon Mal bestaunen und deshalb war ich zu Beginn nicht so entzückt wie die anderen. Und dass man für den Einlass rund 300 Pesos bezahlen sollte, fand ich völlig überrissen. Gut, dass man auch von anderen Orten eine gute Sicht auf den See hat und tolle Fotos schiessen kann. Je länger wir dort sassen, uns unterhielten und ich den See anschaute, desto besser gefiel er mir. Ist es nicht oft so, dass wir das Schöne nicht immer im ersten Moment wahrnehmen?
Als letztes fuhren wir zur Maya-Ruine Ek Balam, welche sich quasi auf dem Rückweg befindet. Ich hab euch ja schon erläutert, warum ich mir diese Stätte anschauen wollte und nicht das bekannte und völlig überlaufene Weltwunder. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn die Ruinen sind bestens erhalten und die Anlage grösser als erwartet. Unser Guide konnte uns spannende historische Geschichten darüber erzählen und den Blick, den man nach dem anstrengenden Besteigen der 106 hohen Stufen vom Königstempel aus hat, ist unvergleichlich! Ich fühlte mich tatsächlich wie eine Königin (das passiert mir übrigens nicht nur in solchen Momenten, by the way) und gleichzeitig klein und bedeutungslos im riesigen Dschungel um mich herum. Also ein ähnliches Gefühl wie in meinen geliebten Bergen, einfach nur grossartig! Dass wir auch hier praktisch die einzigen Besucher waren, machte das Erlebnis unvergesslich.
Und so sitze ich wieder in einem gemütlichen Cafe in Valladolid, schreibe diese Zeilen und fühle mich glückselig. Später schlendere ich sicherlich noch im schönen Park vor der Kathedrale rum (heute jedoch ohne Marquesitas mit Käse…), hole mir Souvenirs und schaue mir später die Lichtshow beim Kloster San Bernardino de Siena an. In den letzten vier Tagen meiner Reise erwarten mich sicherlich noch mehr Highlights und ich kann (und will!) aktuell noch nicht ans Heimkehren denken. Mexiko, jetzt hast du mich endgültig überzeugt und ich will weiterhin die wunderbarsten Orte sehen, nette Menschen kennenlernen und leckere Gerichte essen. Viva México!
28. Februar 2022 – Valladolid
Boa, diese langen Busfahrten machen mich fertig… Von Bacalar nach Valladolid fährt man rund 4.5 Stunden, was am Umweg über Tulum liegt. Die Sitze sind zwar bequem und heute hatte ich endlich einen Fensterplatz, aber mein Körper weiss wegen der Klimaanlage nie, ob er jetzt heiss oder kalt haben soll. Und dass laut spanische Filme auf den Displays laufen, macht die Sache nicht unbedingt besser. Von den holprigen Strassen und den unzähligen Temposchwellen gar nicht zu sprechen. Wobei ich mir nicht vorstellen will, wie rasend schnell die Einheimischen hier sonst fahren würden… Wie lässt sich die Fahrt also angenehmer gestalten? Ohren zustöpseln, Lieblingsmusik hören und aus dem Fenster gucken. Und immer wieder einschlafen, was bei einer solch langen Fahrt gefühlt 20 mal passiert und sich anschliessend leicht komatös anfühlt. In Valladolid angekommen, musste ich mich zuerst etwas sortieren. Welcher Tag ist heute? Ah ja, Montag glaubs. Welche Uhrzeit? 13.30 Uhr in etwa. Ah nein, denn ich bin jetzt in einer anderen Zeitzone und habe eine Stunde dazugewonnen, also 12.30 Uhr und somit sieben Stunden Differenz zur Schweiz. Essenstechnisch bin ich schon ganz Mexikanerin und ernähre mich immer noch von Cola und Chips, wenn ich unterwegs bin. Gesund, gell? Und läck ist das heiss hier, vor allem in der prallen Mittagssonne! Etwas abgekämpft hab ich dann das Hotel Catedral gefunden und wen wunderts, es liegt auf der Rückseite der bekannten Kathedrale „Iglesia de San Servacio“ mit Baujahr 1589. Da ich noch nicht einchecken konnte, lief ich etwas umher und entdeckte das tolle „Cafe del Profesor Pitagoras“ – wie passend für ein Mathegenie wie mich ;) Valladolid besticht mit vielen hippen Lokalen und im Gegensatz zum sonstigen Fleisch-Trend in Mexiko wird hier häufig vegetarisch oder vegan gekocht. Der Bagel und Mokaccino Cacao waren ein Genuss und ich wieder voller Energie. Also schlenderte ich etwas umher und schaute mir die drittgröste Stadt von Yucatan genauer an. Auch hier gibt es Street Art und besonders auffallend sind die vielen farbigen Häuser. Was ich ja besonders gerne mache, ist, in die Häuser reinzugucken – ich Gwundernase! Das mache ich überall auf der Welt total gern, weil ich es höchst spannend finde, wie die Menschen wohnen. Auch Zuhause gibt es allerlei Schönes und Verrücktes zu entdecken, da könnt ihr mir sicher zustimmen. Hier ist das Reinspionieren etwas einfacher, weil viele Türen offen stehen und es nur wenig Sichtschutz gibt. Fötelen tu ich das jedoch nicht, weil ich die Privatsphäre der Menschen respektieren will. Ich kann euch aber gerne davon erzählen, was ich heute beobachten konnte: Fast immer sehe ich Hängematten, in denen sich oftmals liegende Männer befinden. Und diese haben häufig ein Bier in der Hand. Das ist jetzt kein Klischee, sondern Realität. Bier trinkende Männer sieht man hier auch oft sitzend vor ihren Häusern, da das öffentliche Trinken nicht erlaubt ist. Sprich, in Parks oder am Strand darf man nicht trinken, vor dem Haus aber anscheinend schon. Noch häufiger als Bier sehe resp. höre ich Fernseher. Gefühlt in jedem Haus läuft das Teil nonstopp, auch während dem Essen. Gut, das kann bei mir auch mal vorkommen, aber nur wenn ich alleine bin. Hier sieht man Alt und Jung an grossen Tischen zusammensitzen, meistens direkt beim Eingang. Ältere Menschen sehe ich übrigens nur drinnen, was wohl an der Hitze liegt. Und mir fällt auf, dass ich fast nur alte Frauen sehe und praktisch keine Männer. Fragt sich, ob die Frauen hier robuster sind oder die Männer einfach jünger aussehen? ;) Und was nicht fehlen darf ist der meist dösende Hund vor dem Eingang (bellen tun sie ja schliesslich in der Nacht, wie ich immer wieder merke). Ob es sich hierbei um eine Schutzvorrichtung handelt, ist nur eine Vermutung. Streunende Katzen sieht man auch ab und zu, diese sind jedoch sehr zutraulich und äusserst mager, wie ich es von vorherigen Reisen kenne. Allgemein erinnert mich hier einiges an Asien, besonders an Vietnam. Das denke ich vor allem beim Rumfahren, wenn ich all die verschiedenen Stände am Strassenrand, die am-Natel-hängenden-Einheimischen auf ihren Stühlen oder Rollern und den achtlos weggeworfenen Müll sehe. Auf öffentlichen Plätzen sorgt immer jemand für Sauberkeit, einige Meter neben den Touriattraktionen stapelt sich der Abfall. Für angebliche Sicherheit wird auch gesorgt, auch hier ist die Polizei omnipräsent. Ich fühle mich hier wohl und mag das Flair dieser Stadt: Hip, überschaubar und farbig.
Wenn man sich etwas vom Zentrum entfernt, findet man weitere malerische Strassen sowie versteckte Sehenswürdigkeiten wie Parks oder kleinere Kirchen. Wirklich schön und menschenleer. Wenn man genauer hinschaut, entdeckt man häufig die Familiennamen neben der Haustür oder gar Inschriften mit „el Cartel“. Als ich Carlos gestern auf die Drogenkartelle angesprochen habe, hat er nichts ahnend reagiert. Cleveres Kerlchen! Soweit ich weiss, ist die Kriminalität in Yucatan deutlich tiefer als in anderen Regionen und es gibt auch weniger Drogen, jedenfalls bestätigt. Egal, nicht mein Thema und besser auch nicht zu neugierig sein.
Obwohl die Cenote Zaci, welche sich erstaunlicherweise fast in der Stadtmitte befindet, aktuell wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, machte ich mich auf den Weg dorthin. Dank einer Konsumation im Restaurant (Jamaica-Limonade, wär hätte es gedacht?) konnte ich trotzdem einen Blick hineinwerfen. Zurück bei der Kathedrale setzte ich mich in den davorliegenden Park und begann zu lesen. Bis ich gestört wurde und zwar nicht von anderen Touristen, sondern von singenden oder besser gesagt kreischenden Vögeln. Ich vermute, dass es Stare sind, denn es klang ähnlich wie in den wildesten Zeiten im Wauwilermoos. Also legte ich den Tolino weg und beobachtete die aufgebrachte Schar und die erstaunten Touris, die ihre Handys zückten und nach einigen Minuten kopfschüttelnd davonliefen. Ich muss zugeben, dass es auch mir mit der Zeit zu laut wurde und so schlenderte ich nochmals umher. Dabei entdeckte ich einen Marquesitas-Stand, an dem die lokale Spezialität frisch zubereitet wird. Obwohl ich mich zwei Tage zuvor in Bacalar noch geweigert hatte, eine gerollte Waffel mit Nutella und Käse zu probieren (meine Worte damals zu Silvia und Dömi: Wie kann man sowas nur essen?!), gab ich meinem Gwunder dieses Mal nach und holte mir eine Masquesita. Mein Fazit: Mässig gut. Normalerweise finde ich die Kombination zwischen süss und salzig ganz gut, der Käse schmeckt mir jedoch nicht besonders und verfälscht den süssen Geschmack von Nutella und Erdbeeren leider sehr. Und ratet mal, was mir während des Essens passiert ist, ganz Karin-like? Genau, einer der Vögel hatte anscheinend Spass dabei sein Geschäft über mir zu verrichten. Igitt, ab ins Hotel! So liege ich nun hier, töggele munter vor mich hin und teile den Tag mit euch. Heute habe ich niemanden kennengelernt, was jeweils Fluch und Segen zugleich ist. Fluch, weil ich abgesehen von den paar Worten in Geschäften oder Restaurants nicht kommunizieren konnte (macht euch darauf gefasst, dass ich Zuhause grossen Nachholbedarf habe! Und ja, deshalb sind meine Blogs an solchen Tagen vielleicht auch ein klitzekleines bisschen länger…) und Segen, weil es mir viel Zeit für mich gibt. Zeit zum intensiven Nachdenken, zum gwundrigen Beobachten und zum bewussten Innehalten. Da dieses Gut aber irgendwann auch ausgeschöpft ist, habe ich für morgen wieder eine Tour gebucht – juppi! Mit einer Kleingruppe und einem Englisch sprechenden Guide (beides wurde mir zugesichert), fahre ich frühmorgens los und besuche zuerst die Maya-Stätte Ek Balam. Ich habe mich bewusst gegen Chichen Itza entschieden, obwohl es zum UNESCO-Weltkulturerbe und zu den sieben neuen Weltwundern gehört. Grund ist, dass ich keine Lust auf Massentourismus habe und mir lieber eine kleinere, jedoch anscheinend noch gut erhaltene Ruine anschaue. Schauen wir mal, ob mein Plan aufgeht ;) Aber damit nicht genug, ich werde auch zum Rio Lagartos fahren und dort hoffentlich Flamingos (und Krokodile – grosse!) beobachten können. Und zu guter Letzt halten wir noch am pinken See in Las Coloradas. Ich bin gespannt, ob er mit dem Pink Lake in Australien mithalten kann, den ich 2016 besucht habe. Jetzt wird aber zuerst noch eine Runde gelesen, ich bin ja schliesslich in den Ferien und wenn ich das Buch nicht fertig hab, ist irgendwas schiefgelaufen. Gut, dass ich noch fünf Tage Zeit hab.
26./27. Februar 2022 – Bacalar
Ich hab’s gefunden! Ein weniger touristisches Mexiko, das mich verzaubert. Bacalar, eine kleine und eher verschlafene Stadt im Süden hat es mir angetan. Die Menschen sind sehr herzlich, alles scheint einen Ticken gemütlicher zu sein und die Touristen halten sich in Grenzen – perfecto! Als ich morgens in Tulum in den Bus stieg, waren die Zeichen noch weniger positiv. Die schreibende Señora hat es tatsächlich geschafft, ihre Apfelschorle im halben Bus zu verspritzen. Wie das? Nun ja, die Flasche wurde wohl beim Rumlaufen etwas durchgeschüttelt und ich hab sie nichts ahnend geöffnet. Pffffscht hat’s gemacht und der Saft war statt in der Flasche auf meinem Shirt. Auf dem Weissen versteht sich. Und auf denjenigen meiner beiden nächsten Sitznachbarn. Wie peinlich! Nach einigen gestammelten Entschuldigungen musste ich plötzlich lauthals lachen – das konnte natürlich nur wieder mir passieren! Die anderen beiden lachten glücklicherweise mit und ich konnte mich noch rasch umziehen. Ja, mitten im Bus-Terminal und vor den Augen aller. Aber es war mir egal, Hauptsache nicht ein klitschnasses und völlig versautes Shirt während drei Stunden im höchst klimatisierten Bus tragen.
In Bacalar angekommen, hab ich mich vollbepackt und unter der brütenden Sonne auf die Suche nach meinem Hotel gemacht. Ich buche meine Unterkünfte immer in der Nähe des Terminals, weil ich es wirklich verabscheue, wenn ich lange so umher irren muss. So hatte ich das Hotel innert weniger Minuten erreicht und legte mich erstmals an den Pool. Der Kollaps hatte mich doch recht mitgenommen und mein Schlaf ist immer noch suboptimal. Die Gründe für meine Schlaflosigkeit könnt ihr euch gerne selbst aussuchen: Jetlag, Hitze, Lärm und/oder Verarbeitung der Erlebnisse. Irgendwann wurde es mir trotz Recherchieren und Lesen dermassen langweilig (so nach zwei Stunden, wie immer), dass ich mich doch aufgerafft habe und runter ins Centro gelaufen bin. Unterwegs wollte ich eine sogenannte Torta probieren und setzte mich deshalb bei einer Familie in den Garten (Tortas waren natürlich angeschrieben, ganz so frech bin ich nun auch wieder nicht). Die Herrin des Hauses bereitete die Speise auf dem Grill zu, ihr könnt euch die Torta wie ein grilliertes Sandwich mit allerlei Zutaten vorstellen. Dazu bestellte ich wie meistens hier eine grosse Limonade, diesmal mit Geschmack „Jamaica“ – mmmh! Ich vergesse immer wieder, dass gross hier riesig bedeutet und so schlürfte ich auch dieses Mal rund einen Liter des süsslichen Getränkes. Aber man soll ja viel trinken bei der Hitze, nicht wahr? Während des Essens beobachtete ich die drei Kinder, wie sie spielten und immer wieder zu mir rüber sahen. Auch hier konnte niemand Englisch, alles andere hätte mich jedoch auch erstaunt. Als ich beim Bezahlen ein sehr grosszügiges Trinkgeld mit dem Kommentar „para los niños“ (für die Kinder) gegeben habe, hat mich die Mama ganz erstaunt angeguckt und war kurz sprachlos. Rundum gesättigt und mit dem Gefühl etwas Sinnvolles getan zu haben, machte ich mich wieder auf den Weg.
Bacalar liegt an einem Süsswassersee. Dass dieser mindestens so schön ist wie das Meer, hätte ich nicht gedacht und umso erstaunter war ich, als ich von der alten Burg aus das erste Mal auf die Lagune blickte. Einfach nur Wow! Das Wasser schimmert in den verschiedensten Blau- und Türkistönen und dank dem Palmen gesäumten Ufer hat man sofort Ferienstimmung. Leider ist der Zugang zur Lagune nicht ganz einfach, man muss dafür in eines der unzähligen Restaurants oder Cafes. Aber es gibt Schlimmeres als den späten Nachmittag mit einer Cola und dem grossartigen Blick auf eine Lagune zu verbringen, finde ich jedenfalls. Als ich im Gelände ein bisschen umher lief, entdeckte ich plötzlich etwas Verdächtiges im Wasser. Und zwar zwei Augen, die mich anzuschauen schienen. Zuerst dachte ich, dass ich nun meinen Augen nicht trauen könne und als ich mich kurz umdrehte, war das geheimnisvolle Geschöpf verschwunden. Also fragte ich jemanden vom Service, ob es hier Krokodile gäbe und er verneinte. Als ich kurze Zeit später wieder am gleichen Ort stand und aufs Wasser blickte, tauchte das Tierchen wieder hoch und nun war ich mir sicher. Es gab doch Krokodile hier! Aber ehrlicherweise eher kleine und schon fast härzige. Also etwa so wie der vermeintliche Kaiman vom Hallwilersee ;) Ich schaute dem Tier einige Minuten zu und wurde plötzlich auf Englisch gefragt, was ich die ganze Zeit beobachte. Als ich der Frau das Krokodil zeigte und ihr Freund daraufhin etwas erwiderte, drehte ich mich um und fragte wie aus der Pistole geschossen auf Mundart „Seid ihr Schweizer?“. Die beiden mussten derart lachen, dass der Fall klar war. Und ja, sein Akzent hat ihn verraten ;) Mit Silvia und Dömi hab ich dann den ganzen restlichen Tag verbracht, was mega cool war. Wie es der Zufall will, machen sie meine geplante Route genau umgekehrt und so konnten wir uns super austauschen. Und vermutlich sehe ich sie am Samstag am Flughafen wieder, was mich freuen würde! Die beiden – ich nenne sie nun ganz bewusst mittelalterlichen – Zürcher sind schon viel gereist. Ihre Geschichten fand ich super spannend und da nicht nur mir die Tacos langsam zum Hals raushängen, besuchten wir ein Grill-Restaurant und bestellten uns einen richtig guten Mocken Fleisch. Danach spendierten die beiden mir noch einen Crepe mit Nutella und Erdbeeren, yummi! Solche Begegnungen geniesse ich sehr und dass ich auf Mundart von meinen bisherigen Erlebnissen erzählen konnte, lies mich zufrieden ins Hotel laufen, wo ich wie ein Baby einschlief. Leider wieder nur bis um 4 Uhr morgens, denn dann bin ich jeweils hellwach (doch Jetlag?). Das Hotel selbst ist deutlich sauberer und ich fühle mich dort sicher. Zudem geniesse ich die Regendusche, in welcher ich mal nicht eine Viertelstunde brauche, um meine Haare anständig zu waschen. Ich freu mich schon auf meine Dusche resp. Badewanne Zuhause. Vermissen tu ich aktuell (nebst einigen Menschen) vor allem mein geliebtes Mokka-Joghurt – natürlich von der Migros! ;)
Für heute habe ich wieder eine Tour gebucht, in der Hoffnung, dieses Mal nicht ganz alleine zu sein. Nun ja, wir waren zu dritt, immerhin. Jedoch konnte das mexikanische Paar nur Spanisch und der Guide auch, so dass ich zu Beginn etwas frustriert war und mich auf einen Tag voller „mir-alles-alleine-anschauen-da-ich-eh-nix-verstehe“ einstellte. Wir starteten an der Cenote Azul, welche eine der Bekanntesten hier ist. Abgesehen vom tourimässigen Restaurant mit viel zu lauter Musik fand ich den Ort wirklich schön und richtig entspannend. Ich plöiderlete mit Deutschen sowie Amis und hüpfte kurze Zeit später selbst ins Wasser, um eine Runde mit ihnen zu schwimmen. Wieder am Ufer, wartete unerwartet ein neuer Guide auf uns und dieser konnte Englisch – yes! Wir fuhren mit seinem Privatauto zum Bootssteg, von wo aus wir eine zweistündige Ausfahrt unternahmen. Und was ich sah, kann ich fast nicht in Worte fassen…
Schönheit pur! Soweit das Auge reicht! Ihr wisst ja, dass ich alles mit Wasser grossartig finde und schon viel Schönes gesehen habe. Diese Lagune lässt mich aber wirklich staunen und wundern. Sie trägt nicht umsonst den Namen „Laguna de los 7 colores“ (Lagune der sieben Farben), ich behaupte es sind sogar mehr Farbtöne vorhanden. Was sich auf Fotos nicht immer festhalten lässt, hat sich dafür direkt einen Platz in meinem Herzen erobert. EINFACH NUR BÄÄÄM! Und obwohl es natürlich nicht nur mich aufs Wasser zieht, halten sich die Touriboote auch hier in Grenzen und es bleibt absolut überschaubar. Wir besuchten die drei weiteren bekannten Cenoten Negro, Cocalitos und Esmeralda, welche auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar sind, weil sie sich nicht vom See abgrenzen. Schaut man sich das Wasser etwas genauer an, sieht man die Farbunterschiede deutlich und die Cenoten sind gemäss Guide Carlos teilweise 100 Meter tief, was ich fast nicht glauben kann. Und meine Erfahrung zeigt ja, dass ich hier wirklich nicht alles glauben kann (Krokis und so), aber belassen wir es mal dabei. An zwei Stellen konnten wir bädelen, was im seichten Wasser sehr angenehm war und mein Strahlen zeigt, wie sehr ich es genossen habe. Der „Canal de los Piratas“ (Piratenkanal) spielte früher eine zentrale Rolle, da sich viele Schiffe dort versteckten. Auf der „Isla de los Pajaros“ (Vogelinsel) konnten wir einige Zugvögel beobachten. Zurück an Land gab es endlich Mittagessen und ich muss sagen, Salate sind hier echt lecker (Eisbergsalat mit Walnüssen, Cranberries, Mozzarella, Honig-Sauce und geschnittenen Tortillas), nur das Bier schmeckt mir einfach nicht. Dabei hab ich auf Empfehlung der Mexikaner in meiner Gruppe ein Sol mit Zusatz (eine dunkle Flüssigkeit) bestellt. Was super aussah, entpuppte sich als ungeniessbar und ich verstehe nicht, wieso die Mexikaner ihr heiss geliebtes und für mich sehr bitteres Tajin Gewürzpulver sogar ans Bierglas machen müssen… Eklig! Egal, ich hab es ausprobiert und die anderen drei hatten etwas zu lachen.
Carlos zeigte und anschliessend noch die „Fuerte de San Felipe de Bacalar“, die noch wirklich gut erhaltene Burg, welche oben schon mal erwähnt wurde. Dank einem Ticket konnten wir uns auch im Innern alles anschauen und ich staunte nicht schlecht, als ich die spanischen Erzählungen von Carlos plötzlich anfing zu verstehen. Er gab uns viele geschichtliche Hinweise und ich wiederholte anschliessend in Englisch, was ich verstanden hatte – und das war erstaunlich viel! Mein klitzekleines übrig gebliebenes Italienisch hilft mir eben doch und heute habe ich entschieden, dass ich irgendwann noch Spanisch lernen möchte. Mit Betonung auf irgendwann. Als ich Carlos fragte, wo er seine eigenen Wurzeln sehe, gab er mir sinngemäss folgende Antwort: „Weisst du, ich bin ein bisschen Maya, ein bisschen Spanier und ein bisschen Mexikaner. Und das ist gut so. Sind wir nicht alle ein bisschen von etwas?“. Wie recht du hast Carlos.
Da ich den Abend nicht alleine im Hotelzimmer verbringen wollte, habe ich mir kurzerhand ein Velo mit Rücktritt (Muss ich erwähnen, dass ich beim ersten Bremsversuch fast auf die Schnauze gefallen wäre? Nicht? Gut.) ausgeliehen und bin durch Bacalar geradelt. Oder besser gesagt Zick-Zack gefahren, denn die komplexen Strassenverläufe und Einbahn-Strassen schnalle ich noch nicht so ganz. Da ich gemütlich unterwegs war, konnte ich mir die unzähligen Street Arts an den Häusern und Wänden anschauen. Hier gibt es anscheinend am meisten Graffitis von ganz Mexiko. Mir gefällt diese Art von Kunst bekanntlich besser als jedes altbackene Museum. Beim Rumkurven habe ich ein cooles Resti entdeckt und hier sitze ich nun seit rund zwei Stunden. Im Bauch eine superleckere mexikanische Pizza (mit Avocados und Jalapenos drauf, mmmh), diese Zeilen in die Tasten gehauen und erneut rundum zufrieden. Was für ein glückliches Ding ich doch bin! :) Der Hund, der mir beim Essen zugeschaut hat, sah etwas weniger glücklich drein, aber betteln funktioniert bei mir nicht (Nicht mal, wenn man ein kleiner härziger Hund ist. Basta.) Die Hunde nerven mich hier ehrlich gesagt sowieso ziemlich, da sie auch in der Nacht ständig bellen. Fast schlimmer als eine rammlige Katze, aber nur fast.
Morgen geht es weiter nach Valladolid, welches sich im Landesinneren befindet und sehr malerisch sein soll. Dort bleibe ich zwei Nächte, bevor ich noch auf die Inseln Holbox und Isla Mujeres reise. Die Unterkünfte sind seit heute gebucht und die zweite Woche meines Mexiko-Abenteuers kann beginnen. Nun bin ich wieder voll im Reisefieber und fast nicht aufzuhalten. Hasta luego, amigos!
23. bis 25. Februar 2022 – Brevet & Tulum
Phu, was für ereignisreiche Tage hinter mir (und vermutlich auch vor mir) liegen… Dieses Mal starte ich den Blog bewusst mit dem Aktuellen und schreibe ihn quasi rückwärts. Ihr merkt dann schon warum ich das so mache. Stellt euch bitte Folgendes vor: Ihr sitzt in einem grossen Innenhof, wo es viele kleine Essenstände sowie eine Bar gibt. Dort habt ihr euch ein kühles Tulum-Bier geholt, welches auf der Etikette eine Schildkröte hat. Zuvor habt ihr einen leicht scharfen Som Tam-Salat (Papaya) mit Stäbchen gegessen, die Lippen kribbeln noch leicht davon. Ihr beobachtet die vielen Menschen, welche sich hier tummeln. Es gibt Touristen-Päärchen, Freunde-Duos und viele Familien mit Kindern. Denn im Innenhof hat es auch einen grossen Spielplatz, auf dem die kleinen Gäste fröhlich umhertollen und ab und zu nach ihren Mamas oder Papas schreien. Falls es regnen sollte, wären die Gäste dank den mit farbigen Paletten geschmückten Unterständen im Trockenen. Die vielen aufgehängten Lichter verleihen dem Innenhof einen besonderen Charme und ihr wippt langsam zur Salsa-Musik, die leie im Hintergrund läuft. Habt ihr das Bild im Kopf? Fall ja, wunderbar, denn genau so sitze ich aktuell hier im „Palma Central“ in Tulum und schreibe diesen Text. Für diesen Blog habe ich mir einen besonderen Ort ausgesucht, weil es einiges zum Schreiben (und Verarbeiten) gibt. Fangen wir mal harmlos an und starten mit dem heutigen Tag.
Morgen früh bin ich mit den ADO-Bus nach Tulum gefahren. Dieser Bus erweist sich als komfortabelstes Transportmittel, wie ich später noch feststellen konnte. In Tulum angekommen, suchte ich zuerst mein kurzfristig gebuchtes Hotel und wollte danach direkt an den Strand. Auch dieses Mal hatte ich (noch) nicht gross im Reiseführer nachgelesen, was es alles zum Entdecken gibt. Ich wusste lediglich von Erzählungen, dass Tulum mindestens so touristisch sein soll wie Playa del Carmen und das kann ich zwischenzeitlich bestätigen. Meine Schwester gab mir in diesen Minuten zufällig den entscheidenden Hinweis: Die Ruinen. Im Hotel liess ich mir erklären, wie ich dahin komme. Also stellte ich mich an den Strassenrand und wartete auf den nächsten Colectivo, einen kleinen Gesellschaftsbus hier in Mexiko. Unterwegs wurden wir von der Polizei angehalten und ein Drogenhund durchschnüffelte alles. Da die Polizeipräsenz hier allgemein sehr gross ist (und die des Militärs noch grösser!), beunruhigte mich das nichts. Nach einigen Minuten konnten wir weiterfahren und eine Einheimische half mir, am richtigen Ort auszusteigen. Auch wenn sie mich jeweils nicht richtig verstehen, sind alle Mexikaner/innen sehr freundlich und hilfsbereit. Ich schaue jeweils das spanische Wort oder den Ort vorher nach, damit ich mir Hilfe holen kann und das klappt erstaunlich gut. Als ich ausstieg, musste ich mir zuerst zwischen unzähligen Souvenirshops und Esssensständen einen Weg Richtung Ruinen bahnen. Der Einlass war gut organisiert und nach etwas Wartezeit stand ich im Park. Und ich sage euch, es war überwältigend! Da ich keine Erwartungen hatte, staunte ich umso mehr über die noch gut erhaltenen Maya-Ruinen direkt am Strand. Dieses Mal war ich nicht alleine da, die unzähligen Touristen verteilten sich jedoch grosszügig auf dem grossen Gelände. Mir bereiteten auch die vielen Leguane Freude, die sich auf den Ruinen oder im Gras sonnten. Zwei Exemplaren schaute ich bei einem Kampf zu, bis sich einer verletzt geschlagen geben musste. Als ich dann noch eine kleine grüne Schlage direkt über meinem Kopf entdeckte, war meine Tierliebe mehr als befriedigt ;) Ich schlenderte also in aller Seelenruhe durch den Park, schaute mir alle Ruinen an und schoss einige kitschige Fotos. Danach lief ich rund eineinhalb Kilometer weiter zum bekannten Strand von Tulum. Dort angekommen erwartete mich einer der schönsten Sandstrände, die ich je gesehen habe. Ohne die vielen Menschen wäre es absolut Australien-würdig! Ich suchte mir ein ruhiges und schattiges Plätzchen direkt neben einem Fischerboot und verbrachte einige Stunden dort. Nach den zwei vorausgegangenen Tagen brauchte ich unbedingt etwas Ruhe. Wollt ihr wissen warum? Dann lest weiter…
An den beiden vorherigen Tagen Mittwoch und Donnerstag (ich musste grad sehr lange überlegen, weil ich völlig das Zeitgefühl verloren habe) machte ich bekanntlich den Tauchkurs „Open Water Dive“. Beim ersten Tauchgang im Meer hatte ich grossen Respekt und das nicht nur wegen meinen Ohren. Was mich auf rund 10-12 Metern Tiefe wohl erwarten würde? Konnte ich schon gut genug tarieren, um nicht ständig unabsichtlich hoch und runter zu tauchen? Würde ich alle Übungen bestehen, auch die mir so ungeliebte Masken-Auszieh-Übung? Die Ohren hielten trotz einigen Schmerzen glücklicherweise Stand, die Übungen konnte ich alle meistern und mich erwartete eine fantastische Unterwasserwelt. Wie viele von euch wissen, bin ich ein grosser Fan vom Schnorcheln und hab das schön öfters gemacht. Die Korallen kommen farbenmässig nicht an diejenigen von Ägypten ran, aber dafür die Fische! Noch nie habe ich so viele Fische auf einem Haufen resp. in Schulen und in solch vielen Variationen gesehen. Einige waren alles andere als scheu und kamen direkt auf mich zugeschwommen. Die meines Erachtens riesigen und gibeligrünen Muränen (Schätzung von Gaby: ca. 1.5 Meter Länge) fand ich etwas gruselig, vor allem weil sie ihre Mäuler ganz langsam auf- und zumachten und uns Taucher dabei ansahen. Die beiden am Boden vorbeigleitenden Rochen waren dafür sehr elegant. Zum perfekten Taucherglück fehlte nur eine Schildkröte, aber ich muss ja auch beim nächsten Tauchgang noch was zu sehen habe. Ah ja, und den Hai natürlich (gell Meli?). Das abschliessende Highlight war der Bogen mit grossen Fischschwärmen, unter dem wir durchgetaucht sind - einfach nur WOW!
Zwei Tauchgänge pro Tag à je rund 50 Minuten finde ich ehrlich gesagt sehr anstrengend. Nach dem ersten Hochtauchen war ich jeweils derart müde, dass ich trotz des Schaukelns des Boots auf der Stelle hätte einschlafen können. Meine Ohren schmerzten und meine Füsse wiesen immer mehr wunde Stellen von den Flossen auf. Aber nein, Gaby blieb hart und so wurde nochmals getaucht und alle notwendigen Übungen absolviert. Besonders das Schweben fällt mir immer noch etwas schwer, dabei fühle ich mich alles andere als grazil und wie ein guter Kollege von mir sagen würde „das ist gar nicht mal so einfach“. Irgendwann hab ich dann kapiert, wie ich das Jacket unter Wasser richtig aufblasen muss und dann konnte auch ich Buddha-ähnlich im Wasser sitzen. Da sich die Ohren ständig bemerkbar machten und ich den Druckausgleich nicht immer gut hingekriegt habe, war ich ehrlich gesagt froh, als der letzte Tauchgang fertig war. Ich geniesse die Unterwasserwelt sehr und bin völlig fasziniert davon. Das Gefühl des „alles-um-einen-herum-vergessen“ finde ich zudem sehr entspannend. Dass meine Ohren aber derart schmerzen und ich Angst haben muss, dass ich einen ernsthaften Schaden davon tragen könnte, das stresst mich schon ein bisschen. Erklären lässt es sich sicher damit, dass man nach Covid mindestens drei Monate nicht tauchen sollte. Hmm ja, dann waren zehn Tage wohl wirklich zu knapp… Das hab ich aber erst danach gegoogelt und man schliesslich nicht alles glauben, was im Internet steht ;) Vor dem nächsten Tauchgang werde ich zudem meine Ohren kontrollieren lassen, das könnte die Schmerzen lindern. Auch trotz Unbehagen war es ein grossartiges Erlebnis und ich bin sehr stolz, dass ich das begehrte Taucherbrevet gestern bestanden habe! Ich bin gespannt, wann ich das nächste Mal so tief abtauche. Hier in Mexiko wohl nicht mehr, aber vielleicht nächstes Jahr mit Evi in Afrika? :)
Und nun noch zum Abschluss dieser drei Tage und dem unschönsten Erlebnis. Nach dem erfolgreichen Bestehen des Kurses und der Brevetierung wollte ich mit Meli und Felix nochmals Essen gehen. Bereits am Nachmittag spürte ich ein leichtes Ziehen im Bauch, welches sich gegen Abend in starke Bauchkrämpfe und Durchfall entwickelte. Das kommt beim Reisen halt mal vor, dachte ich mir, und schmiss eine Tablette ein. Im Restaurant angekommen, kriegte ich keinen Bissen runter und es wurde mir minütlich unwohler. Ich wurde plötzlich fiebrig und wollte meinen Kopf auf den Tisch legen, da war es jedoch schon zu spät. Einige Sekunden später erwachte ich aus der Ohnmacht und blickte in viele besorgte Gesichter. „Wieso liege ich denn jetzt auf dem Boden?“ dachte ich und realisierte in dem Moment, dass ich wohl kollabiert war. Zum Glück waren meine beiden Tauch-Buddies da und weitere hilfsbereite Gäste, die mich umsorgten. Nach einigen Minuten konnte ich langsam wieder aufstehen und wurde zum Hotel begleitet. Wir diskutierten, ob der Zusammenbruch etwas mit einer der bekannten Tauchkrankheiten zu tun haben könnte und fragten sicherheitshalber bei Gaby nach. Diese verneinte (wie wir angenommen hatten) und ich weiss bis jetzt nicht, was genau der Auslöser war. Ich vermute jedoch, dass es wegen einer Überanstrengung vom Tauchen sowie zu wenig Schlaf und/oder einer Unverträglichkeit war. Ich danke an dieser Stellen nochmals meinen Helfern und Notfall-Freunden/Familie aus der Ferne, die für mich da waren. Das gab mir ein Gefühl von Sicherheit, welches ich in diesem Moment gebraucht habe. Nur so konnte ich einigermassen schlafen, was dringend nötig war. Bis heute Nachmittag hab ich mich nur von isotonischen Getränken, Cola und Chips ernährt, was meinen Magen etwas beruhigen konnte ;) Ich musste schliesslich dafür sorgen, dass alle meine Speicher (Salz, Zucker etc.) wieder gefüllt sind. Logisch, oder? Für weitere (gesündere) Vorschläge bin ich dankbar. Schlussendlich hat mich der Nachmittag am Strand wieder geheilt. Manchmal braucht es eben nur Vitamin Sea. Spass bei Seite, ich bin sehr froh, dass beim Sturz nichts Schlimmes passiert ist und ich wieder einigermassen beisammen bin. Nun fühle ich mich jedenfalls fit genug um morgen rund drei Stunden nach Bacalar zu fahren, meine nächste Destination. Dort bleibe ich zwei Nächte, bevor ich dann ins Landesinnere nach Valladolid und zur nächsten Maya-Ruine reise. Ich hoffe, dass ich nun noch ein etwas weniger touristisches Mexiko erlebe (Die hat‘s überall, das ist mir klar. Aber hoffentlich ein paar weniger…). Und das es dadurch auch weniger laut ist. Die ständige Partymusik, welche man auch vom Hotelzimmer aus deutlich hört, nervt langsam. Ich will doch einfach nur schlaaaaaaafen. Und viel Schönes erleben, wenn ich wach bin :) Bis bald ihr Lieben!
21./22. Februar 2022 - Abenteuer Cenoten & Tauchen
Abenteuer. Das wollte ich. Und das krieg ich, so wie es aussieht. Den gestrigen Ausflug in die Cenoten. Was Cenoten sind? Google meint dazu: eine Karsthöhle mit Grundwasserzugang, die oft durch Einsturz der Höhlendecke dolinenartig als grosses Kalksteinloch vorliegt, das mit Süsswasser gefüllt ist und als Brunnen dienen kann. Wir sind uns wohl einig, dass wir der Einfachheit halber beim Wort Cenoten bleiben. Aber zurück zum Abenteuer: Den heutigen Ausflug würde ich auf jeden Fall als kleines Abenteuer beschreiben und dabei hatte es noch relativ unauffällig angefangen. Am Vorabend buchte ich spontan bei Get Your Guide eine Tour, da ich einen ganzen Tag am Strand zu langweilig fand. Und jetzt bitte kein Aufjaulen unter den Stand-Plegeris und euch, nicht alle können stundenlang in der grellen Sonne grillieren. Egal, ich drifte schon wieder ab. Wo war ich nochmal? Hallo Ferienmodus! Ah ja, beim Abenteuer: Die Buchungsbestätigung und der Abholort wurden mir trotz später Stunde bald zugestellt. Also machte ich mich morgens früh auf den Weg und fand bald den genannten Treffpunkt. Von dort ging es mit einigen anderen per Bus in einen riesigen Souvenirladen, wo wir ohne ersichtlichen Grund rund 30 Minuten für einen Check-in (Wofür? Weiss ich auch nicht…) anstehen mussten. Mit meiner Buchung zeigten sich die Anwesenden etwas überfordert und so erhielt ich auch keines der unzähligen Bändeli. Wieder draussen konnte mir deshalb auch niemand sagen, in welchen Bus ich steigen muss. Nach nochmals einer halben Stunde Beine-in-den-Bauch -Stehen, brachte mich einer der anwesenden Verantwortlichen zu einem Kleinbus. Ich stieg ein und wartete darauf, dass die anderen Teilnehmenden dazustossen. Nichts. Niente. Nada. Hmm, war ich wirklich die einzige auf dieser Tour, obwohl vorhin unzählige Menschen mit mir auf dem Treffpunkt waren? Schräg! Noch schräger war es, als der Fahrer einstieg und mir auf Spanisch irgendetwas erklärte. Auf mein „English please?“ schaute er mich nur mit grossen Augen an und ich entsprechend zurück. Also auch noch no English, ohje. Ein leicht mulmiges Gefühl machte sich in mir breit. Sollte ich wieder aussteigen? Die Tour absagen? Versuchen, mich einer anderen Gruppe anzuschliessen? Das Problem dabei war, dass der Fahrer in der Zwischenzeit wieder ausgestiegen und verschwunden war. Als sich meine inneren Stimmen wieder mal einen Schlagabtausch lieferten, steckte der Verantwortliche seinen Kopf zum Fenster rein und erklärte mir, dass ich tatsächlich die einzige Teilnehmerin sei und der Fahrer mich zu den Cenoten bringe. Dort werde er mir ein Ticket lösen und mich später wieder zurückbringen. Auf meine Frage, ob ich mich dabei sicher fühlen könne, meinte er ja. Ich geb zu, dass das keine wirkliche Referenz war. Und einige von euch schütteln jetzt vielleicht mit dem Kopf, ABER mein Gefühl hat mich noch nie im Stich gelassen und irgendetwas in mir sagte, dass ich es wagen solle. Die Hinfahrt verbrachte ich dann damit die Umgebung genau zu studieren und mir einen Notfallplan auszudenken. Und eine gute Freundin zu informieren, auf welchem Abenteuer ich mich gerade befand. Ich geb ja zu, das hätte mir wohl nicht viel gebracht, beruhigte mich jedoch. Nach einer Stunde kamen wir an, der Fahrer holte mir wie angekündigt ein Ticket und setzte mich bei den Cenoten ab. Mit Händen und Füssen konnten wir vereinbaren, dass er zwei Stunden auf mich warten wird. Und ihr glaubt nicht, was mich erwartet hat: Ein kleines Paradies! Zuerst fand ich die beiden Cenoten etwas unheimlich, weil ich weit und breit die einzige Menschenseele vor Ort war und das Wasser zwar unglaublich schön, aber auch etwas unwirklich aussah. Gab es dort drin Tiere? Wenn ja, welche? Nach einigen Minuten des Inspizierens wagte ich mich ins Wasser und genoss die Ruhe in diesem kleinen Naturwunder. Als ich später die zweite Cenote auskundschaftete, war ich zunächst enttäuscht. Einige Männer mussten wohl Wartungsarbeiten vornehmen und so röhrte ein lauter Generator vor sich hin - die Idylle war futsch. Da es sich um eine ziemlich grosse Cenote handelte, schlenderte ich ein bisschen rum, bis ich beinahe auf einen Leguan tratt. Das kann wieder nur mir passieren! Schon wieder jemand resp. etwas, das mich verdutzt anschaute. Plötzlich realisierte ich, dass ich mich mit der Tierwelt von Mexiko auseinandersetzen sollte, um nicht versehentlich drauf zu treten oder für mich fast noch schlimmer - sie gar nicht wahrzunehmen. Kaum gedacht, raschelte es im Gebüsch und zwei weitere Leguane jagten auf mich zu. Als sie mich sahen, blieben sie abrupt stehen und beide hoben und senkten ihre Köpfe wie wild. Dieses Gehabe war mir bekannt, kann man es schliesslich nicht nur bei Leguanen beobachten ;) Also verschwand ich unauffällig und liess die beiden in Ruhe - sie mich zum Glück auch. Nach dem zweiten Badespass entdeckte ich eine Schildkröte, welche Freude! Das kleine Kerlchen verschwand leider schnell wieder und dafür strömten plötzlich Touristenmengen auf mich zu. Vorbei war es mit der Ruhe und die beiden Cenoten füllten sich mit Leibern und Stimmen. Ich lies noch ein Foto von mir schiessen und verduftete Richtung Bus, der mich zurück nach Playa brachte. Nach dem Ausflug war ich derart entspannt, dass ich mich meiner Musik hingab und friedlich eindöste. Und nein, ich bereue meine vielleicht etwas naive (oder nennen wir es mutige, das gefällt mir besser) Entscheidung nicht, denn sie hat mir ein grossartiges Erlebnis beschert und mir einmal mehr gezeigt, dass ich mich auf meine Intuition verlassen kann. Dass dabei auch gewisse Alarmlampen in mir angehen deute ich insofern positiv, denn dann bin ich mir dem Risiko bewusst. Jedenfalls teilweise und damit bin ich bis jetzt ganz gut durchs Leben gekommen, oder? :)
Heute stand der erste Tauchgang auf dem Programm. Ich traf mich mit meiner Instruktorin Gaby und zwei Deutschen, um gemeinsam zum Übungspool etwas ausserhalb von Playa zu fahren. Gaby ist Schweizerin und wohnt seit sieben Jahren hier, ihr kann man alle angebrachten (und auch unangebrachten) Fragen über Mexiko stellen und sie hat einen trockenen, grandiosen Humor. „Den ersten Atemzug unter Wasser vergesst ihr nie“, das waren ihre Wort. Und wie recht sie hatte! Nach einigen Trockenübungen durften wir ins Wasser. Das Gefühl, wenn man nur durch den Mund ein- und ausatmet, ist zu Beginn schon gewöhnungsbedürftig. Bei insgesamt fünf Tauchgängen lernten wir alle wichtigen Handgriffe und Techniken. Einige davon sehen bei mir alles andere als elegant aus, aber sie funktionieren gar nicht mal so schlecht. Meine grösste Herausforderung sind die Ohren, da ich ständig einen leichten Schmerz verspüre und der Druckausgleich nur bedingt funktioniert. Daran versuche ich zu arbeiten und hab mir bei Gaby einige Tipps geholt. Zusammen mit Meli und Felix, dem sympathischen Päärli aus Ravensburg, macht der Kurs grossen Spass und wir machen deutliche Fortschritte. Morgen gehen wir bereits zum ersten Mal im Meer tauchen und ich bin wahnsinnig gespannt, wie das wird! Und ein kleines bisschen nervös, aber das verrate ich natürlich nicht ;) Fotos folgen bestimmt auch noch, aktuell muss ich mich aber zuerst auf mich konzentrieren, damit ich nicht absaufe…
Gegen Abend kamen wir zurück nach Playa und wir drei Tauchschüler probierten gleich das von Gaby empfohlene Restaurant aus. Nun sitze ich am zwischenzeitlich fast menschenleeren Strand, lasse mir den Wind um die gewellten Haare blasen und verarbeite meine Eindrücke. Wie ihr wisst, ist dieser Blog eine grosse Unterstützung dabei, weil ich meine Erlebnisse sonst leider - für meinen Geschmack - zu wenig teilen kann. Heute wurde ich gefragt, was mir am Alleine-Reisen denn so gefalle. Meine Antwort: „Das Alleine-Reisen“ und ein grosses Lachen. Natürlich hätte ich auch dieses Mal gerne jemanden dabei, mit dem ich alles teilen und den ich stundenlang vollplappern könnte. Es gibt auch Momente, in denen ich mich einsam fühle, klar. Es gibt da aber auch diese Momente wie jetzt gerade, in denen ich die Ruhe für mich selbst derart beanspruche und sie mich dabei völlig erfüllt. Momente, in denen ich ganz bei mir bin. Und Momente, in denen es mir völlig egal ist, was andere von mir denken, weil es keinerlei Rolle spielt. Das ist meine Art von Freiheit, welche ich beim Alleine-Reisen verspüre und mich dankbar werden lassen. Ob ich das auch zu zweit könnte? Ganz klar, das haben meine bisherigen Reisen gezeigt. Sich jedoch auch alleine derart wohlfühlen zu können, ist für mich ein grosses Geschenk, welches ich mir hart erarbeite habe und nie wieder hergeben möchte. Und das eine schliesst das andere bekanntlich nicht aus, oder? Nun aber genug Gefühlsduselei für heute, ich will euch ja nicht langweilen und mir wird sowieso langsam kalt. Wie immer suche ich mir für das Hochladen des Blogs ein gemütliches Cafe aus und dieses Mal bin ich im Hard Rock gelandet, wo ich nebst gutem Internet einen super leckeren und super kalorienreichen Milchshake kriege. Den Rum (ja, Milchshake mit Rum…) im Blut und die Zeilen online gestellt, kann ich nun ins Hotel schlürfen. Dort werde ich noch etwas lesen und langsam aber sicher Pläne für die nächsten Tage schmieden. In Playa bleibe ich sicher bis am Freitag. Und dann? Keine Ahnung, vielleicht weiter südlich Richtung Tulum oder Bacalar. Egal wohin, etwas weiss ich bereits jetzt: ICH entscheide.
19./20. Februar 2022 - Ankunft in Playa del Carmen
Der C-Chäfer ist überstanden und meiner langersehnten Reise steht nichts mehr im Weg. Ausser vielleicht meine Unfähigkeit für speditives Packen, aber das ist eine andere Geschichte. Details zum
Flug erspare ich euch ebenfalls, da gab es ausser dem ständig schnudernden Typen hinter mir (wieso genau reist man mit Covid-Symptomen? Ah ja, weil man „darf“…) und dem gesprächigen Basler neben
mir sowieso nichts Schreibenswertes (gibt es dieses Wort überhaupt?). Nach 12 Stunden Flug bin ich überpünktlich in Cancun angekommen, was jedoch nichts gebracht hat. Läck, ich hab schon lange
nicht mehr so viele Menschen auf einem Haufen gesehen - oder besser gesagt vor der Passkontrolle! Bis wir überhaupt wussten, wofür wir genau anstehen, waren bereits eineinhalb Stunden rum. Und
ja, mit Maske und bei gefühlten 50 Grad kam ich bereits das erste Mal ins Schwitzen. Nicht angenehm. Eigentlich erstaunlich, dass meine Laune so gut geblieben ist. Das lag vermutlich auch daran,
dass ich im Schlange-Stehen ständig Leute kennengelernt habe: Die junge Bernerin, die während einigen Wochen durch Mexiko und Guatemala reist. Die beiden lustigen Aargauer, die bereits zum
fünften Mal gemeinsam auf Reise gehen und sich die Wartezeit mit Jassen verkürzt haben. Oder der unterhaltsame Kerl aus North Dakota, der mir ausführlich die Allüren der Amis erklärt hat und ich
sie laufend bestätigen konnte. Und ich, die ziemlich übermüdete Gwundernase, die sich wie immer alles interessiert angehört, scharfsinnig beobachtet und sich dabei köstlich amüsiert hat. Wie ich
das liebe, vor allem wenn ich auf Reisen bin und dabei noch ständig die Sprache wechsle. Nach knapp drei Stunden waren wir endlich draussen und mit den neuen Bekanntschaften schnappte ich mir den
nächsten Ado-Bus nach Playa del Carmen. Mein Hotel ist zum Glück sehr zentral und besticht mit einem schönen Innengarten inkl. (Baby-)Pool. Im Zimmer müffelt es gewaltig und ich fürchte mich
etwas vor den fliegenden sowie kriechenden Tierchen, dafür ist es schön gross und ich kann alles ausbreiten. Obwohl ich mich wegen des billigen Vorhangschlosses an der Tür nicht ganz so sicher
fühle, hab ich die wenig verbleibenden Stunden tief und fest geschlafen und konnte heute mit dem Tauchkurs starten.
Für das Open Water Padi lernt mal erstmal theoretisches Wissen, was sicher sinnvoll ist, bevor man direkt ins Wasser hüpft. Das kam mir zuerst auch entgegen, da ich mir wieder mal einen Schnupfen
inkl. üblen Halsschmerzen im Flugzeug eingefangen habe. Das es derart viel Theorie ist, habe ich wohl erfolgreich verdrängt. Evi war im November auch in dieser Tauchschule und hat mir einiges
erzählt, das wusste ich jedoch nicht mehr. Nun ja, ich verbrachte also knapp fünf Stunden alleine auf dem Balkon der Tauchschule und hab mir die unzähligen Videos zu Gemüte geführt und Fragen im
Lehrmittel beantwortet. Dabei bin ich zweimal erfolgreich eingeschlafen und davon einmal fast vom Stuhl gefallen ;) Ob das gut kommt mit dem Tauchen? Mittags hab ich die erste mexikanische
Spezialität ausprobiert und stellt euch vor, es waren keine Tacos! In einem gemütlich eingerichteten Cafe gab es einen wie sie es nannten „Tortillas-Salat mit Cochinita“. Also die
dreieckigen Chips mit mariniertem und gegartem Schweinefleisch und viiiiiel Sauce - echt lecker! Heute morgen früh holte ich mir übrigens rasch einen Kaffee, der mir ehrlich gesagt deutlich zu
stark war und mich leicht hypern liess. Aber wer mich kennt weiss, dass ich es dennoch wieder probiere ;) Der Cafe Helado am Strand war dann auch deutlich besser und ich genoss die Aussicht, bis
mich eine ältere Amerikanerin mit ihren absurden Theorien vollquasselte und ich das Weite suchte. Warum nur ziehe ich immer wieder spezielle Menschen an? ;)
Apropos speziell, da fällt mir eine kleine Geschichte ein. Ich könnte jetzt schreiben, dass dies einer Freundin von mir passiert ist (vielleicht Laura?), aber ihr würdet mir das sowieso nicht
glauben. Und zwar habe ich heute Morgen bemerkt, dass eine meiner Kreditkarten fehlt. Hektisch habe ich alles durchsucht, jedoch erfolglos. Ich musste zum Tauchkurs und hab mich mit dem Inhaber
über die Mexikaner und mögliche Gefahren hier unterhalten, bis wir plötzlich auf den vermeintlichen Diebstahl zu sprechen kamen. Für ihn war klar, dass mir die Karte gestohlen wurde (er mutmasste
am Flughafen, wohl im Gedränge) und für mich war das plausibel. Also rief ich die Hotline an und liess meine Karte kurzerhand sperren. Wieder zurück im Hotel wollte ich mein restliches Geld
aufteilen und was befand sich hinter den vielen Scheinen im Couvert? Die angeblich gestohlene Karte. Uuups! Eine Entsperrung ist leider nicht möglich, immerhin hat die Reiseerfahrene eine zweite
Karte dabei. Und das Malheur schieben wir nun einfach mal auf den Jetlag ;)
Was mir hier bereits aufgefallen ist, sind folgende Dinge: Abgesehen von den unglaublich vielen Touristen, die sich in den Hauptgassen von Playa tummeln, gibt es auch unglaublich viele
aufdringliche Mexikaner. Ich spreche hier von den Herren der Schöpfung, die Damen sind deutlich zurückhaltender (gestattet mir meine rhetorische Frage dazu: Wo ist das nicht so?). Plumpe Sprüche
sind an solchen Orten ja nichts Neues, mich stört jedoch die Direktheit (noch) ein bisschen. Da ich nicht zum ersten Mal alleine reise, bin ich nicht naiv zu glauben, nie angesprochen zu werden.
Das ist an sich auch gar nicht mein Problem, sondern die Art und Weise. Vorhin am Strand hatte ich ein richtiges Déjà-vu, als ich alle paar Minuten von Bier-trinkenden Mexikanern angequatscht
wurde. Mit der Absicht, eine angeblich reiche Europäerin abzuschleppen, wie mir mein Tüechlinachbar erklärte. Das kenne ich sonst nur von Ägypten. Mit einem Zwinkern und deutlichen Worten lassen
sich glücklicherweise fast alle abspeisen. Wenn nicht, dann laufe ich trotz meiner Schweizer Höflichkeit jeweils davon. Dafür fällt mir auf, dass Männer wie Frauen hier sehr gut gelaunt
sind. Fast alle laufen mit einem Lächeln herum, was ich nicht überall so wahrnehme. Viele sind sehr gut gekleidet und - wider Erwarten - tragen viele eine Maske.
Jetzt sitze ich in einer Bar, muss den leicht aufdringlichen Kellner auf Abstand halten und bestelle mir als nächstes - wär hätte es gedacht - Tacos! Während ich töggele, kommen sie auch schon
und trotz der Warnung schmeisse ich auch das scharfe Zeugs drauf. Huuuuiii, das nenn ich mal ein Kribbeln auf den Lippen! Nun überlege, ob ich den morgigen „freien“ Tag (der Tauchkurs geht erst
am Dienstag weiter), wirklich am Strand oder doch lieber mit einem Ausflug verbringen möchte. Ich halte euch auf dem Laufenden und sende euch unterdessen angenehme 30 Grad sowie beste Laune aus
Playa del Carmen.
PS: Jimdo kennt immer noch kein Rechtschreibeprogramm und die Leertaste streikt auch immer öfter. Falls ihr Fehler findet, dürft ihr sie gerne behalten ;)